Raddirektweg:

Gegen Zick-Zack-Kurs

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Der Raddirektweg soll durch einen Teil der Breslauer Straße führen. Mit der Route ist die CDU nicht einverstanden.

Dreieich - „Wir sind die Spielverderber der Debatte.“ Mit diesen Worten leitet CDU-Fraktionschef Hartmut Honka in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses die Einbringung eines Änderungsantrags zur Raddirektverbindung zwischen Darmstadt und Frankfurt ein. Von Holger Klemm 

Die in der Vorlage des Magistrats vorgeschlagene Route durch Dreieich ist der Union schon lange ein Dorn im Auge, da sie zum Teil im „Zick-Zack“ durch schmale Straße mitten in Sprendlinger Wohngebieten führt und unmittelbar neben dem großen Spielplatz im Wald zwischen den Ringen verläuft. Von einer Direktverbindung könne deshalb keine Rede sein.

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Die CDU bringt dagegen zwei andere Strecken ins Gespräch. Dabei handelt es sich um die vom Regionalverband selbst vorgeschlagene Alternativvariante entlang der Bahnlinie, die aber wegen des Bannwaldes schwer zu realisieren sei, oder eine Route durch die August-Bebel- und Hegelstraße, die an das Langener und Neu-Isenburger Teilstück angeschlossen werden könnte. Durch geeignete Maßnahmen wie auf der Frankfurter oder Fichtestraße dürfte eine Einbindung einer Raddirektverbindung in der anstehenden Umgestaltung der Bebel-Straße möglich sein. Eine erneute Vorlage an die Stadtverordneten soll zudem erst erfolgen, wenn konkrete und belastbare Zahlen vorliegen.

Unterstützung kommt von Prof. Dr. Friedrich Thießen (FWG). Die Radfahrer würden sich schon die für sie beste Strecke suchen und die vorgeschlagene Route durch das Gassengewirr meiden. Maximilian Müger (AfD) meldet dagegen Bedenken wegen der stark befahrenen August-Bebel-Straße an. Oliver Heidecker (FDP) begrüßt zwar das Projekt des Direktweges, bedauert aber, dass es noch keine Angaben zu den möglichen Kosten gibt. Deshalb will sich die FDP enthalten.

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Erster Stadtrat Martin Burlon betont, dass ein grundsätzliches Bekenntnis der Stadt zum Raddirektweg verlangt wird. Im Planungsprozess seien Änderungen der vorhergesehenen Route aber nicht ausgeschlossen. Skeptisch zeigt er sich aber zur August-Bebel- und Hegelstraße. Eine Fahrradstraße sei nun einmal etwas anderes als Radstreifen, wie es sie auf der Frankfurter Straße gibt. Burlon bedauert es ebenfalls, dass zu den Kosten noch nichts gesagt werden könnte. Allerdings läge bislang keine Planung vor.

Grünen-Fraktionschef Roland Kreyscher schlägt vor, die von der CDU angeregte Änderung als ergänzenden Prüfantrag ins Protokoll aufzunehmen. Doch Honka bezweifelt selbst, die ursprüngliche Vorlage und den Änderungsantrag in Einklang bringen zu können, da der Änderungsantrag die vorgeschlagene Route ablehnt. Bedenken werden auch laut, dass bei einer Ablehnung der Vorlage der Dreieicher Teil des Raddirektweges entfallen könnte.

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Mit den Stimmen der SPD, Grünen und der FDP wird schließlich der Änderungsantrag der CDU abgelehnt und die Magistratsvorlage mit sechs Ja-, fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen angenommen.

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