Kunstinitiative erhält den Dreieicher Kulturpreis

Seit 25 Jahren eine Bereicherung

Auch Hjü Neumann war bereits bei vielen Kunsttagen vertreten. Bei der Frühjahrsausstellung zeigt er diese Installation, die er gemeinsam mit seiner Tochter Julia geschaffen hat.   J Fotos: Sauda

Dreieich - Die Kunstinitiative um Ilse Dreher ist am Donnerstagabend mit dem Kulturpreis der Stadt ausgezeichnet worden. Zugleich wurde in der Städtischen Galerie die Frühjahrsausstellung der 25. Dreieicher Kunsttage eröffnet.

Einen besseren Zeitpunkt hätte es wohl kaum geben können, als die Kunstinitiative im Jubiläumsjahr der Kunsttage mit dem Kulturpreis auszuzeichnen. Denn seit einem Vierteljahrhundert wartet der Zusammenschluss von Dreieicher Künstlern mit hochkarätigen Ausstellungen auf, die weit über die Stadt hinaus auf Resonanz stoßen. Die Entscheidung traf die Jury, zu der die Künstlerin Anjali Göbel, Musikschulchef Martin Winkler, der ehemalige Chef der Bürgerhäuser Gustav Halberstadt, Kunstfachmann Udo Forster und die Stadtverordneten Christian Barufke (Grüne) und Alexander Kowalski (FDP) gehören.

Und nichts lag näher, als die Übergabe zum Auftakt der 25. Kunsttage mit der Vernissage zur Frühjahrsausstellung zu verbinden. Bürgermeister Dieter Zimmer überreichte den aktuellen Vertretern der Initiative den mit 2 500 dotierten Preis. Ilse Dreher, Gloria und Bernd Brand sowie Waltraud Munz-Heiliger nahmen die Auszeichnung entgegen – natürlich stellvertretend für alle, die im vergangenen Vierteljahrhundert mitgewirkt haben.

„Atlantic String Duo“ liefern musikalischen Auftakt

Nach dem musikalischen Auftakt durch das „Atlantic String Duo“ mit Rachelle Betancourt und Stefanie Pfaffenzeller betonte Zimmer, dass die Stadt mit dem Preis „hervorragende Leistungen von Einzelnen oder Gruppen“ würdigt, „die sich durch ihr kulturelles Schaffen im Besonderen ausgezeichnet haben“. Den Preis vergibt Dreieich mit Bedacht, denn „die städtischen Gremien wissen um die Bedeutung von Kunst und Kultur“. Ein breitgefächertes Angebot in diesem Bereich mache die Stadt für die Menschen liebenswert und attraktiv, bereichere den „Wirtschaftsstandort“ und sei ein wichtiger „Faktor für das Zusammenleben und das gegenseitige Verstehen“.

Die Kunstinitiative bezeichnete Zimmer als „ein hervorragendes Beispiel für das facettenreiche Angebot der bildenden Kunst in Dreieich“. In verschiedenen Konstellationen und unterschiedlich lang engagieren sich Künstler in der Initiative für die Kunsttage. Zimmer nannte neben den aktuellen Mitgliedern Mitstreiter wie Tobias Ballweg, Robert Chariot, Walter Diewock, Jutta Dröll, Heino Gerhard, Anjali Göbel, Gisa Hillesheimer, Margarete Habernoll, Tanja Hoffmann, Hanne F. Juritz, Robert Kögel, Kerstin Krone Bayer, Julia und Hjü Neumann, Herta Post und Barbara Beisinghoff.

Letztere ging als Laudatorin auf die Historie dieser zur Institution gewordenen Veranstaltung ein, die älter ist als 25 Jahre. „Gustav Halberstadt hat schon vorher Kunstausstellungen organisiert“, erinnert sich die Künstlerin, die lange Jahre in Buchschlag lebte. „Wir wollten natürlich alles besser wissen und haben die Form der Ausstellung zunehmend selbst gestaltet“, kam sie auf die Intention der Künstler zu sprechen.

25. Kunsttage in Dreieich

25. Kunsttage in Dreieich

Die Kunsttage selbst sind so alt wie der Galerieraum, in dem sie über die Bühne gehen und es war Halberstadt, der damals als Geschäftsführer der Bürgerhausverwaltung den Rahmenvertrag mit den Künstlern schloss. Der legte fest, dass „im Galerieraum der Stadtbücherei jeweils eine Frühjahrs- und eine Herbstausstellung“ stattfinden sollen. Und wenn schon bei der ersten Ausstellung am 25. September 1990 die Presse die Kunsttage als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnete, „dann kann man von einer Umwandlung von Dreieich in eine Kunststadt 2015 sprechen“, lobte Beisinghoff.

Zum Jubiläum wartet auf die Kunstinitiative ein wahrer Kraftakt. Bis zum 18. Oktober stehen an 150 Tagen 50 Veranstaltungen und Ausstellungen mit 120 Künstlern an verschiedenen Orten an. Einen Eindruck von der Vielfalt und der Qualität bietet die Frühjahrsausstellung, die noch bis 10. Mai in der Städtischen Galerie zu sehen ist. Vertreten sind Arbeiten von 25 Künstlern, die die Kunsttage mit geprägt haben. Die Öffnungszeiten sind freitags von 17 bis 21 Uhr, samstags von 15 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Weiter geht es am morgigen Sonntag um 11 Uhr mit der Eröffnung der neu gestalteten Skulptur „Durchgang“ am Hirschsprung an der Frankfurter Straße. 

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