Hoffnung auf Weg an der Bahn

Radschnellverbindung: Dreieicher SPD-Fraktion testet „Sprendlinger Beule“

Mitglieder der Dreieicher SPD-Fraktion um Vorsitzenden Holger Dechert (rechts)
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Haben fürs Stadtradeln fleißig Kilometer gesammelt: Vom Sprendlinger Abschnitt der Radschnellverbindung waren die Mitglieder der SPD-Fraktion um Vorsitzenden Holger Dechert (rechts) nicht voll überzeugt.

Der ADFC-Ortsverband Langen/Egelsbach hat sich die Mühe gemacht und gezählt. 14 Mal müssen Radler nach links oder rechts abbiegen, wenn sie auf dem aktuell ausgeschilderten Dreieicher Abschnitt der Radschnellverbindung zwischen Frankfurt und Darmstadt unterwegs sind. Wer zügig mit dem Bike durch Sprendlingen will, wird die Route deshalb nicht ernsthaft in Betracht ziehen. Die detaillierte Planung steht noch aus, Proteste von Anwohnern gibt es indes schon zuhauf.

Dreieich - Das Stadtradel-Team der Dreieicher SPD-Fraktion ist jüngst die „Sprendlinger Beule“ abgefahren. Siegfried Kolsch, Vertreter der Partei am Runden Tisch Radverkehr der Stadt, erläuterte den Verlauf. „Bis diese Strecke zu einer funktionierenden Radschnellverbindung wird, ist noch einiges zu tun. Das Drängelgitter an der Überquerung der Dreieichbahngleise wird dabei hoffentlich durch eine Signalisierung oder Schranke ersetzt werden“, meint SPD-Fraktionschef Holger Dechert.

Seine Fraktion hoffe, dass die von Anwohnern geäußerten Sorgen und Bedenken im Zuge der weiteren Detailplanung ausgeräumt werden können. Dechert: „Zum Beispiel wäre zu prüfen, ob auf der Westseite der Erich-Kästner-Straße noch ein Radweg erforderlich ist, wenn diese Straße zur Fahrradstraße wird und ob mit einem Rückbau dieses Radwegs wegfallende Parkplätze kompensiert werden können.“

Und noch eine Hoffnung hegen die Sozialdemokraten nach den Worten ihres Fraktionsvorsitzenden. Nämlich die, dass die Streckenführung durch Sprendlingen „vielleicht nur zur vorübergehenden Lösung wird und nach Realisierung der Regionaltangente West die Planungen für einen Radschnellweg entlang der S-Bahnstrecke wieder aufgenommen werden können“.

Nach der Tour mit den Kollegen testete Holger Dechert weitere Teile der Radschnellverbindung. „Bereits in Langen war jedoch Schluss mit schnell, da die Radverbindung durch eine Baustelle unterbrochen war, ohne dass es für Radfahrer eine Umleitungsbeschilderung gegeben hätte, sodass ich mir den Weg durch die angrenzenden Wohn- und Industriegebiete suchen musste und hinter Langen wieder eine Familie vor mir hatte, die ich kurz nach Sprendlingen schon mal überholt hatte.“

Zwischen Langen und Egelsbach sei die Strecke derzeit noch so verschlungen, dass die Verbindung ebenfalls nicht als schnell bezeichnet werden könne. „Erst der Abschnitt ab Egelsbach ist traumhaft ausgebaut und ermöglicht es, dass man sogar noch besser vorankommt als auf der B  3“, schwärmt der Lokalpolitiker, der sonntags mit dem Rad schon mal nach Karlsruhe zur Arbeit fährt.

Zurück nach Sprendlingen. Wie beurteilt der ADFC Langen/Egelsbach die Situation? Die Trasse mache Sinn, so Vorsitzender Werner Weigand. „Zukünftig wird man auf wenig befahrene Straßen geleitet und erreicht (hoffentlich) zügig das Bürgerhaus, das Haus des lebenslangen Lernens, mehrere Schulen, die Arbeitsplätze und die Einkaufsmärkte im Norden Sprendlingens und auch der Weg in die Mitte Neu-Isenburgs schließt sich an. Insofern ein riesiger Fortschritt. Da auch auf einer Direktverbindung Frankfurt-Darmstadt die meisten Nutzer nicht die gesamte Strecke radeln, macht es Sinn, die zweifellos großen Zwischenpotenziale direkt einzubinden.“

Wer aber von Langen oder weiter südlich nach Frankfurt oder in den Westen Neu-Isenburgs wolle, werde die „Beule“ meiden, so Weigand. Der ADFC hofft auf die sogenannte Sommerroute an der Bahn. In Langen erschließe sie mit den Arbeitsplätzen im Neurott und der geplanten „Westumfahrung“ zusätzliche wichtige Potenziale. (Von Frank Mahn)

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