Neunjähriger trumpft beim hessischen Kids-Cup auf

Robin Höhne: „Ich werd’ Ski-Rennfahrer“

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Einen Platz auf dem Treppchen ergattert Robin Höhne immer häufiger. Der Hainer eifert Abfahrtsstar Andreas Sander nach.

Dreieichenhain - Die Leidenschaft, die der deutsche Abfahrtsstar Andreas Sander an den Tag legt, gab den Ausschlag: Robin Höhne (9) aus Dreieichenhain will Ski-Rennfahrer werden. Inzwischen trainiert das Nachwuchstalent bei der SSG Odenwald – und fährt erste Rennerfolge ein. Von Patrick Leonhardt 

Der junge Dreieicher hat – wie soll es auch anders sein – Ski begeisterte Eltern und stand mit zweieinhalb Jahren bereits das erste Mal auf den schmalen Brettern. Dass er gleich sein erstes Rennen gewann, förderte seinen Ehrgeiz zusätzlich. Mit vier Jahren nahm der junge Dreieicher erstmals an den Deutschen Apotheker-Skimeisterschaften teil, die der Bayrische Skiverband gemeinsam mit einem Pharmagroßhandel ausrichtet.

Bei der legendären Lauberhorn-Abfahrt in Wengen lernte die Familie dann Andreas Sander kennen und fragte sich (und ihn), wie ein Flachlandtiroler zum Skifahren kommt. Denn in seiner Heimat in Nordrhein-Westfalen liegt wohl ebenso selten Schnee wie in Dreieich. Die Auflösung des Rätsels: Mit 15 Jahren zog Sander nach Bayern, um sich vermehrt auf das Skifahren konzentrieren zu können. Robin gab er mit auf den Weg, den Skisport mit Ehrgeiz und Leidenschaft zu betreiben – der junge Dreieicher war sofort Feuer und Flamme.

„Allerdings war es schwer, einen Verein zu finden, der sich für die Jugend engagiert“, erklärt Mama Cornelia Höhne. Bei der SSG Odenwald wurden sie schließlich fündig, der Verein kümmert sich rührend um den Nachwuchs. Wann immer es möglich ist, steht an den Wochenenden für einen oder zwei Tage Skifahren auf dem Programm. „Die Hausaufgaben macht er anschließend. An Tagen mit Skifahren geht das wesentlich problemloser als an Tagen ohne“, schmunzelt Cornelia Höhne. Sohn Robin hat am Skifahren einen Riesenspaß, bei der SSG wurde schnell sein Talent erkannt. „Das Training hat mit normalen Skikursen wenig zu tun. Der Fahrstil ist ein ganz anderer“, sagt Cornelia Höhne. Der Hessische Skiverband ist in vier Bezirke aufgeteilt, Robin trainiert im Bezirk West. Zum Beispiel in der Skihalle im niederländischen Landgraaf, ab Herbst aber auch in Sölden oder Ischgl. Im Sommer sind die Nachwuchsskifahrer im Odenwald unterwegs: auf Inlinern, weil der Bewegungsablauf dem des Skifahrens sehr ähnlich ist.

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Rennen werden natürlich auch gefahren. In Hessen organisiert der Skiartikelhersteller Head den Kids-Cup mit 14 Rennen, die über die gesamte Saison verteilt sind. Bei seiner Premiere im vergangenen Jahr belegte Robin in der Endabrechnung der U10 den sechsten Platz. Bei den Südhessischen Meisterschaften in Hochhäderich im Bregenzerwald erreichte der junge Dreieicher kürzlich zwei zweite Plätze. Bei der Hessischen Alpinen Skimeisterschaften in Hinterreit/Maria Alm holte er jüngst nach spannenden Läufen gegen die Konkurrenz aus ganz Hessen im Riesenslalom, der allerdings auf einer vereisten Skicrossstrecke ausgetragen wurde, den dritten Platz. Beim Slalom 24 Stunden später sicherte sich Robin mit sechs Sekunden Rückstand auf den Sieger den zweiten Platz. Mit diesen guten Ergebnissen festigte er seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung des Kids-Cups, zu dem beide Veranstaltungen zählen.

In der kommenden Saison startet Robin erstmals in der U12 und trifft dann nicht nur auf Gegner aus Hessen, sondern aus ganz Deutschland. Dann wird sich auch sein weiterer Weg weisen. Möglicherweise führt er auch einmal in einigen Jahren nach Bayern auf ein Ski-Internat. So wie bei Andreas Sander.

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