Ausschuss befürwortet Vorlage des Magistrats zu Teilabschnitt

Raddirektweg nimmt Hürde

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Der Direktweg wird durch Dreieich in Form einer Fahrradstraße geführt. Eine solche besteht seit Ende 2017 zwischen Buchschlag und August-Bebel-Straße.

Dreieich - Nach längeren Vorbereitungen soll es nun konkret werden: Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie hat gegen die Stimmen der CDU dem geplanten Routenverlauf der Raddirektverbindung zwischen Darmstadt und Frankfurt zugestimmt. Von Holger Klemm 

In Ländern wie den Niederlanden oder Dänemark gibt es schon längst Radschnellwege, um zügig Strecken zu überwinden. Deutschland hinkt da noch gewaltig hinterher. Das soll sich nun ändern. Für Hessen steht als erstes der Direktweg zwischen Darmstadt und Frankfurt an, der so heißt, weil nicht alle Kriterien eines Schnellwegs zu erfüllen sind. Trotzdem kommt ihm Pilotcharakter zu. Deshalb können die beteiligten Kommunen mit Fördermitteln des Landes von bis zu 75 Prozent der Planungs- und Baukosten rechnen. Erster Stadtrat Martin Burlon erwartet nicht nur eine komfortable Verbindung durchs Rhein-Main-Gebiet, sondern auch besser ausgebaute Anbindungen an die Nachbarstädte.

Im Ausschuss stand nun die Magistratsvorlage für den Dreieicher Abschnitt auf der Tagesordnung. Zusätzliche Infos kamen von Manfred Ockel, Bürgermeister von Kelsterbach und Geschäftsführer der für die Umsetzung zuständigen Regionalpark Rhein Main Südwest gGmbH.

Der Dreieicher Teilabschnitt führt durch Sprendlingen. Die CDU hatte sich 2016 für eine Route entlang der Bahn stark gemacht. Doch dort konnten die erforderlichen Kriterien nicht erfüllt werden. Die Befürworter hoffen, durch die Streckenführung möglichst viele Radler anzusprechen.

Demnach wird es keine Planfeststellung für die gesamte Strecke, sondern für die einzelnen Abschnitte geben. Das sei auch für die Beteiligten von Vorteil. Momentan steht die grundsätzliche Zustimmung in den sieben Kommunen an. Neben Dreieich fehlt nur noch Frankfurt. Bei einem Ja der Stadtverordneten könnte die Planung für die Stadt noch in diesem Jahr vergeben und mit der Umsetzung 2019 begonnen werden. Der erste Teilabschnitt zwischen Egelsbach und Darmstadt-Wixhausen steht in den nächsten Monaten an.

Kriterien sind eine bis zu vier Meter breite Fahrbahn, durchgehende Asphaltierung und Beleuchtung. Durch Dreieich soll das Ganze in Form einer Fahrradstraße führen, wie sie bereits zwischen Buchschlag und der August-Bebel-Straße besteht. Der geplante Streckenverlauf: von Neu-Isenburg kommend über Tannenweg, Immanuel-Kant-, Erich-Kästner, Breslauer Straße zum Verbindungsweg zur Poststraße und dann zur Liebknecht-, Wienandstraße, über die Dreieichbahn und Rostädter Straße zur Langener Gemarkung. Schulen wie die Georg-Büchner-, die Ricarda-Huch- und Gerhart-Hauptmann-Schule werden direkt erschlossen. Die Heinrich-Heine- und die Max-Eyth-Schule mit dem HLL liegen in der Nähe.

Welches Pedal taugt für welchen Radler

Änderungen seien im Detail noch möglich, betont Ockel. Ein komplett anderer Verlauf sei aber auszuschließen, da die Strecke ja an die der benachbarten Städte anschließen muss. Die CDU war bereits 2016 für eine Route entlang der Bahn und blieb nun bei ihrem Nein. Während der Großteil über vorhandene Straßen führt, ist es mit der Planung des Übergangs der Dreieichbahn in der Theodor-Heuss-Straße etwas komplizierter. Da müsse es noch Gespräche mit der Bahn geben, so Ockel. Möglich sei eine Signalanlage mit Halbschranken. Die Querung, die als sogenanntes Sonderbauwerk eingestuft wird, soll bis zum Abschluss des kompletten Direktwegs 2022 umgesetzt werden.

In der Fragestunde wurde Ockel immer wieder auf die Kosten angesprochen, die auf Dreieich zukommen könnten. Mit Verweis auf die anstehende Planung konnte er dazu noch keine Aussage machen. Allerdings dürften die Kosten und der Unterhalt wegen des Verlaufs über die überwiegend vorhandenen Straßen überschaubar bleiben. Teurer würde es bei einer Bahnunterführung werden. Thomas Müller, Leiter des Fachbereichs Ordnung, konnte auch der Befürchtung entgegentreten, dass durch den Raddirektweg Parkplätze wegfallen könnten. Nur in der Poststraße müsste eine kleine Ausweichstelle geschaffen werden.

Ockel ging auch auf verschiedene weitere Aspekte wie die Beleuchtung ein. Aus Naturschutzgründen wird in der freien Natur an einen nachts reflektierenden Asphalt gedacht.

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