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Reaktionen zum A661-Gutachten

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Von: Frank Mahn

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Das Baugebiet Heckenborn in Sprendlingen wächst und wächst. Die Lärmschutzwand, von der die Bewohner profitieren, bereitet den Dreieichenhainer Anwohnern auf der anderen Seite der Autobahn schlaflose Nächte. Dagegen wehrt sich die BI A 661. Sie will notfalls gerichtlich den Bau einer zweiten Wand durchsetzen.
Das Baugebiet Heckenborn in Sprendlingen wächst und wächst. Die Lärmschutzwand, von der die Bewohner profitieren, bereitet den Dreieichenhainer Anwohnern auf der anderen Seite der Autobahn schlaflose Nächte. Dagegen wehrt sich die BI A 661. Sie will notfalls gerichtlich den Bau einer zweiten Wand durchsetzen. © ms

Dreieich - Nachdem die Bürgerinitiative A 661 Ergebnisse des von ihr in Auftrag gegebenen Gutachtens zum Lärmschutz vorgelegt und die Fraktionen damit konfrontiert hat, sind die Politiker in Zugzwang. Von Frank Mahn

Erste Reaktionen ließen – knapp zwei Wochen vor der Wahl wenig verwunderlich – nicht lange auf sich warten. Hartmut Honka, Landtagsabgeordneter und Dreieicher CDU-Chef, hat sich nach eigenem Bekunden erneut an Tarek Al-Wazir (Grüne) gewandt und den hessischen Verkehrsminister um eine Einschätzung gebeten – vor dem Hintergrund der im Gutachten genannten Werte, so Honka. Al-Wazir habe ihm bereits 2015 zugesagt, dass Hessen Mobil die Lärmsituation an der A 661 überprüfen werde, wenn im Sommer die neuesten Verkehrszahlen vorliegen. „Eventuell führt ja bereits die vom Gutachter der BI A 661 festgestellte Anordnung eines ganztägigen Tempolimits von 80 km/h zu der berechneten Pegelminderung von bis zu 3,6 dB(A), also zu einer signifikanten Verbesserung. Diese wäre dann nicht nur eine günstige, sondern eine vor allem absolut kurzfristig umsetzbare Lösung“, hofft Honka. Auf die Forderung der Anwohner nach einer Lärmschutzwand geht er nicht ein.

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Ganz anders die FWG. Sie sieht sich durch die Expertise bestätigt und macht sich nach wie vor für den Bau einer Wand auf der Ostseite der Autobahn stark. Die Bereitschaft der Dreieichenhainer Anwohner, sich finanziell zu beteiligen, müsse von der Stadt honoriert werden, meinen Stadtverordneter Helmut Sauer und Holger Gros, FWG-Vorsitzender und Spitzenkandidat. Nach Einschätzung der Freien Wähler hat die Stadt mit dem Bebauungsplan Heckenborn eine Ursache für den zusätzlichen Lärm geschaffen, sie müsse nun auch zur Minderung beitragen. Aufgrund der kräftig sprudelnden Steuereinnahmen sei die Stadt dazu in der Lage, sind sich Gros und Sauer einig. Allein für das abgelaufene Jahr 2015 sei mit einem Ergebnisüberschuss von mehr als sieben Millionen Euro zu rechnen.

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Von einem Schildbürgerstreich spricht die FDP. „Da baut eine Stadt eine Mauer, um ein neues Wohngebiet vor Verkehrslärm zu schützen – mit dem Ergebnis, dass die Mauer den Schall auf das gegenüberliegende Wohngebiet lenkt“, sagt Fraktionschef Alexander Kowalski. Seine Partei sieht die Stadt in der Pflicht. Nach ihrer Auffassung muss die Kommune „schnellstmöglich die Fehlplanung beim Schallschutz mit geeigneten Maßnahmen korrigieren und damit der Beeinträchtigung der Lebensqualität begegnen.“ Eine zeitnahe eigene Lösung könne nur eine Schallschutzmauer sein, so Kowalski. Um die Kosten zu stemmen, müsse allerdings ein anderes Projekt vorerst „geschoben“ werden.

Grünen-Fraktionschef Roland Kreyscher hat den Magistrat gebeten, sich in seiner gestrigen Sitzung mit den Ergebnissen des Gutachtens zu befassen, um der Politik dann eine erste kurze Bewertung zukommen zu lassen. „Aus meiner Sicht wäre zunächst dringlich zu klären, ob und wenn ja welche Auswirkungen das unterlassene Planfeststellungsverfahren zum Bau der Lärmschutzwand für den Heckenborn haben könnte und inwieweit die Stadt hier im Obligo ist.“ SPD und FDP hätten dieses Schritt „spontan begrüßt“, berichtet Kreyscher.

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