Sechs neue Wohnungen in der Zeppelinstraße

Baugenossenschaft Langen stockt auf

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Die Liegenschaft Zeppelinstraße 13, 15 und 15a ist die aktuell größte Baustelle der Langener Baugenossenschaft in Dreieich. Dort werden insgesamt knapp drei Millionen Euro in die energetische Sanierung und Aufstockung des Gebäudekomplexes gesteckt. 

Dreieich - Die Stadt gehört zu 16 hessischen Kommunen, in denen die Mietpreisbremse eingeführt worden ist. Bezahlbares Wohnen ist auch das Stichwort bei der Baugenossenschaft Langen, die in Dreieich 162 Wohnungen nach dem Genossenschaftsprinzip vermietet. Von Cora Werwitzke 

In seine teils in die Jahre gekommenen Immobilien steckt der Wohnungsanbieter aktuell mehrere Millionen Euro. Container, Bauschutt, Absperrzaun – es ist offensichtlich, dass die Liegenschaft Zeppelinstraße 13, 15 und 15a im Moment eine Frischzellenkur verpasst bekommt. Seit Dezember sind dort Bauarbeiter am Werk. 620.000 Euro sind nach den Worten von Wolf-Bodo Friers, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft, bereits in die Sanierung der Hausnummer 13 geflossen. Weitere 2,2 Millionen Euro sollen folgen, um den anno 1965 gebauten Gebäudekomplex in Gänze zukunftsfest zu machen.

Die Langener Baugenossenschaft hat sich selbst ein kostspieliges Modernisierungsprogramm auferlegt: Binnen zehn Jahren will sie rund 80 Millionen Euro in die Hand nehmen, um etwa 70 Prozent ihres Bestands energetisch zu sanieren. Ihre insgesamt 1800 Wohneinheiten verteilen sich auf Langen, Egelsbach und zu einem kleinen Anteil auch auf Dreieich. In der Zeppelinstraße steht nun nicht nur die Kernsanierung der Abschnitte 15 und 15a an, sondern auch eine Aufstockung der gesamten Immobilie um sechs Wohnungen. „In der Woche vor Ostern wird das derzeitige Dachgeschoss abgetragen“, schildern die Auftraggeber. Nach der Aufstockung im April folgen der Ausbau des Dachgeschosses und die Fertigstellung der neun Bestandswohnungen, die ebenso wie der von der Stadt in der 15a angemietete Versammlungsraum allesamt entkernt wurden und nun durch den Abbruch nichttragender Zwischenwände in ihren Grundrissen optimiert und mit Anstellbalkonen versehen werden. Zuletzt wohnte in dem Haus nach Angaben von Mitarbeiterin Julia Knop niemand mehr. „Allen Mietern wurden schon vor längerer Zeit neue Wohnungen zu den gleichen Konditionen und Bedingungen angeboten.“ Auch die Umzugskosten seien von der Baugenossenschaft übernommen worden.

Mindestens ein „Mieter“ wird nach der geplanten Fertigstellung im September jedoch zurückkommen: Der städtische Seniorenclub Zeppelinstraße trifft sich seit Oktober vorübergehend im August-Wienand-Haus, freut sich aber schon darauf, sein 50-jähriges Bestehen im Herbst wieder in angestammten Sitz in der Hausnummer 15a feiern zu können. Der Clubraum kann sich dann wie das gesamte Gebäude auf das Siegel KfW-Effizienzhaus 85 berufen. Demnach soll die Immobilie nach ihrer Sanierung nur noch 85 Prozent der Energie eines vergleichbaren Neubaus verbrauchen.

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Die Strapazen einer umfassenden Sanierung im bewohnten Gebäude haben alle Beteiligten im Fasanenweg 13 und 15 bereits hinter sich. Die dortigen 24 Wohnungen sind im zweiten Halbjahr 2015 generalüberholt worden. Im Auftrag der Baugenossenschaft wurden Bäder, Küchen und die Treppenhäuser saniert, die Hausinfrastruktur erneuert, 136 Fenster ausgetauscht und ein Belüftungssystem eingebaut, das dafür sorgt, dass trotz neuer Fassadendämmung der Luftaustausch in den Wohnungen funktioniert. Kostenpunkt: 1,85 Millionen Euro. Parallel hakte die Baugenossenschaft in der Hugo-Eckener-Straße 1 eine ähnliche „To-Do-Liste“ ab. 706.000 Euro sind bis zum Jahreswechsel in die Modernisierung von 20 Wohnungen geflossen. Das Gros der Kosten finanziert die Baugenossenschaft über eigene Rücklagen, Fördermittel und Darlehen. Einen Anteil davon wird sie langfristig durch moderate Mieterhöhungen decken, wobei Vorstandschef Friers Wert darauf legt, „dass wir den überwiegenden Teil der gesetzlich umlegbaren Modernisierungskosten nicht an unsere Mieter weitergeben“.

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