Raserei in der Eleonorenanlage

Anwohner sauer: 70 in der Tempo-30-Zone

+
Seit Jahren ärgern sich Anwohner der Eleonorenanlage über Raserei vor ihrer Haustür – trotz Tempo-30-Zone.

Buchschlag - „Müssen erst Menschen sterben, damit etwas unternommen wird?“, fragt Andreas Keil. Seine Familie hat die Raserei in der Eleonorenanlage satt und fordert striktere Maßnahmen. Von Manuel Schubert

Bereits vier Katzen der Familie ließen innerhalb von sieben Jahren vor der Haustür ihr Leben – obwohl die Keils inmitten einer Tempo-30-Zone leben.

Er wage zu behaupten, sagt Keil, dass mehr als 30 Prozent der Fahrzeuge deutlich über 70 Stundenkilometer fahren. „Ich habe von meinem Zimmer aus das Heranrauschen des Autos und den Aufprall gehört, als unser Kater erfasst wurde“, berichtet er vom jüngsten Verlust seines Haustiers. Der Fahrer habe noch nicht einmal gebremst und sei mit unverminderter Geschwindigkeit „davongerauscht“.

„Inoffizielle Rennstrecke Buchschlags“

Seine Frau Astrid Kliem-Keil spricht von der „inoffiziellen Rennstrecke Buchschlags“. Sie glaubt, den Grund für die Raserei zu kennen: „Viele nutzen die Straße zur Umgehung der Schranke – da wäre es ja ärgerlich, wenn diese schon wieder geöffnet wäre, bevor man dort ankommt.“ Die Eleonorenanlage führt zu einer Unterführung im Norden Buchschlags, mit deren Hilfe Taxis und Busse den Bahnübergang schnell umfahren können. Am meisten gerast werde „zu den Stoßzeiten, wenn alle zur Arbeit fahren oder schnell nach Hause wollen“.

Der Leiter des Fachbereichs Bürger und Ordnung, Heinz-Thomas Müller, ist verwundert: „In der Eleonorenanlage wird beidseitig geparkt – so schnell kann man da gar nicht fahren.“ Die Keils wohnen jedoch gegenüber einer Bushaltestelle – dort gilt Parkverbot. Hinzu kommt, dass die Grundstücke im Norden der Straße relativ breit sind und teilweise Stellplätze beinhalten. Daher stellt zumindest in diesem Abschnitt fast niemand sein Auto ab.

Letzte Geschwindigkeitsmessung vor zwei Jahren

Solche Schilder sollen bei Autofahrern für mehr Rücksicht werben.

Die letzte Geschwindigkeitsmessung in der Eleonorenanlage liege bereits zwei Jahre zurück, erklärt Karin Eisenhauer, Leiterin des Ressorts Sicherheit und Ordnung. Damals habe es lediglich zwei Verwarnungen gegeben. Bei zwei weiteren Messungen habe man davor immerhin zwölf beziehungsweise 18 Verwarnungen ausgesprochen. Die Höchstgeschwindigkeit liege jedoch bei allen drei Messungen unter 50 Stundenkilometern. „Wenn es Bedenken bei den Anwohnern gibt, können wir bald mal wieder hinfahren und kontrollieren“, verspricht Eisenhauer.

„Gelegentliche Geschwindigkeitsmessungen halte ich eher für wenig sinnvoll“, entgegnet Astrid Kliem-Keil. „Aber besser als gar nichts.“ Wesentlich effektiver wären ihrer Meinung nach eine fest installierte Messanlage oder Schwellen auf der Fahrbahn.

Doch am stärksten appelliert die Familie an die Vernunft der Autofahrer. Mehrere Schilder haben die Keils bereits in ihrem Garten aufgestellt. „Wünschenswert wäre ein rücksichtsvoller Umgang von allen mit allen“, so Kliem-Keil. „Denn Rücksicht ist besser als Nachsicht.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare