Schritte zur Aufwertung des Bahnhofsumfelds gefordert

Ein Schandfleck für den Stadtteil Sprendlingen

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Aktuell weist das Gelände etliche Schlaglöcher auf, die bei Regen voll laufen. Ein wenig verbessert hat sich nach Otts Schilderung der Zustand der verpachteten Halle. Dort wurde aufgeräumt, zudem wurden die Bäume zurückgeschnitten.

Sprendlingen - Eine Visitenkarte ist das Gelände um den Sprendlinger Bahnhof für den Stadtteil schon lange nicht mehr. Und das ist angesichts des verwahrlosten Zustands freundlich ausgedrückt. Von Holger Klemm

Doch wegen der komplizierten Eigentumsverhältnisse ist es nicht so einfach, etwas zu ändern. Das Umfeld zeichnet sich durch Graffiti, Müllablagerungen, ungepflegte Grünflächen und mangelhaft befestigte Wege mit Schlaglöchern aus. Bei starkem Regen kommt es regelmäßig zur Überflutung der Unterführung. Die Situation greift ein Antrag der Bürger für Dreieich (BfD) zur Aufwertung des Areals auf, der in den Sitzungen von zwei Ausschüssen einstimmig angenommen wurde. Demnach soll sich die Stadt verstärkt bei den Eigentümern und da besonders bei der Deutschen Bahn für ein sauberes und ordentliches Bahnhofsumfeld einsetzen, bis eine mittelfristige Lösung für den Bereich gefunden ist. Dazu soll es einen „Fortschrittsbericht“ im betreffenden Ausschuss gegeben.

Wilhelm Ott, Vorsitzender des Heimatkundevereins Freunde Sprendlingens, legte im vergangenen Mai mit anderen Mitgliedern selbst Hand an und reparierte das schadhafte Pflaster mit Unterstützung von Bahn und Sponsoren.

Die Eigentumsverhältnisse aufgedröselt hat Wilhelm Ott, Vorsitzender der Freunde Sprendlingens. In einem Vortrag informierte er die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie. Das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude wurde demnach von der Bahn verkauft und vom neuen Besitzer saniert, dem auch ein Drittel des Vorplatzes gehört. Im Besitz der Bahn befinden sich dagegen der Rest des Platzes, die alte Güterhalle, die verpachtet ist, sowie ein Teil des Zufahrtsweges vor der Halle. Die Holzhandlung Berthold kann einen Teil der Zufahrt vor der Halle und einen Teil der Zufahrt zur Rostädter Straße ihr Eigen nennen.

Die Freunde Sprendlingens, die sich schon länger für eine Verbesserung einsetzen, sind selbst aktiv geworden und haben im vergangenen Jahr ein Stück des Platzes aufgepflastert – mit Unterstützung von Bahn und Sponsoren. Und sie haben großes Interesse am Erhalt des Pflasters, das eine letzte Erinnerung an das „Dorf der Pflasterer“ ist. So wurde Sprendlingen früher genannt.

Ansonsten ist der Vorplatz mit Schlaglöchern übersät und wird zum Teil als Parkplatz genutzt. Die Bahn habe ihrer Versicherungspflicht lediglich mit gepflasterten Wegen zum Bahnsteig Rechnung getragen, so Ott. Ein weitergehendes Interesse vonseiten des Unternehmens bestehe nicht. Dabei wäre eine Änderung angebracht, nicht zuletzt wegen der für das Jahr 2022 dort geplanten Bushaltestelle der Linie 64.

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Lang ist’s her: In einem ordentlichen Zustand präsentierten sich der Sprendlinger Bahnhof und sein Umfeld im Jahr 1963. Davon kann aktuell keine Rede sein. Das Bild zeigte Wilhelm Ott in seinem Vortrag zu den schwierigen Eigentumsverhältnissen in dem Bereich.

Die Stadt habe ein gesteigertes Interesse daran, dass sich in dem Bereich etwas tut, wie Erster Stadtrat Martin Burlon im Ausschuss versicherte. Die Stadt befinde sich in Verhandlungen mit der Bahn und habe auch ein Kaufangebot vorlegt. Das letzte Gespräch hat nach Burlons Worten im November stattgefunden. Eine Einigung zwischen der Stadt und der Bahn stehe weiterhin aus. Ott ging auch auf die Forderung der IG Dreieichbahn ein, die für eine Verbindung zur Rostädter Straße eintritt. Das sei wohl schon einmal geplant gewesen. Das zeigt für Ott der asphaltierte Weg, der abrupt endet, und die bereits installierten Lampen. Danach seien die 88 Meter bis zur Straße wildes Gestrüpp. Der schmale Streifen befindet sich ebenfalls im Besitz der Bahn. Die Stadt möchte dort aktiv werden, sollte sie in den Besitz des Geländes kommen, sagte Burlon.

Sollte es zu keinem Geländeverkauf durch die Bahn kommen, regt Ott einen Plan B an. Er schlägt für den Fall vor, dass die Stadt den Geländestreifen pachtet und die 88 Meter Verbindungsweg baut. Zudem stellt sich die Frage, ob eine Optimierung des Bahnhofumfeldes durch Sponsoren möglich sei. Der Antrag steht auch auf der Tagesordnung des Stadtparlaments am Dienstag, 20. Februar, um 19.30 Uhr im Rathaus.

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