Schulbegleiter

Allein ist der Schulbesuch kaum möglich: Unterstützung für Lilly gesucht

Auf der Suche nach Unterstützung in der Schule: Lilly und ihre Mutter Daniela Fritz hoffen, kurzfristig eine Schulbegleiterin zu finden, die den Alltag des Mädchens in der Weibelfeldschule leichter macht. 
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Auf der Suche nach Unterstützung in der Schule: Lilly und ihre Mutter Daniela Fritz hoffen, kurzfristig eine Schulbegleiterin zu finden, die den Alltag des Mädchens in der Weibelfeldschule leichter macht. 

Die 14-jährige Lilly benötigt Hilfe im Alltag. Aufgrund einer Schädigung im Gehirn braucht sie einen Rollstuhl. Bisher verlief die Suche nach Unterstützung erfolglos.

Dreieich – Die Dreieicherin Lilly liebt es zu reiten und Zeit im Stall mit ihrer Tinker-Stute Judy zu verbringen, sie trägt gerne lässige Kleidung und wenn sie lacht, ist das ansteckend. Dabei hat die 14-Jährige nicht immer Grund zum Lachen. Aufgrund einer Infantilen Cerebralparese, einer Schädigung im Gehirn, die eine Störung der Motorik zur Folge hat, ist sie auf den Rollstuhl angewiesen.

Ihre Behinderung, die keinen Einfluss auf ihre kognitive Entwicklung hat, verursacht durch Spastik Schmerzen in den Beinen und manchmal auch in den Armen. Lilly lebt mit ihren Eltern und ihrem zwei Jahre älteren Bruder in Offenthal und besucht die siebte Klasse der Weibelfeldschule. Das ist derzeit mit großen Hindernissen verbunden. Aufgrund ihrer Behinderung benötigt Lilly Hilfe im Alltag. „Es ist nicht mehr viel, ich kann vieles selbst machen“, erzählt das Mädchen, „aber auf dem Schulweg geht es nicht alleine. Auch in der Schule brauche ich Unterstützung, ich kann beispielsweise den Rucksack nicht tragen oder nach dem Ende der Stunde den Stuhl hoch stellen. Wenn die Spastik in der Hand schlimm ist und ich sehr verkrampfe, muss meine Begleitung mal etwas schreiben. Aber das passiert selten“, schildert Lilly. Für diese Aufgaben hat der Teenager seit der Grundschuljahre in der Offenthaler Wingertschule eine Schulbegleitung – fachlich richtig ausgedrückt: Teilhabe-Assistenz.

Unterstützung für Lilly aus Dreieich (Offenbach) gesucht: Aufrufe in sozialen Netzwerken

„Das hat in all den Jahren immer gut geklappt“, berichtet Mutter Daniela Fritz. „Aber jetzt beginnt die Schule nach den Herbstferien und wir haben immer noch keine neue Begleitung für Lilly.“ Die junge Frau, die sie bis zu den Herbstferien begleitete, hat ihr Studium begonnen und steht nicht mehr zur Verfügung. „Wir haben den Bedarf bei der Behindertenhilfe Offenbach früh angemeldet. Sie haben derzeit niemanden, der zu Lilly passt“, bedauert Daniela Fritz. Sehr gerne würde sie weiter mit der Behindertenhilfe zusammenarbeiten, weil der Verein für die Familie in den vergangenen Jahren ein so wichtiger Dienstleister war.

Daniela Fritz bleibt selbst nicht untätig bei der Suche und startet etliche Aufrufe in sozialen Netzwerken. Wenn es in der Vergangenheit zu einer Vakanz gekommen ist, hat sie Lilly schon mal selbst zu Schule begleitet. Das will ihre Tochter verständlicherweise nicht: Mit Mama im Klassenraum und auf dem Pausenhof? Nein, danke! „Das muss wirklich nicht sein“, sagt Lilly und grinst ein bisschen.

Unterstützung für Lilly aus Dreieich (Offenbach) gesucht: Zuverlässigkeit hat höchste Priorität

Es braucht keine besondere Qualifikation, das Mädchen in der Schule zu unterstützen, weil keinerlei pflegerische Betreuung notwendig ist. Lilly braucht auch keine Hilfe beim Toilettengang. Aber natürlich gibt es ein paar Dinge, die passen müssen: Eine junge Frau wäre toll, die beiden sollten sich sympathisch sein, schließlich verbringen sie den gesamten Vormittag miteinander und die deutsche Sprache sollte keine Schwierigkeiten bereiten, wenn die Assistenz etwas für Lilly schreiben muss. „Für mich haben Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit oberste Priorität. Ich vertraue diesem Menschen schließlich mein Kind an“, sagt Daniela Fritz. Aufgabe ist es, Lilly mit der Bahn aus Offenthal in die Weibelfeldschule zu begleiten, sie dort im Unterricht zu unterstützen und sie wieder nach Hause zu bringen.

„Der Bedarf an Teilhabe-Assistenzen wird im Zuge der Inklusion immer größer. Leider ist die Nachfrage nach dieser Tätigkeit nicht sehr hoch“, sagt Sabine Paul-Kickhut von der Behinderthilfe Offenbach. Sie will alles tun, um die Familie Fritz zu unterstützen und eine schnelle Lösung zu finden, damit Lilly wieder unbeschwert in die Schule kann. Interessierte können sich per Mail bei der Behindertenhilfe (info@behindertenhilfe-offenbach.de) oder unter z 069 8090969-12 melden. (Nicole Jost)

In einer anderen Gemeinde im Kreis Offenbach werden Schülerinnen und Schüler von Pädagogen auf vier Pfoten unterstützt: Die Hunde Mo und Kalle sollen für eine ruhigere Lernatmosphäre sorgen.

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