„Eine unangenehme Überraschung“

RTW: Grüne sind empört über die Umplanung am Bahnhof Buchschlag

Dreieich -  Die Grünen-Fraktion zeigt sich empört über das von der RTW-Planungsgesellschaft vorgelegte Konzept für den Bahnhof Buchschlag. Das sei „in letzter Minute“geändert worden– zum Nachteil der Nutzer der neuen ÖPNV-Verbindung.

Die Planung der Regionaltangente West (RTW) für den Planungsabschnitt Süd 1 (Kelsterbach bis Buchschlag) wurde vor ein paar Tagen der Öffentlichkeit zur Beteiligung vorgelegt. Dazu gibt es am Donnerstag, 1. März, um 18 Uhr eine Infoveranstaltung im Bürgerhaus.

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„Der Ärger ist vorprogrammiert“

In den Plänen verbirgt sich nach Angaben der Grünen eine unangenehme Überraschung für Dreieich: Nachdem mit der Mittelbahnsteig-Variante ein bequemes Umsteigen von der Dreieichbahn zur RTW im Konsens mit der Stadt ausgearbeitet worden sei, habe sich die RTW-Planungsgesellschaft in letzter Minute davon verabschiedet. Der Stadt und dem Parlament wurde eine Woche vor der Offenlage mitgeteilt, dass nun eine andere Variante zum Tragen kommt. Und bei dieser hält die RTW nun an einem „Außenbahnsteig“. Das bedeutet nach Meinung der Grünen-Fraktionssprecherin Heidi Soboll, dass die Nutzer nur über einen sehr unattraktiven Zugang zum Bahnsteig gelangen. Die Folge sei eine umständliche und lange Strecke zum Umsteigen von der Dreieichbahn zur RTW.

Die Grünen sind enttäuscht über die unglückliche Gestaltung der Anbindung. „Diese Variante ist für Dreieich absolut nicht akzeptabel. Die potenziellen Nutzer werden abgeschreckt und fahren dann doch gleich mit dem Auto, oder sie kommen damit nach Buchschlag und stellen ihre fahrbaren Untersätze dort ab. Aber wo? Wahrscheinlich im Wohngebiet, denn der Parkplatz am Bahnhof ist jetzt schon ausgelastet“, so Soboll. Die Grünen hoffen, dass möglichst viele Dreieicher die Offenlage nutzen, um sich über die Variante zu beschweren.

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Der Unterschied zwischen alter und neuer Planung zeige sich auch in höheren Kosten für den besser zugänglichen Bahnsteig, die vorher wohl nicht mit einkalkuliert worden seien. „Der Verdacht liegt nahe, dass es sich seitens der RTW-Planungsgesellschaft um ein taktisches Manöver handelt. Was einmal Planungsgrundlage war, sollen nun die Kommunen einfordern, damit letztlich die Mehrkosten der Mittelbahnsteig-Variante an ihnen hängen bleiben“, vermutet Fraktionssprecher Roland Kreyscher. „Wir sind der Meinung, dass die RTW einen wesentlichen Teil zur Reduzierung der Feinstaub-Belastung in den Innenstädten leisten kann“, führt er weiter aus. Das gelinge aber nur, wenn sie attraktiv gestaltet wird und viele Kunden vom Auto auf die Schiene holen kann Daher lohne es sich allemal, noch einmal mit vereinten Kräften darüber nachzudenken, wie die „Mittelbahnsteig-Variante“ eventuell preiswerter umgesetzt werden könnte.

„Wir teilen die Kritik der Nutzerinitiative Dreieichbahn“, meint Jörg Roggenbuck, verkehrspolitischer Vertreter der Grünen im Runden Tisch Nahverkehr der Stadt. „Während Millionen Euro für Planung und Bau der RTW ausgegeben werden, will man hier aus Kostengründen für Jahrzehnte Kundenunfreundlichkeit in Beton gießen.“ (hok)

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