Containerdorf für Schillerschule nicht notwendig

Schulen in Dreieich tauschen Gebäude

Mehr als 110 Jahre hat die Schillerschule in der Moselstraße auf dem Buckel. Im Schuljahr 2021/22 zieht die Georg-Büchner-Schule in den Backsteinkomplex.
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Mehr als 110 Jahre hat die Schillerschule in der Moselstraße auf dem Buckel. Im Schuljahr 2021/22 zieht die Georg-Büchner-Schule in den Backsteinkomplex.

Erleichterung bei den Eltern der Sprendlinger Schillerschule: Der geplante Umzug der Grundschule in das Gebäude der Georg-Büchner-Schule (GBS) kann direkt in die Klassenräume erfolgen. Ursprünglich hatte es so ausgesehen, als müssten die Kinder für zwei Jahre in ein Containerdorf ziehen, bis die eigentlichen Räume frei sind.

Dreieich - Zur Erinnerung: Im Oktober 2019 hatte der Kreistag beschlossen, dass die Sprendlinger Grundschüler ab dem Sommer 2021 auf den Schulbänken im Gebäude der Konrad-Adenauer-Straße 22 sitzen, während die Förderschüler der Büchner-Schule in der Moselstraße 7 unterrichtet werden. Damals sagte Landrat Oliver Quilling als Begründung: „Wir haben auf dem Gelände der Schillerschule einfach keine Möglichkeit, eine vierzügige Grundschule zu entwickeln.“ Das Areal der Georg-Büchner-Schule biete hingegen ein optimales Entwicklungspotenzial. Die vorhandene Mensa könne genutzt werden und die Schillerschule bekomme die Möglichkeit mit der Vielzahl der Räume zur Ganztagsschule zu wachsen.

„Wir haben uns sofort dafür eingesetzt, dass unsere Kinder nicht für zwei Jahre in ein Containerdorf ziehen müssen“, sagt Kevin Knecht, stellvertretender Elternbeirat der Schillerschule und Mitglied des Kreiselternbeirats. „Zwei Jahre – das ist immerhin die Hälfte der kompletten Grundschulzeit. Wir waren sehr hartnäckig und haben auch mit Herrn Quilling persönlich gesprochen. Jetzt gab es das Signal von der Leitung der Schillerschule, dass es gut aussieht, dass den Kindern die Container erspart bleiben und sie direkt in das Gebäude der Büchner-Schule einziehen können.“ Es gebe bis zum Umzug in den Sommerferien noch einige Fragen zu beantworten, beispielsweise die der Schulwegsicherung in die Konrad-Adenauer-Straße und wie die Schulbetreuung organisiert wird, weil derzeit auch die Erich-Kästner-Schule noch Räume der GBS nutzt. Aber das werde sicher gelingen, ist Knecht optimistisch.

Ursula Luh, Pressesprecherin des Kreises, bestätigt auf Anfrage den Schultausch im Sommer und den direkten Umzug in die jeweilige neue Schule. „Die GBS hat rückläufige Schülerzahlen und bekommt auf dem Schulhof Container für die Fachräume“, erläutert Luh. Der Umzug ist in den sechs Wochen Sommerferien geplant.

„Das wird ein knackiges Programm“, meint Ruwen Guggenberger. Der Leiter der Schillerschule ist trotzdem froh, dass er sich, seinen Kollegen und den Schülern die Container ersparen kann. „Das ist vor allem der guten Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Schule und dem Fachbereich Gebäudemanagement beim Kreis zu verdanken. Das hat hervorragend geklappt.“ Für die Schulgemeinde der Schillerschule stehen damit große Veränderungen an. Sie macht sich mit dem sogenannten Profil eins auch auf den Weg zur Ganztagsschule, dafür ist mehr Platz erforderlich. Ab 2025 gibt es den rechtlichen Anspruch auf Betreuungsplätze für Grundschüler und die Schillerschule soll bis dahin in Kooperation mit dem Kultusministerium den Pakt für den Nachmittag umsetzen. Das bedeutet ein verlässliches Angebot von 7.30 bis 17 Uhr.

Die Grundschule verzeichnet stetig steigende Schülerzahlen. Schon 2020/21 ist sie erstmals vierzügig in der Klasse eins. Aufgrund einer leichten Verschiebung der Einzugsbereiche innerhalb Sprendlingens – um weiterhin die Dreizügigkeit in der kleineren Erich-Kästner-Schule zu gewährleisten – wird die Schillerschule ab dem Jahr 2022/23 fünfzügig.

Die Namensgebung der beiden Schulen ist abschließend noch nicht entschieden: Die Freunde Sprendlingens wünschen sich, dass die über 110 Jahre alte Schillerschule ihren Namen behält. (Von Nicole Jost)

Im Sommer ziehen die Kinder der Schillerschule in das bisherige Domizil der Georg-Büchner-Schule.

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