Bau dreier Stadthäuser

Sanierung der Villa Schott: Ende des Schandflecks

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Aus der Bruchbude, die seit Jahrzehnten den südlichen Ortseingang von Sprendlingen verschandelt, soll wieder eine schmucke Villa werden.

Dreieich - Kaum zu glauben, aber wahr. Die Villa Schott scheint auf dem besten Weg, ihr Bruchbuden-Gesicht abzustreifen. Die FBW Projektbau GmbH will das frühere Landhaus sanieren und drei weitere Häuser auf dem Grundstück bauen. Die Genehmigungen sind erteilt. Von Frank Mahn 

Sie gammelt seit Jahrzehnten vor sich hin. Zugemauerte Fenster, abgeblätterter Putz, aus der Verankerung gerissene Rollläden, das Dach teilweise eingebrochen – die Villa Schott am südlichen Sprendlinger Ortseingang ist ein Schandfleck und eine denkbar schlechte Visitenkarte für Dreieichs größten Stadtteil. Immer wieder gab es Versuche, aus der Immobilie eine präsentable Adresse zu machen, alle scheiterten.

Die Visualisierung der FBW Projektbau GmbH zeigt, wie sich die drei neuen Stadthäuser um die Villa Schott gruppieren.

Gestern bestätigt der Kreis Offenbach, was in gewissen Kreisen bereits die Runde machte – es gibt grünes Licht für die Bebauung. Der Dornröschenschlaf ist beendet, auf dem 3000 Quadratmeter großen Gelände an der Darmstädter Straße leisten Raupen und Bagger die notwendigen Vorarbeiten. Die Bauträger- und Projektentwicklergruppe FBW mit Sitz in Dreieich hat sich der Ruine und des verwilderten Grundstück angenommen. Was man der verwahrlosten Villa, der Lästermäuler gerne ein „r“ spendieren, beim besten Willen nicht ansieht: Sie steht unter Denkmalschutz. Das heißt: einfach abreißen geht nicht. Die FBW Projektbau hat deshalb einen „Revitalisierungsantrag“ gestellt, wie Kreissprecherin Ursula Luh auf Anfrage mitteilt. Und der sei seit wenigen Tagen genehmigt, in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde. Bereits aus dem September datiert die Baugenehmigung für die drei Stadthäuser, die sich optisch an der Villa Schott orientieren werden. Die Planung sieht 14 Eigentumswohnungen plus Tiefgarage vor. Die Vermarktung soll laut Bauträger noch in diesem Jahr anlaufen.

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„So greifbar waren die Sanierung der Villa Schott und eine Entwicklung des Grundstücks noch nie. Generationen, so auch ich, kennen die Villa nur in verfallenem Zustand. Wenn es nun gelingt, sie zu retten, den alten Glanz aufleben zu lassen, flankiert von modernen, aber den Stil der Villa aufgreifenden Gebäuden, wäre das ein Meilenstein der Stadtentwicklung am südlichen Ortseingang von Sprendlingen“, frohlockt Erster Stadtrat Martin Burlon. Er freue sich, dass sich ein ortsansässiges Unternehmen des Vorhabens angenommen und gemeinsam mit der Stadt einen Bebauungsvorschlag entwickelt habe.

Die Villa war einst nach Angaben von Denkmalschützern für das Kreisgebiet ungewöhnlich opulent. Übrig geblieben ist allenfalls ein morbider Charme. Bauherr war in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts der Sektfabrikant Georg Adam Löffler, der auf dem benachbarten Gelände seine Sektkellerei hatte. In den 20er Jahren wurde die Villa an die Familie Schott verkauft, seit 1961 ist sie unbewohnt.

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