Robert Wörner aus Sprendlingen

Dreieicher bei der Frankfurter Kammeroper

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Robert Wörner hat sich neben seinem Sanitätsberuf auch künstlerisch einen Namen gemacht. Zurzeit steht der 46-Jährige auf der Bühne der Frankfurter Kammeroper.

Dreieich - „Das geht nur, wenn man konsequent ist und gut organisiert.“ In Sprendlingen ist Robert Wörner in erster Linie als Besitzer eines Sanitätshauses und einer mobilen Hauskrankenpflege bekannt. Doch daneben gibt es auch eine künstlerische Seite von ihm. Von Holger Klemm 

Wörner hat sich nicht nur der Musik verschrieben, er ist auch als Schauspieler aktiv. Zurzeit steht er bei der Frankfurter Kammeroper auf der Bühne. Die Musik und die Schauspielerei bieten Entspannung und Ausgleich zu einem Berufsleben, das ihn mit Krankheit und Tod konfrontiert. Entgegen kommt Wörner, dass oft am Wochenende gedreht wird und die aktuellen Aufführungen der Kammeroper abends stattfinden – und er so die Termine mit seinem eigentlichen Beruf unter einen Hut bringen kann. Bereits in jungen Jahren entdeckte er sein Herz für die Musik, entschied sich dann aber für eine „normale“ Berufsausbildung. Sein Spiel auf der Gitarre, das ihm sein Vater beibrachte, blieb reine Privatsache – bis er einmal auf einer Feier vorspielte und begeisterte. Die Reaktionen ermutigten ihn, seinen Song im Netz hochzuladen – mit Folgen. Mittlerweile hat er mehrere Stücke auf CD veröffentlicht, doch nicht nur das.

Die Musik öffnete ihm auch die Tür zum Fernsehen, wo er in den unterschiedlichsten Produktionen und auch Werbeclips mitwirkte. Bei der Gesangsshow „The Winner is...“ von Sat 1 mit Linda de Mol wirkte er in der Jury mit. Auftritte gab es beispielsweise in der Lindenstraße oder der Soap „Alles was zählt“. „Je unterschiedlicher, desto besser“ lautet das Motto des 46-Jährigen. „In einigen Rollen kann man ausleben, was unter normalen Bedingungen im realen Leben nicht wünschenswert wäre“, sagt er. Seine Tätigkeit vor der Kamera weckte schließlich bei ihm den Ehrgeiz, die Schauspielerei richtig zu lernen. So fing er bei der Academy of Stage Arts in Oberursel mit dem Schauspiel- und Gesangsunterricht an. Im Sommer steht der Abschluss an.

Und er sieht gute Chancen, weiterhin vor der Kamera und auf der Bühne tätig zu sein. „In meiner Altersgruppe gibt es viele Frauen, aber bei weitem nicht so viele Männer.“ Und auf die warten zahlreiche Rollen. Über die Ausbildung in Oberursel entstand auch der Kontakt zur Kammeroper – verbunden mit neuen Erfahrungen. „Ich stand bislang eher vor der Kamera.“ Einen Fehler könne man da leicht korrigieren, indem die Szene neu gedreht wird. Anders sehe es auf der Bühne aus. Und Wörner hätte nie gedacht, dass er es einmal mit der Musik der Dreigroschenoper zu tun bekommt. Doch seine Auftritte als Konstabler noch bis zum 18. März in der Heilig-Geist-Kirche im Frankfurter Dominikanerkloster machen ihm großen Spaß. „Es ist schon sehr beeindruckend.“

Parallel dazu läuft die Beschäftigung mit der Musik weiter. „Sie berührt und löst Emotionen aus.“ Wenn er seine Gitarre in Händen hält und zu spielen beginnt, fallen ihm rasch neue Songs ein. „Ich komme schnell auf einen Refrain.“ Gerade ist sein Song „Omnibus Blues“ herausgekommen, der auch im Radio zu hören sein wird. Wichtig ist ihm nicht nur die musikalische, sondern auch die inhaltliche Seite. Seine Songs, in die viele eigene Erlebnisse einfließen, sollen eine Aussage haben. Ein Beispiel dafür ist „Omnibus Blues“. Dabei geht es um einen Mann, der sich gerade darüber ärgert, den Bus verpasst zu haben, und dem Fahrer die Schuld gibt, da er zu früh gekommen sei. Doch dann stellt sich heraus, dass seine Uhr nachging. „Wir sollten manchmal viel gelassener sein.“

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Wörner scheut auch nicht davor zurück, ernste Themen anzupacken – wie beim Song „Children of the World“, den er mit anderen Sängern aufgenommen hat und der sich mit schlimmen Dingen beschäftigt, die Kindern widerfahren. „Doch wer sagt, dass ernste Themen schwermütig rübergebracht werden müssen, um die Leute zu sensibilisieren?“, fragt der Musiker. Deshalb hat er „Children of the World“ als eher peppigen Song angelegt. In eine musikalische Schublade möchte sich Robert Wörner nicht stecken lassen. Auch wenn sein neuer Song „Omnibus Blues“ heißt, ist er klein Blues-Sänger. Er mag Soul und Rap ebenso wie Singer/Songwriting. Auf seiner neuen CD, die gerade in Arbeit ist, wird auch Dance Music zu hören sein. Die nächsten Songs sind schon in der Mache. Wörner: „Wenn ich mit der Musik Menschen erreichen kann, bin ich glücklich.“

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