Lange Suche doch noch erfolgreich

Schulbegleiterin für junge Dreieicherin Lilly gefunden

Zufriedene Gesichter bei allen Beteiligten: Sophie Riemer (Mitte) ist die neue Schulbegleiterin von Lilly (links). Mutter Daniela Fritz ist glücklich, dass die tägliche Betreuung ihrer Tochter für die nächste Zeit geklärt ist.
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Zufriedene Gesichter bei allen Beteiligten: Sophie Riemer (Mitte) ist die neue Schulbegleiterin von Lilly (links). Mutter Daniela Fritz ist glücklich, dass die tägliche Betreuung ihrer Tochter für die nächste Zeit geklärt ist.

Happy End für Lilly und ihre Mutter Daniela Fritz. Sie sind bei der Suche nach einer Schulbegleitung fündig geworden. Zum Erfolg trug der Bericht in unserer Zeitung bei.

Dreieich - „Meine Mutter und meine Tante haben mir den Artikel geschickt und als auch mein Freund sagte, das wäre doch ein Job für Dich, habe ich noch abends eine Bewerbung an die Behindertenhilfe geschrieben“, berichtet Sophie Riemer und lächelt. Ihre Familie hatte den Hilferuf von Daniela Fritz gelesen, dass sie dringend eine Schulbegleitung für ihre 14 Jahre alte Tochter Lilly sucht.

Noch am gleichen Abend hat sich die Behinderthilfe Offenbach bei Sophie Riemer gemeldet und für den nächsten Tag ein Bewerbungsgespräch in Offenbach ausgemacht. Schnell war klar: Das passt! Die 20-Jährige ist die neue Schulbegleiterin von Lilly, die wegen einer Infantilen Cerebralparese und der damit einhergehenden gestörten Motorik auf Hilfe angewiesen ist.

Schulbegleitung für Lilly aus Dreieich (Offenbach) gefunden: „War mir sofort sympathisch“

Lilly und die junge Frau kommen gut miteinander zurecht. Beim Kennenlernen in Offenthal wurde das schnell deutlich. „Sophie war mir sofort sympathisch, ich wusste, das klappt mit uns“, sagt Lilly. Das ist wichtig, denn schließlich verbringen die beiden viele Stunden jeden Tag miteinander. Inzwischen hat Sophie Riemer die Offenthalerin schon ein paar Mal an die Weibelfeldschule begleitet. „Lilly kann wirklich viel selbst machen und Lehrer und Mitschüler nehmen mich gar nicht wahr.

So sollte es ja auch sein: da sein, wenn Hilfe notwendig ist, aber sonst eben nicht zu präsent sein“, weiß die Schulbegleiterin. An einem Krankheitstag von Lilly ist sie bereits bei einem jüngeren Kind mit Downsyndrom eingesprungen. Diese Aufgabe sei ein bisschen anspruchsvoller – aber auch kein Problem für die junge Frau.

Für Riemer kommt der Job zur rechten Zeit. Im Frühjahr hat sie ihr Abitur bestanden und danach erst einmal ein bisschen ihr Leben genossen. Jetzt überlegt sie sich, wie ihre berufliche Zukunft aussehen soll. „Alle um mich herum fangen an zu studieren oder eine Ausbildung zu machen. Ein Lehramtsstudium ist für mich sehr wahrscheinlich. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob für die Grund- oder für die Förderschule. Von daher ist es ganz gut, den Schulalltag aus einer anderen Sicht zu erleben“, so die Dietzenbacherin.

Dreieich (Kreis Offenbach): Sophie ist eine Hilfe für Lilly – und hat Spaß dabei

Mit der Betreuung von Lilly ist Sophie Riemer nicht alleine, regelmäßig gibt es Unterstützung von der Behindertenhilfe. „Ich hatte am vergangenen Dienstag auch schon meine erste Teamsitzung. Das fühlte sich gut an, so richtig erwachsen“, erzählt sie lachend. Die Aufgabe macht ihr Spaß.

Der Vertrag läuft zunächst für ein Jahr. Damit haben Lilly und ihre Eltern die nächsten Monate Sicherheit. „Ich bin so froh, dass es mit dem öffentlichen Aufruf so schnell geklappt hat, ich habe schon nicht mehr so richtig daran geglaubt, dass wir jemand passendes finden“, ist Daniela Fritz erleichtert. Ihr sei damit ein Stein vom Herzen gefallen. Bei Sophie Riemer hat sie ein ebenso gutes Gefühl wie ihre Tochter. „Sophie ist aufgeschlossen und hat den richtigen Blick für Lilly. Das ist mir natürlich wichtig, ich vertraue ihr schließlich mein Kind an“, betont die Mutter. Die beiden verstehen sich so gut, dass sie für diese Woche sogar schon eine private Verabredung haben, wo Sophie Riemer Lilly beim Reiten zuschauen wird.

Für die Behindertenhilfe Offenbach war der Artikel eine ebenso große Hilfe: „Wir hatten extrem viele Bewerbungen“, erklärt eine Mitarbeiterin. So konnten auch andere vakante Stellen zur Betreuung besetzt werden. Jetzt allerdings ist der Bedarf erst einmal gestillt – zum neuen Schuljahr im Sommer werden aber sicher wieder neue Schulbegleiter benötigt.(Von Nicole Jost)

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