Restauratorin Natascha Schmitt hat sich des Kunstwerks angenommen

Schneckenbrunnen in neuem Glanz

Unzählige Stunden hat Restauratorin Natascha Schmitt damit zugebracht, eine spezielle Schwimmbadfarbe in Schichten und verschiedenen Mischungen aufzutragen. Mit dem Ergebnis ist auch Kim Bagus (auf dem rechten Bild links) vom Geschichtsverein Buchschlag sehr zufrieden.
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Unzählige Stunden hat Restauratorin Natascha Schmitt damit zugebracht, eine spezielle Schwimmbadfarbe in Schichten und verschiedenen Mischungen aufzutragen. Mit dem Ergebnis ist auch Kim Bagus (auf dem rechten Bild links) vom Geschichtsverein Buchschlag sehr zufrieden.

Buchschlag – Blau, türkis, fast grünlich ist der Farbverlauf des Schneckenbrunnens in Buchschlag. Sehr natürlich, wie eine glitzernde Wasseroberfläche, erstrahlt der Brunnen in Zukunft im Strassheim-Garten im Herzen der Villenkolonie. Viele Stunden hat Restauratorin Natascha Schmitt im Sommer im Becken gestanden, die spezielle Schwimmbadfarbe in Schichten und verschiedenen Mischungen aufgetragen.

„Ich hatte den Entwurf des Künstlers Bernd Rosenheim ständig neben mir liegen und habe mich streng an seine Wünsche gehalten“, erklärt Schmitt. Für die Buchschlager Restauratorin, die sonst eher alte Gemälde, Skulpturen und Kirchen restauriert, war die Arbeit an dem Brunnen eine Herzensangelegenheit und auch eine ungewohnte Aufgabe: „Hier war ich mit Pinsel und Farbe ja eher kreativ tätig, sonst arbeite ich ausbessernd und ergänze Fehlstellen“, erzählt Schmitt, deren Arbeit an der Unionskirche in Idstein mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2017 ausgezeichnet wurde.

Das Hintergrundwissen der Restauratorin über die Farben und deren Verarbeitung unter den richtigen Bedingungen ist auch bei den filigranen Pinselarbeiten an dem Brunnen sehr hilfreich gewesen. Die Grundierung und den Ausgleich der schon etwas unebenen Becken hatte eine Fachfirma vorbereitet. Es war schon schwierig, überhaupt eine passende Farbe zu finden: „Eigentlich besteht Schwimmbadfarbe ja einfach nur aus zwei unterschiedlichen Blau- und Türkistönen, aber wir brauchten mehr Vielfalt für diesen Auftrag und den gewünschten Farbverlauf“, erklärt Schmitt. Bei einem Schwimmbadfarbenhersteller in Süddeutschland wurde sie schließlich fündig und konnte das jetzt entstandene Farbschema aus fünf Grundfarben zusammenmischen.

Kim Bagus, stellvertretende Vorsitzende des Buchschlager Geschichtsvereins, der seit 2011 nach einer umfangreichen Renovierung des 1978 eingeweihten Brunnens Träger des Kunstwerks ist, ist sehr glücklich mit dem Ergebnis. „Ich finde die Ansicht jetzt ganz spannend und harmonisch. Ich freue mich vor allem aber auch, dass wir den Brunnen damit für die Zukunft gerüstet haben“, hofft Bagus, dass für die nächsten 20 Jahre keine ganz großen Sanierungsaufgaben wegen des Brunnens mehr auf den Verein und die eigens gegründete Schneckenbrunnen GbR zukommen.

Die Geschichte der jüngsten Renovierung war nicht ganz einfach. Ursprünglich bestanden die Becken, wie jetzt noch die Fassade, aus tausenden kleinen blau-grünen Mosaikplättchen. Die Witterung setzte dem Bauwerk immer wieder zu. Das Wasser drückte sich von unten durch den Beton. Außerdem blieb nach jedem Regen Wasser in den Becken stehen. Die farbigen Mosaikplättchen in den einzelnen Becken platzten ab und mussten ständig ersetzt werden. Auf lange Sicht ist das für den Verein und die GbR nicht finanzierbar. „Und diese Mosaiksteine sind wirklich einzeln verklebt und verfugt. Wir haben auch niemanden mehr gefunden, der sich an die Sanierung heranwagte“, erinnert sich Bagus. Die Verhandlungen mit dem Offenbacher Künstler Rosenheim, der zeitweise auch in Irland lebt, waren nicht ganz einfach. Aber mit seinem eigenen Entwurf und Farbverlauf fanden der Verein und Rosenheim einen guten Konsens.

Das Areal rund um den Schneckenbrunnen mit all den Rosen, die von den Mitgliedern des Geschichtsvereins gepflegt werden, hat gerade noch eine weitere Aufwertung erfahren. Der Geschichtsverein hat einen Birnbaum zu Ehren des neuen Ehrenvorstandsmitglieds Dorothee Kaltenbach gepflanzt. Eine Rundbank kommt schon bald dazu. Im Frühjahr, so verspricht Kim Bagus, soll der Springbrunnen mit dann neu eingesetzten Düsen auch wieder zum Verweilen einladen.

Von Nicole Jost

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