Magistrat fordert Änderungen

RTW: Mit aller Kraft für die beste Lösung

Dreieich - Magistrat und Stadtverordnete stemmen sich mit aller Kraft gegen die von der RTW-Planungsgesellschaft vorgesehene Änderung am Bahnhof Buchschlag. Der Haupt- und Finanzausschuss hat eine von der Stadtregierung formulierte Stellungnahme einstimmig abgesegnet. Von Frank Mahn

Am Dienstagabend nach kurzer Beratung beschlossen, dürfte sie mittlerweile bei der Planungsgesellschaft für die Regionaltangente West vorliegen. Peter Graff (Grüne) fand lobende Worte für den Magistrat, der mit aller Deutlichkeit formuliert habe, dass er die kurzfristige Umplanung ablehne. Wie berichtet, sind Dreieich und auch andere Anrainerkommunen der Dreieichbahn bis vor ein paar Wochen von einem Mittelbahnsteig in Buchschlag ausgegangen, der ein unkompliziertes und schnelles Umsteigen von der einen in die andere Bahn ermöglicht. Für die Stadt ist diese Voraussetzung ein ganz wesentliches Kriterium, um die Attraktivität des ÖPNV zu steigern.

Doch die Planungsgesellschaft mit ihrem Geschäftsführer Horst Amann vollzog einen Schwenk. Sie präferiert jetzt aus Kostengründen einen Außenbahnsteig, diese Variante kommt zwischen drei und vier Millionen Euro günstiger. Doch die Absicht, an dieser Stelle zu sparen, hat einen gewaltigen Haken: Die Wege für die Pendler werden erheblich länger. Kunden mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl müssten nach Berechnungen aus dem Rathaus gar einen Umweg von 150 Metern in Kauf nehmen. Aus Sicht der Stadt ist das eine nicht hinnehmbare Planung, die Bürger mit eingeschränkter Mobilität diskriminiert.

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Das ist nicht das einzige Manko. Für eine etwaige spätere Durchbindung der RTW auf die Dreieichbahn müsste ein erneutes Planfeststellungsverfahren in Gang gesetzt werden. Nicht einverstanden ist der Magistrat zudem damit, dass allein die Stadt für die Finanzierung weiterer Parkplätze am Buchschlager Bahnhof aufkommen soll. Aus diesen Gründen fordert die Stadtregierung die Planungsgesellschaft auf, den Entwurf „dringend zu überarbeiten“.

In der Stellungnahme erinnert der Magistrat daran, dass es für den Mittelbahnsteig eine breite Übereinstimmung gegeben habe. Unter dem damaligen Geschäftsführer und Amann-Vorgänger Rolf Valussi hieß es im Mai 2017, eine Gemeinschaftshaltestelle sei die einzig vernünftige Lösung für Buchschlag. Das Land sei dieser Auffassung gefolgt und werde sie gegenüber dem Bund vertreten. Und: „Weitere (preiswertere) Alternativen werden wir in der Planfeststellung nicht mehr anführen.“ Noch im November hatte Amann im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie den Mittelbahnsteig als Lösung vorgestellt. Kein Wunder also, dass die Verantwortlichen im Rathaus vor ein paar Wochen aus allen Wolken fielen, als die Änderung durchsickerte.

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Für Verärgerung, nicht nur bei Magistrat und Stadtverordneten, haben auch die Planunterlagen an sich gesorgt, die im Zuge der sogenannten frühen Öffentlichkeitsbeteiligung als Grundlage zur Information von Kommunen und Allgemeinheit dienen sollen. Aus der Bevölkerung wurden ebenfalls Klagen laut – über Unleserlichkeit und Unverständlichkeit. Das gilt im Besonderen für die mangelhaften Zeichnungen, mit denen sich selbst Fachleute schwertun.

Die Dreieicher sind mit ihrem Widerstand nicht allein. Auch die Stadtverordneten in Rödermark haben sich in dieser Woche einstimmig gegen die vorgestellte Variante ausgesprochen.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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