Neustart ist für Herbst vorgesehen

Restaurant im Bürgerhauskomplex begehrte Location

Auf den Stühlen im Restaurant sollen ab Herbst wieder Gäste sitzen und sich kulinarisch verwöhnen lassen. Bis dahin lässt Benjamin Halberstadt noch die Küche umbauen.  (c)Fotos: ms

Dreieich - Seit etwas mehr als zwei Jahren ist das Restaurant im Bürgerhauskomplex verwaist. Im Januar 2014 hatte der letzte Pächter aufgegeben, im Herbst wird es einen Neustart geben. Von Frank Mahn

Der Betriebsleiter der Bürgerhäuser, Benjamin Halberstadt, hat die Zeit des Leerstands genutzt, ein neues Konzept und einen Sanierungsplan erarbeitet. Interessenten für das Objekt hat er zuhauf. Benjamin Halberstadt, sein Vater Gustav war früher Chef des 1972 eröffneten Bürgerhauses, kann sich noch an die glorreichen Jahre erinnern, als das Restaurant über die Stadtgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf hatte. Den hatte Mauro Tonini begründet, der Italiener war weithin für sein Essen bekannt. „Zweimal die Woche kam ein Laster mit frischen Lebensmitteln aus Italien. Wir haben als Kinder mitgeholfen und Kisten ins Lager geschleppt“, erzählt Halberstadt. Die Zeiten sind lang passé, Tonini hörte in den 90er Jahren aus gesundheitlichen Gründen auf. Seither gaben sich diverse Pächter die Klinke in die Hand, blieben mal länger, mal kürzer. Glücklich wurde keiner, auch Benjamin Halberstadt nicht, der vor elf Jahren die Leitung des Eigenbetriebs Bürgerhäuser Dreieich übernahm.

Aus dem Jahr 2008 datiert die Umgestaltung des Lokals, das samt Nebenraum 240 Quadratmeter groß ist und insgesamt Platz für 120 Gäste hat. Auf der Terrasse kommen noch 70 Plätze dazu. „Wir haben das Restaurant damals vom Charme der 70er befreit“, sagt Halberstadt und grinst. Er denkt zum Beispiel mit Grausen an die riesige Treppe, die zu den Toiletten führte. „Das sah aus wie ein U-Bahn-Eingang.“ Doch trotz schicker Optik und moderner Ausstattung blieb die Verpachtung ein Problem. Das will Halberstadt jetzt mit einem neuen Konzept ändern.

Neuer Pächter muss sich nur um das Lokal kümmern

Bis dato war der Pächter für den gesamten Gastro-Service im Haus zuständig, also auch bei Veranstaltungen im Saal, für die Kegelbahn und so weiter. Doch Gastronomen, die diese Herausforderungen stemmen können, wachsen nicht auf Bäumen. Halberstadt hat dem Magistrat und der Betriebskommission deshalb vorgeschlagen, den Restaurant-Betrieb und das Catering für die Halle zu trennen – eine Idee, die bei allen gut ankam. Ein neuer Pächter muss sich also nur um das Lokal kümmern. „Wenn er will, kann er bei Veranstaltungen auch die Bewirtung übernehmen, er muss es aber nicht“, erläutert Halberstadt.

Den Strategiewechsel hat er bereits im vergangenen Jahr eingeleitet. Seither dürfen die Dreieicher Vereine oder andere Dauermieter ihren Caterer – zum Beispiel bei Faschingssitzungen – frei wählen. Das heißt, sie können die Verpflegung der Gäste auch selbst übernehmen und dadurch ihre Kasse aufbessern. Dabei könnten ja durchaus Vereine kooperieren, meint der Bürgerhaus-Chef. Oder die Veranstalter engagieren sich einen Party-Service fürs Essen und verkaufen nur die Getränke.

Prominenz bei Pizzeria-Eröffnung

Zu den Voraussetzungen für einen erfolgreichen Neustart gehört der Umbau von Küche samt Technik wie Lüftungsanlage, Lager- und Personalräumen. Aus einer Küche werden zwei, eine fürs Restaurant, eine fürs Catering mit separatem Eingang. Beide können auch zusammen genutzt werden. „Wir müssen den Stand von 1972 auf den von 2016 bringen“, macht Halberstadt deutlich. Das dient auch dazu, die immensen Energiekosten zu senken. Anfang der 70er war das kein Thema, die Küche hat eine Dimension, als sollten dort Kompanien bekocht werden.

Das Restaurant bleibt im Übrigen von der Ausstattung so, wie es ist. Anderthalb Dutzend Bewerber haben Interesse bekundet. Viele haben Erfahrung, betreiben eine Gaststätte und suchen nach einem zweiten Standbein. Andere stehen vor einem Neubeginn, weil ihnen ihr Vermieter gekündigt hat. Eine Entscheidung soll im Juni fallen, bis Ende April sind noch Bewerbungen möglich. Und was soll auf den Teller kommen? Halberstadt kann sich gut-bürgerlich mit mediterranen Einflüssen vorstellen. Für den Umbau kalkuliert er mit Kosten von 300.000 Euro. Das Geld hat Halberstadt auf die hohe Kante gelegt, indem er das Budget des Eigenbetriebs über mehrere Jahre nicht aufbrauchte. Darauf, keine zusätzlichen Mittel aus der Stadtkasse zu brauchen, sei er schon ein bisschen stolz, sagt er.

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