Wo die Nacht zum Tag wird

Dreieichcon Rollenspiel Treffen
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32 Stunden lang nur spielen: Das taten mehr als 1 000 Besucher beim Dreieichcon.

Dreieich ‐ Neuer Besucherrekord beim Dreieicher Rollenspieltreffen: „Wir können zwar noch nicht genau sagen, wie viele Besucher gekommen sind, aber es sind auf jeden Fall mehr als die erwarteten 1 000“, freute sich Christian de Ahna vom Jugendclub Wiric. Von Enrico Sauda

Er hat in Zusammenarbeit mit den Bürgerhäusern Dreieich, mit Unterstützung der Stadtbücherei sowie der Ulisses Medien & Spiel Distributions GmbH diese Großveranstaltung auf die Beine gestellt. Insgesamt 40 Helfer sorgten dafür, dass die Spieler auf 1 500 Quadratmetern 32 Stunden lang unbesorgt ihrer Passion nachgehen konnten.

Eindrücke vom Rollenspielertreffen:

Rollenspieltreffen in Dreieich

Dreieichcon Dreieich Spieler Fotos Bilder Rollenspiele
Dreieichcon Dreieich Spieler Fotos Bilder Rollenspiele
Dreieichcon Dreieich Spieler Fotos Bilder Rollenspiele
Dreieichcon Dreieich Spieler Fotos Bilder Rollenspiele
Rollenspieltreffen in Dreieich

Einer der vielen Höhepunkte der zweitägigen Veranstaltung war die Vorstellung eines Videospiels, das erst in knapp zwei Jahren erscheinen soll. „Über diese Weltpremiere sind wir sehr glücklich“, sagte de Ahna. Auch bei den Lesungen war der Andrang groß. „Als Florian Don Schauen aus seinem neuesten Buch ‚Tie‘Shianna - Der Untergang der Hochelfen‘ gelesen hat, hätten wir noch sehr, sehr viele Stühle dazustellen können. Die Lesung war überlaufen“, sagte de Ahna. Für Schauen hat es sich auf jeden Fall gelohnt, denn bereits drei Stunden nach Beginn des Cons waren alle Bücher an seinem Stand ausverkauft.

Es gab also viele Highlights und großes Gedränge bei der 20. Ausgabe dieses weit über die Grenzen Dreieichs und Hessens renommierten Rollenspieltreffens – übrigens das viertgrößte in Deutschland. Aber der Dreieichcon - wie der Treff im Spielerjargon heißt - ist nicht etwa 20 Jahre alt. „Nein, alles fing 1995 in Buchschlag an. Aber bis 2000 gab es jährlich zwei Cons. Mit dem Umzug ins Bürgerhaus Sprendlingen fand dann ab 2001 immer nur ein Treffen im Jahr statt“, berichtete de Ahna. Doch nicht nur die Veranstalter waren mit dem Verlauf zufrieden.

„Spieleangebot ist enorm“

„Ich finde den Con sehr gut, weil ich hier viele Leute treffe, die ich meist nur aus dem Internet kenne“, sagt Chrissi Schlicht. Die hauptberufliche Landschaftsarchitektin, die für die Stadt Wiesbaden arbeitet, ist auch Zeichnerin und Illustratorin beim Rollenspiel Cthulhu und nach einer längeren Pause wieder beim Con. Bei ihr können sich Spieler vor Ort ihre Charaktere zeichnen lassen. „Außerdem treffe ich hier auch die Spieler und die Auftraggeber“, erklärt die 42-Jährige, die im großen Saal des Bürgerhauses an einem der Seitengänge am Tisch sitzt und arbeitet.

Ihr schräg gegenüber spielen Desi Klöpfer sowie Stephan Heye aus Frankfurt „Descent“. „Wir sind schon zum zweiten Mal beim Con und finden es hier super“, sagt Heye. „Es ist sehr groß, sehr gut und das Spieleangebot ist enorm“, fügt Desi Klöpfer hinzu. „Wir fühlen uns hier wohl, weil wir merken, dass die Besucher alle leidenschaftlich gerne spielen. Und auch den Organisatoren merkt man an, dass sie mit sehr viel Herzblut und Können bei der Sache sind“, betont der „Scheune“, so der Spitzname eines Spielers aus Tübingen. Tatsächlich spielt sich das Trio erst ein paar Stunden mit „Descent“ warm, um später die ganze Nacht über weitere Spiele zu testen. Wie die mehr als 1 000 anderen Spieler auch, die den Tag zur Nacht werden lassen und diese wieder zum Tag.

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