Schlossallee statt Badstraße

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Ein Dorn im Auge sind der SRG die Aufpflasterungen an der Eisenbahnstraße.

Dreieich (hok) - Schwere Geschütze fährt die politische Gruppe „Staatsbürger für Recht und Gerechtigkeit“ (SRG) gegen den Umbau der Eisenbahnstraße auf.

Die SRG, die im vergangenen Jahr vehement gegen eine mögliche Straßenbeitragssatzung eintrat, spricht von einer „Luxussanierung, bei der Kosten offenbar keine Rollen spielen“. Erster Stadtrat Martin Burlon weist die Vorwürfe zurück.

Vorsitzender Werner Haimerl führt zum Vergleich das Monopoly-Spiel an. Obwohl das in Dreieich vorhandene Geld noch nicht einmal für eine „Badstraße“ reiche, müsse scheinbar jede Straße in eine „Schlossallee“ verwandelt werden.

Aufpflasterung aller neun Straßeneinmündungen

Stein des Anstoßes sind unter anderem die Aufpflasterung aller neun Straßeneinmündungen. Haimerl verweist auf die Hauptstraße, wo diese den Verkehrsbelastungen nicht stand gehalten hätten. Durch die Verengung der Fahrbahn und der Reduzierung des Verkehrsraums seien zusätzlich die Gefahren erhöht worden. Der Einbau einer zwei Meter breiten Verkehrsinsel habe die Übersichtlichkeit eingeschränkt und das Gefährdungspotenzial weiter erhöht, führt der SRG-Vorsitzende aus.

„Auch bei den Kosten wurde alles andere als gespart.“ Als Beispiel führt er an, dass tausende Quadratmeter vorhandenes Doppel-T-Verbundpflaster mit erheblichen Kosten durch Rechteck-Verbundpflaster ersetzt worden seien. Wiederverwerten und Kosten sparen seien demnach Fremdwörter für die Stadtverwaltung. Außerdem seien 25 Parkplätze weggefallen und durch 25 Bauminseln ersetzt worden, die für viel Geld gewässert werden müssen.

Erster Stadtrat: Keine Luxussanierung

Erster Stadtrat Martin Burlon kann die Vorwürfe der SRG nicht nachvollziehen und weist den Vorwurf der Luxussanierung entschieden zurück. Die Arbeiten seien nach den Richtlinien und Vorgaben umgesetzt worden. „Wir hatten Glück. Durch die Landesmittel hatten wir die Möglichkeit, die Straße nach den Kanalarbeiten komplett zu erneuern.“ Damit sollten auch einige Verbesserungen für die Verkehrsteilnehmer verbunden sein.

Wenn die Stadt die Chance nicht genutzt hätte, wäre aus der Eisenbahnstraße ein Flickenteppich geworden, der ebenfalls kritisiert worden wäre. Die von Haimerl angeführte Straßeninsel habe es schon vorher gegeben. Auch die Kritik an den Aufpflasterungen lässt er nicht gelten. Wenn man schon eine Straße erneuert, soll die Situation für Radfahrer und Fußgänger auch sicherer werden, meint Burlon.

Zu der Gestaltung der Radwege - ähnlich wie in der Frankfurter Straße - habe die Stadt bereits einiges gesagt. Die Richtlinien seien da ebenfalls eingehalten worden. Die Alternative wäre gewesen, nichts für die Radfahrer zu tun. Und das hätte ebenfalls Kritik nach sich gezogen.

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