„Beule muss ausscheiden“

Radschnellweg in Dreieich: Anwohner-Initiative fordert Beteiligung bei Routenplanung

Bei den Diskussionen um den Radschnellweg in Dreieich sei „viel Vertrauen verspielt worden“, bemängelt die Bürgerinitiative.
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Bei den Diskussionen um den Radschnellweg in Dreieich sei „viel Vertrauen verspielt worden“, bemängelt die Bürgerinitiative.

Für die „Freunde des Radschnellwegs in Dreieich“ steht fest: Die sogenannte Beule, also der durch Sprendlingen führende Abschnitt des Radschnellwegs zwischen Darmstadt und Frankfurt, darf in der weiteren Planung keine Rolle mehr spielen. Zugleich fordert die Anwohner-Initiative, die sich für die „Sommerroute“ entlang der Main-Neckar-Bahnlinie ausspricht, die umgehende Beteiligung an der Erörterung alternativer Routen.

Dreieich – Manfred Ockel, Geschäftsführer der bei der Planung federführenden Regionalpark Südwest GmbH, hatte eine solche Prüfung vor ein paar Tagen angekündigt. Denn: Der bis dato für Sprendlingen angedachte Streckenverlauf ist mit etlichen Problemen behaftet, so müssten die Radler allein 15 Knotenpunkte passieren. Zudem seien viele Straßen nicht breit genug, hatte Ockel in einem Schreiben an Magistrat und Stadtverordnete festgestellt.

Es sei erfreulich, „dass die zahlreichen Problemstellen nun offiziell erkannt wurden und die Beule jetzt als Variante ausscheiden muss“, konstatieren die beiden BI-Sprecher Hans-Hartwig Löwenstein und Bruno Wagner. Jetzt sei der ideale Zeitpunkt gekommen, um mit den Bürgern und Anwohnern gemeinsam die beste Lösung zu finden, freuen sich die Radfreunde.

Die von Ockel erwähnte Bürgerbeteiligung findet die BI gut. Sie fordert aber, dass die Bürger bereits bei der Auswahl der nun neu zu untersuchenden Trassen mit Vorschlägen und Ideen gehört werden. Als positives Beispiel führen die Sprecher die Stadt Darmstadt an, die mit Bewohnern derzeit sechs Routen diskutiere.

Nach Gesprächen mit Parteienvertretern hat sich bei der BI der Eindruck verfestigt, „dass niemand mehr wirklich hinter der Beule steht und die Gefahr von Fehlplanung und Fehlinvestition gesehen wird“. Zudem hätten die Politiker nur vage Aussagen darüber gemacht, warum sie 2018 gegen die Route entlang der Bahntrasse gestimmt haben. „Keines der von uns hinterfragten, angeblichen Hindernisse konnte mit Quellen belegt werden“, so Löwenstein und Wagner. Als Hauptargument sei immer wieder der Bannwald genannt worden. „Aber es gibt auf der Dreieicher Gemarkung keine Route, für die im Wald nicht eine gewisse Strecke asphaltiert werden müsste, so auch für die Fortführung der Beule im Wald nach Isenburg“, so die BI-Sprecher.

Nach Auffassung der Initiative muss jetzt vor allem wieder über die Strecke entlang der Bahntrasse diskutiert werden. Die BI hofft, „dass sich die Stadtverordnetenversammlung die Auswahl der möglichen Trassen nicht noch einmal aus der Hand nehmen lässt und die Neuplanung zur Untersuchung mehrerer Varianten beschließt“. Mit dem Vorschlag Ockels, nur eine alternative Route zu suchen, könne sich der gleiche Fehler wiederholen, der bereits bei der Beule gemacht worden sei.

„Bei diesem Thema ist viel Vertrauen verspielt worden“, bedauert die Initiative und wünscht sich eine transparente Vorgehensweise und einen bürgernahen Dialog. (fm)

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