Straßensanierungen in Offenthal

Hessen Mobil will Stadt mit 42.000 Euro abspeisen

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Die Messeler Straße gleicht einem Flickenteppich. Aus Sicht von Hessen Mobil ist dieser Zustand aber offenbar ordnungsgemäß. In ihrem Angebot hat die Behörde die Straße jedenfalls nicht berücksichtigt.  

Offenthal - Das Thema nimmt einfach kein Ende. Hessen Mobil hat der Stadt 42.000 Euro angeboten, um damit Bahnhof- und Weiherstraße zu sanieren. Dieses Angebot stößt nicht nur der Offenthaler SPD sauer auf, auch im Rathaus ist man not amused. Von Frank Mahn 

Die Summe ist nach Einschätzung der Stadt nicht ausreichend, zudem habe die Landesbehörde die Messeler Straße mit keiner Silbe erwähnt. Formal-juristisch ist die Übergabe der drei früheren Landesstraßen, die vor Eröffnung der Ortsumfahrung tagtäglich zig Tausende Fahrzeuge verkraften mussten, längst erfolgt. Die Abnahme steht aber noch aus, denn die Stadt – und auch viele Bürger des Stadtteils – sind mit dem Zustand nicht zufrieden. Die SPD hatte sich im Herbst ein Bild von der Beschaffenheit der Straßen gemacht. Josef Eichler, langjähriger Kämpfer für die Umgehungsstraße, hatte dem Landtagsabgeordneten Corrado Di Benedetto (SPD) dabei eine Fotodokumentation mit ausgewählten Mängeln überreicht. Der brachte daraufhin einen umfangreichen Fragenkatalog in Wiesbaden ein. Die Antwort aus dem Verkehrsministerium von Tarek Al-Wazir (Grüne) empfinden Eichler und der Offenthaler SPD-Vorsitzende Dr. Thomas Vortmüller als schlechten Witz.

Messeler Straße, Weiher- und Bahnhofstraße seien der Stadt „in einem der bisherigen Verkehrsbedeutung und Widmung entsprechenden ordnungsgemäßen Unterhaltungszustand übertragen worden. Lediglich in Teilbereichen waren noch kleinere Sanierungsarbeiten (Verdrückungen/Netzrisse) erforderlich. Es ist deshalb auf keinem Fall angebracht, von einem unfallgefährdendem Zustand zu sprechen“, zitiert Vortmüller aus dem Schreiben des Ministers. Dabei habe die Begehung gezeigt, dass beispielsweise Zweiradfahrer bei den Schlaglöchern und Verwerfungen im Asphalt keineswegs verkehrssicher unterwegs seien, so der SPD-Mann.

Auf die Frage, was denn an Reparaturmaßnahmen umgesetzt worden sei, führe der Minister „Sanierungen in erheblichem Umfang im Zuge der Umwidmung“ an. Für Ausbesserungen in der Mainzer, der Dieburger und der Bahnhofstraße habe das Land insgesamt 90.000 Euro ausgegeben. Nach einer Ortsbesichtigung habe man der Stadt im Dezember für die Erneuerung der Fahrbahndecken in Weiher- und Bahnhofstraße noch einmal eine letztmalige zweckgebundende Ausgleichszahlung in Höhe von 42.000 Euro in Aussicht gestellt, schreibt Al-Wazir. Diese Summe sei geradezu lächerlich, meinen Vortmüller und Eichler. Augenscheinlich fehlten dem Minister ausreichend fundierte Informationen zum Zustand besagter Straßen.

So entsteht ein Schlagloch

Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos) bestätigt das Angebot von Hessen Mobil. Das sei durchaus überraschend gekommen, der Magistrat habe eher mit einer Sanierung gerechnet statt mit einer Ausgleichszahlung. Inzwischen hat ein Fachbüro im Auftrag der Stadt die Offerte bewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Summe nicht „angemessen“ ist. Was Burlon zudem erstaunt: „Die Messeler Straße wurde von Hessen Mobil ausgeklammert. Dabei muss es natürlich um alle drei früheren Landesstraßen gehen.“ Man werde jetzt noch einmal bei der Straßenverkehrsbehörde intervenieren und hoffe auf eine einvernehmliche Lösung, so der Erste Stadtrat. „Wir haben keinen Anspruch auf nagelneue Straßen, aber ordentlich hergerichtet und verkehrssicher müssen sie schon sein.“

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