SPD-Mann Stöhs

Der „rote Heinz“ schreibt Stadtgeschichte

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Heinz-Georg Stöhs, Urgestein der Dreieicher Lokalpolitik.

Dreieich - Die Redewendung vom bunten Hund ist wie für ihn gemacht. Heinz-Georg Stöhs, Urgestein der Dreieicher Lokalpolitik, ist eines der bekanntesten Gesichter der Stadt. Von Frank Mahn

Dem Magistrat gehört der „rote Heinz“ seit sage und schreibe 25 Jahren an – das hat noch keiner geschafft. Bürgermeister Dieter Zimmer dankte dem 72-Jährigen in der jüngsten Sitzung der Stadtregierung für sein außergewöhnliches Engagement.

„Als Magistratsmitglied steht Heinz-Georg Stöhs der Stadt als wichtiger Ratgeber zur Seite. Er kümmert sich intensiv und direkt um Bürgeranliegen und ist bei zahlreichen Veranstaltungen präsent“, lobt Rathauschef Zimmer den Hansdampf in allen Gassen. Stöhs, in Michelbach bei Alzenau geboren, kam 1957 mit seiner Familie nach Sprendlingen und schlug hier Wurzeln. In all den Jahrzehnten hat er sich jede Menge Wissen zur Ortsgeschichte angeeignet, Stöhs kennt vor allem Sprendlingen wie seine Westentasche.

1983 trat der passionierte Motorradfahrer in die SPD ein, 1988 übernahm er den Vorsitz des Ortsbezirks. 2002 gab er ihn ab, war dann bis zum vergangenen Jahr stellvertretender Vorsitzender. Von 1989 bis 1993 gehörte der gelernte Werkzeugmacher und frühere Betriebsrat bei der Lufthansa dem Stadtparlament an, ehe der Wechsel in den Magistrat erfolgte.

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Und dort mischt er länger mit als jeder andere in der 41-jährigen Geschichte Dreieichs. Schon 2011 hatte das Stadtparlament Stöhs einstimmig die Ehrenbezeichnung „Ehrenstadtrat“ verliehen. Er ist der erste und bislang Letzte, dem diese Auszeichnung zuteil wurde. Und wie lange will sich der SPD-Mann noch in der Kommunalpolitik engagieren? Nach Lage der Dinge bis zum Ende der Legislaturperiode in knapp drei Jahren. „Ich werde auf keiner Liste mehr stehen. Mit 75 kann man aufhören“, sagt Stöhs.

Bekannt ist der Unruheständler auch durch seine Arbeit bei der Arbeiterwohlfahrt, deren Vorsitzender er seit 1999 ist. Und noch in einer anderen Funktion ist er eine verlässliche Größe. Seit 14 Jahren zeigt er Neubürgern die Stadt. Viermal im Jahr geht’s mit dem Kleinbus durch Dreieich. Stöhs hat’s mal überschlagen: „Ich habe schätzungsweise 250 Leute durch die Stadt kutschiert.“

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