Spannend, lustig und ausdrucksstark

Schüler der Weibelfeldschule überzeugen mit ihrem Theaterstück „Was wäre wenn...?“

Ausdrucksstarkes Tanztheater, philosophische Betrachtungen zu Glück, Klima oder Medien und Situationskomik: Die Schüler der Klasse zwölf des Kurses Darstellendes Spiel haben sich mit der Frage „Was wäre wenn...?“ beschäftigt – mit Erfolg.

  • Schüler der Weibelfeldschule in Dreieich begeistern mit Theaterstück
  • Tiefgründige und trotzdem lustige Theater-Collage
  • Großer Jubel für Abiturienten der Weibelfeldschule in Dreieich

Dreieich - Seit August setzten sich die 65 Schüler intensiv mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinander. Dabei haben sie über Texte wie George Orwells „1984“ oder philosophische Erklärungen Thomas Hobbes (*1588 „Der Mensch ist von Natur aus böse und braucht die staatliche Kontrolle als Regulierung“) diskutiert und ihre eigenen Gedanken und Ideen szenisch erarbeitet.

Abiturienten der Weibelfeldschule in Dreieich zeigen Theater-Collage

Die Abiturienten haben an drei Abenden eine beeindruckende Theater-Collage auf die Bühne gebracht, die spannend, lustig und sehr anregend zugleich ist. Einen roten Faden bildet eine Schulklasse und ein außergewöhnliches Trio: Madame Tarot und ihre beiden Freunde Idealist und Realist, die die Welt oft mit so unterschiedlichen Augen sehen.

Die Schüler entführen ihr Publikum auf die Klimakonferenz in Offenthal, bei der der brasilianische Wirtschaftsminister für mehr Rodung von Regenwald, zugunsten von mehr Gewinnausschüttung wirbt. Ihm begegnet der Philosoph auf dem Podium nur in Dauerschleife: „Gäbe es kein Morgen mehr, was dann wohl mit dem Heute wär?“. Und der etwas tumbe Influencer findet die Idee von noch mehr Ruhm und Reichtum sehr verlockend – egal zu welchem Preis.

Ausdrucksstarkes Tanztheater an der Weibelfeldschule in Dreieich

Besonders die tänzerisch dargestellten Sequenzen regen zum Nachdenken an. Dazu zählen die Like-Soldaten, die gar nicht schnell genug die blauen Daumen verteilen können und wegen Versagens gnadenlos aus dem Spiel fliegen, und eine Collage darüber, dass die Zeit die eigentliche Währung ist, mit der Menschen heute bezahlen.

Spätestens im letzten Teil wenden sich die Schüler direkt an die Besucher und geben spannende Fragen mit nach Hause: „Wenn Glück Ihre Währung wäre, welche Art von Arbeit würde Sie reich machen?“, „Wenn Sie heute nicht Ihr Leben genießen, wann wollen Sie es dann tun?“, oder „Wenn Sie wissen, dass Sie aus Fehlern lernen, warum haben Sie dann Angst, Fehler zu machen?“

Großer Jubel für Zwölftklässler der Weibelfeldschule in Dreieich

Der Jubel ist groß und den Applaus haben die Akteure sehr verdient. Die Lehrer Tanja Czwalinna, Sylvie Schnock und Dominik Schnellbacher, die die Gruppe des Darstellenden Spiels betreut haben, sind stolz auf ihre Schauspieler. „Es war ein spannender Prozess und letztlich haben uns die Schüler viel Vertrauen entgegengebracht, dass daraus eine sehr gute Werkschau wird“, sagt Tanja Czwalinna. Jeder habe seine Fähigkeiten eingebracht, im Tanz, im Schauspiel oder im Technik-Team.

Das Engagement der Schüler ging dabei über den normalen Unterricht hinaus, die vergangenen zwei Wochenenden war intensive Probenarbeit angesagt. „Aber wir geben auch mehr Persönliches preis, als in einer Englisch-Stunde. Theaterarbeit ist Beziehungsarbeit. Das macht das Fach Darstellendes Spiel so besonders“, sagt Dominik Schnellbacher nach der Premiere sehr zufrieden.

Von Nicole Jost

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