Schlendern, schlemmen, plaudern

Offenthaler Weihnachtsmarkt überzeugt mit besinnlicher Stimmung

Die Kunstharz-Figuren von Dietmar Spitzer waren einer der Stände, an dem die Besucher noch Weihnachtsgeschenke kaufen konnten – beispielsweise ein Kunstharz-Tier für den Garten. Fotos: jost

Es ist das Wochenende des vierten Advents, die Dreieicher haben die Weihnachtseinkäufe weitgehend erledigt, der Baum ist geschmückt und die Vorfreude auf den Heiligen Abend groß.

Offenthal – Was gibt es da Schöneres, als noch eine Runde auf dem örtlichen Weihnachtsmarkt zu drehen, einen Glühwein zu trinken und Nachbarn und Freunde in den Altstadtgassen zu treffen? Für die Offenthaler ist das längst Tradition, der Weihnachtsmarkt des Kulturvereins rund um die Kirche ist schon längst kein Geheimtipp mehr.

Das macht sich am Samstagabend in der Kirchgasse durchaus bemerkbar: Es gibt kaum mehr ein Durchkommen, an den Ständen mit Würstchen, Spießbraten oder Baumstriezeln bilden sich lange Schlangen und in den Kirchgarten kommen die Besucher kaum noch rein.

Arno Holz, Vorsitzender des Kulturvereins, ist mehr als zufrieden: „Es sind nicht mehr nur die Offenthaler, die zu uns auf den Markt kommen. Ich freue mich sehr, dass unser Angebot einen solchen Anklang findet“, blickt der Organisator glücklich in das Gedränge. Es sei viel mehr als ein schöner Markt zum Durchlaufen. „Der Offenthaler Weihnachtsmarkt ist ein Ort zum Verweilen: Die Menschen bleiben. Sie trinken was, sie unterhalten sich. Es ist einfach ein wichtiger Treffpunkt vor Weihnachten geworden“, freut sich Holz.

Auf den Budenzauber müssen die Offenthaler dennoch nicht verzichten: 26 Stände reihen sich von der Kirche durch die Kirchgasse bis ans Alte Rathaus aneinander. Holzbuden, Pavillons, kleine Wagen, alles mit Lichtern geschmückt und stimmungsvoll verziert. Es sind sogar mehr Stände als noch im Vorjahr – drei neue Händler sind in den Ortsteil von Dreieich gekommen. „Ein Mann aus Dreieichenhain mit großen Holzfiguren, der Sterne, Engel und andere Figuren verkauft. Die witzigen Käsereiben aus Porzellan, bei denen die Leute in großen Massen stehenbleiben, sind auch neu und ein Kinderbuchverlag aus Bad Nauheim mit schönen Büchern“, zählt Arno Holz die Neulinge auf und ergänzt: „Das sind auch die Stände, die wir immer gerne hier haben. Ein Angebot zum Stöbern und zum Geschenke- und Weihnachts-Mitbringsel kaufen. Essen haben wir ohnehin schon genug“, so der Mann, bei dem die Fäden zusammenlaufen.

Am Stand des Kulturvereins Dreieich gab es traditionell den roten und heißen Sekt. Den ließ sich das weihnachtlich gestimmte Publikum schmecken.

Essen ist irgendwie auch das große Thema, denn es ist gar nicht so leicht, am Samstagabend welches zu ergattern. Hochbetrieb herrscht bei den Weihnachtswichteln rund um Uwe Jung. Die Wichtel mit den rot-grünen Mützen und Pullovern geraten an ihren Pfannen und Töpfen ordentlich ins Schwitzen. Ähnlich lange Schlangen bei den Karnevalspiraten direkt vor der Kirche. Die närrischen Piraten aus Dietzenbach haben einen Koch an Bord – der Spießbraten und die Reibekuchen kommen auch im zweiten Jahr ihres Stands gut an.

Dietmar Spitzer ist mit seinen Holzspielzeugen und den Kunstharz-Tierfiguren nach einem Jahr Pause ebenfalls wieder in Offenthal dabei. Diesmal ohne Wagen, aber das Tierparadies, das er auf der Altstadtgasse auf dem Boden ausgebreitet hat, wirkt beinahe wie die Arche Noah. Vom lustigen Maulwurf über Exoten wie Erdmännchen oder Hunde in den unterschiedlichsten Rasseausprägungen ist alles dabei – die eigens für Spitzer gegossenen Figuren sind für die Gartendekoration gedacht. „Ich mag den Offenthaler Weihnachtsmarkt sehr. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, beinahe familiär. Ich komme gerne wieder“, so der Händler. Für die Offenthaler Jörg Seibert, Nadine Schmittdiel und Adrian Bayer ist der Stand vor dem Alten Rathaus eine Premiere. Die selbst gemachte Gulaschsuppe aus einer riesigen Kanone von Seibert findet viele Abnehmer. Die hausgemachte Wurst, schon dekorativ in Geschenkkörbe verpackt von Bayer, rettet manch einen Besucher kurz vor dem Fest vor dem stressigen Gang auf den letzten Drücker in die Stadt. Nach all dem Essen und Geschenkekauf sind der Glühwein bei der Feuerwehr oder der heiße, rote Sekt beim Kulturverein die perfekten Getränke, um die Weihnachtsstimmung endgültig nur noch zu genießen.

VON NICOLE JOST

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