Spielplatz an der Bergstraße

Offenthaler Widerstand erfolgreich

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Der Spielplatz Im Höchsten/Vor der Pforte in Götzenhain soll aufgegeben werden. Als Bauland könnte das Grundstück 600.000 Euro in die Stadtkasse spülen. 

Dreieich - Der Spielplatz an der Bergstraße bleibt, wie er ist. Zwei Grundstücke sind zum Verkauf vorgesehen. Von Frank Mahn 

Eine Zeit lang sah es am Dienstagabend so aus, als ob wieder keine Entscheidung fallen würde, aber dann bekamen die Mitglieder im Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur in der Debatte um die Schließung von Spielplätzen doch noch die Kurve. Für die Bürger-Initiative zum Erhalt des Spielplatzes Bergstraße in Offenthal hat sich der Widerstand ausgezahlt. Das Gelände soll so bleiben, wie es ist. Von insgesamt sechs Standorten, die aufgegeben werden sollen, sind zwei zum Verkauf vorgesehen: die Plätze an der Schlagfeldstraße in Sprendlingen und Im Höchsten/Vor der Pforte in Götzenhain.

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Allein stand die FDP mit ihrer Forderung, alle Plätze zu erhalten – mit Ausnahme der am Hasenpfad und in der Rostadt, die nicht genutzt würden. „Bei der Verabschiedung des Kienbaum-Pakets haben wir in diesem Punkt einen Fehler gemacht. Das kann passieren. Schlimm wäre es nur, wenn wir den Fehler nicht korrigieren. Es gibt keine Not, Plätze zu schließen.“ Trotz eines leidenschaftlichen Plädoyers fand FDP-Fraktionschef Alexander Kowalski keine Verbündeten. Der CDU ging die Initiative der Liberalen offenbar nicht weit genug, sie spricht sich generell gegen die Aufgabe von Spielplätzen aus. „Was wir einmal verkaufen, ist weg“, stellte Ingo Claus Peter fest. Die Haushaltsberatungen hätten gezeigt, dass in der Stadt „durchaus ausreichend Geld vorhanden ist“, heißt es in einer Pressemitteilung, die Fraktionschef Hartmut Honka am späten Montagabend verschickt hatte. Die vergleichsweise geringe Einsparsumme von 50.000 Euro per anno ließe sich „dauerhaft auch anders erreichen als durch die endgültige und unumkehrbare Abkehr von der kinderfreundlichen Stadt Dreieich“, so Honka. Wie und wo man sie erzielen könnte, ließ er offen.

Bouleplatz am Spitzenpfad

Einstimmig hat sich der Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur für den Erhalt des Spielplatzes Bergstraße in Offenthal ausgesprochen. Der Widerstand der BI hat sich ausgezahlt.

Die jetzt beschlossene Streichliste geht auf Änderungsanträge von SPD und Grünen zur Vorlage des Magistrats zurück. Demnach werden die Spielgeräte auf den Anlagen am Hasenpfad, in der Rostadt (mit Ausnahme der Fußballtore), in der Hengstbachstraße und am Spitzenpfad abgebaut. Ausgenommen ist der Standort Apollo-Pomerel-Weg. Er soll erneut betrachtet werden, wenn größere Investitionen anfallen. Die Sitzgelegenheiten an der Hengstbachstraße und am Spitzenpfad sollen stehen bleiben, damit die Anlagen weiter als Quartiers-Treffpunkt dienen können. Ferner hat der Magistrat den Auftrag, mit der Götzenhainer Stadtteil-AG Gespräche zu führen, die am Spitzenpfad einen Bouleplatz anlegen will.

Bergstraße bleibt erhalten

Mit ihrer Mehrheit setzten SPD und Grüne auch durch, die Plätze an der Schlagfeldstraße und Im Höchsten/Vor der Pforte stillzulegen. Hier geht es um viel Geld. Beide Flächen sollen durch entsprechende Änderungen der Bebauungspläne verkauft werden. Im Fall von Götzenhain könnte das 600.000 Euro in die Stadtkasse spülen, in Sprendlingen zwischen 480.000 und 900.000 Euro. Das hängt davon ab, ob ein reines Wohngebiet möglich ist oder – zum Beispiel aus Gründen der Lärmimmission – nur ein Mischgebiet.

„Der Spielplatz Bergstraße bleibt in der bestehenden Form erhalten.“ Das einstimmige Votum des Ausschusses zum Grünen-Antrag wurde nur durch die Enthaltung der SPD leicht aufgeweicht. Den Sozialdemokraten schwebt bekanntlich vor, dass der Magistrat eine langfristige Vereinbarung mit der Bürger-Initiative trifft – sie soll die Pflege des Platzes übernehmen. Das wünschen sich auch die Grünen, die eine Beteiligung aber nicht zur Bedingung machen wollen. „Kommt diese Regelung nicht zustande, muss eine andere finanzielle Kompensation gefunden werden, zum Beispiel die Vermarktung der Hälfte des Spielplatzes als Bauland.“ Mit diesem Passus aus ihrem Änderungsantrag blitzte die SPD sogar bei den Grünen ab. CDU, FDP und FWG sprachen sich für den Erhalt der Bergstraße aus, alles andere lehnten sie geschlossen ab.

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