Rohstoff aus dem eigenen Stall

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Stolz präsentieren Sylvia und Jörg Lenhardt die Eistorten mit Vanille und Erdbeere.

Götzenhain ‐ Eis auf dem Bauernhof? Klingt vielleicht für viele Menschen eher ungewöhnlich, aber die Götzenhainer Familie Lenhardt produziert und verkauft seit Januar letzten Jahres viele Eissorten. Und zur Eröffnung der Eissaison lädt sie für den kommenden Sonntag von 10.30 bis 18 Uhr zum Hoffest ein. Von Christian Endecott

Die Idee der Eisherstellung ist eigentlich eine logische Schlussfolgerung, denn der Bauernhof Lenhardt produziert seit Generationen frische Milch. Und bekanntlich ist dieses Produkt die Hauptzutat für Eis. „Die Milchpreise haben in der jüngsten Vergangenheit verrückt gespielt, das hat uns als Milchbetrieb schon getroffen“, erzählt Jörg Lenhardt, der sich hauptsächlich um die Eisproduktion auf dem Bauernhof seines Vaters Herbert kümmert. Also begannen die Überlegungen über eine neue Einnahmequelle. „Da sind wir auf die Franchise-Idee mit dem ‚Bauernhofeis' gestoßen“, so Lenhardt. Seinen Ursprung hat das Bauernhof-Eis in Holland. Mittlerweile gibt es mehr als 1000 Eis-Bauern in 14 europäischen Ländern.

Dabei müssen bestimmte Richtlinien gefolgt werden: Es werden hauptsächlich natürliche Zutaten verwendet - wie die hofeigene Milch - und das Eis darf keine Farb- und Konservierungsstoffe beinhalten. Dieses Konzept ist verbindlich für ganz Europa.

Momentan hat Jörg Lenhardt 500 Rezepte, weitere 2000 sind beim Franchise-Geber abrufbar. „Ich kann selber nicht mit neuen Sorten experimentieren, weil ich kein Konditor bin“, weiß Lenhardt. Aber dennoch können Vorschläge gemacht werden, die das Bauernhofeis-Unternehmen umsetzen kann. So war das im vergangenen Jahr mit dem Spargel-Eis. „Es hat etwas merkwürdig geschmeckt, aber manchen hat es gefallen“, erzählt seine Frau Sylvia. Bei einem Spargelfest jedenfalls sei die Idee gut angekommen, auch wenn die Sorte außergewöhnlich war. „So was bekommt man eben nicht überall“, verspricht sie.

Die Lenhardts verkaufen das hofeigene Eis an Lebensmittelmärkte, Restaurants und Cafés in der Umgebung. Doch auch vor Ort gibt es die Möglichkeit, die vielen Eissorten zu probieren. In dem Hofladen werden neben den Eisspezialitäten aber auch weitere Produkte aus eigener Erzeugung angeboten: frische Milch, Joghurt und Quark. Darüber hinaus gibt es Wein, Eier und vieles mehr.

Momentan sei es schwierig für die Familie, den Erfolg des Eisverkaufes einzuschätzen. „Im Sommer läuft es sehr gut, aber wir verkaufen das Eis auch im Winter“, so Jörg Lenhardt. Aus diesem Grund bietet man besondere Spezialitäten für die Wintermonate an, ob zum Weihnachtsfest oder zur Silvesterfeier. „Wir sind eben noch in der Aufbauphase und müssen noch viel investieren.“ Deshalb versuchen sie, viel Werbung zu machen. Das Hoffest diene als gute Gelegenheit. „Das letzte Hoffest hatten wir vor etwa 15 Jahren“, erinnert sich Renate Lenhardt, Jörgs Mutter. „Jetzt wird es also wieder Zeit.“

Am Sonntag haben besonders die Kinder die Gelegenheit, sich auf einem Bauernhof auszutoben. Ein Reitstall mit Kutsche und eine Strohhüpfburg steht ihnen zur Verfügung. Unterstützt wird die Aktion vom Förderverein der evangelischen Götzenhainer Kita. Das Hoffest soll für Familien ein angenehmer Tag werden. Hinzu kommen Einblicke in das Leben auf einem Bauernhof.

Spaß mache die neue Herausforderung schon. „Aber es steckt auch viel Arbeit dahinter“, gibt Jörg Lenhardt zu. „Für uns ist es aber besonders schön, wenn man hört, dass das Eis gut schmeckt“, so seine Frau. Dann könne man auch auf seine Arbeit stolz sein.

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