Gastronomie

Mann erfüllt sich Traum von der eigenen Bratwurstbude - dank Corona

Feine Wurst mit wenig Fett: Frank Müglich hat lange nach dem perfekten Grillgut gesucht, in der Rhön wurde er fündig. Zusammen mit Ehefrau Sandra verkauft er seine Wurst samstags auf dem Egenberger Parkplatz.
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Feine Wurst mit wenig Fett: Frank Müglich hat lange nach dem perfekten Grillgut gesucht, in der Rhön wurde er fündig. Zusammen mit Ehefrau Sandra verkauft er seine Wurst samstags auf dem Egenberger Parkplatz.

Frank Müglich hat sich seinen Traum vom eigenen Bratwurst-Stand erfüllt. Sein Angebot ist die neue Attraktion in Dreieich bei Offenbach.

Dreieich – Ein eigener Bratwurststand - den wollte Frank Müglich aus Sprendlingen schon lange. Die Corona-Pandemie und seine damit verbundene Kurzarbeit boten für ihn die Chance, sich diesen Traum zu erfüllen. Jetzt kann man die von ihm handverlesene Bratwurst samstags auf dem Egenberger Parkplatz kosten.

Der kleine, dunkelgrüne Imbisswagen ist ein Hingucker: die Theke aus einer hellen Bardolino-Eiche gefertigt, ein glänzender Profi-Grill hinter der schützenden Glasscheibe, an der Rückwand eine idyllische Waldatmosphäre mit durchscheinender Sonne und Dekoration, wie ein duftender Rosmarinstrauch oder ein kleines Holz-Herz am Tüllband, die den ersten Eindruck von dem Wagen schon einmal perfekt machen.

Gastronomie in Dreieich bei Offenbach: Bratwurstbude selbst gebaut

„Ja, es soll schon alles passen. Ich habe das Schmuckstück aus einem einfachen weißen Wagen selbst ausgebaut. Aber im Mittelpunkt steht natürlich trotzdem die Wurst. Die Qualität der Ware, die hier über die Theke geht, ist mir immens wichtig“, sagt Frank Müglich. Der Sprendlinger ist Neu-Gastronom on Tour: Mit seiner besonderen Wurst Thüringer Art, mit den feinen Schmorzwiebeln und dem milden Senf aus einer kleinen Senfmanufaktur in Oberfranken hat er die Kunden auf dem Samstagsmarkt am Egenberger Parkplatz schon glücklich gemacht. Lebensmittel sind dem Lufthansa-Mitarbeiter – Müglich ist Leiter bei der Flugzeugabfertigung – allerdings alles andere als fremd: „Ich bin gelernter Koch, habe bei der Lufthansa Partyservice gelernt“, erläutert der Wurst-Verkäufer.

Gastronomie in Dreieich bei Offenbach: Liebe zur Bratwurst liegt in der Familie

Die Liebe zur Bratwurst liegt in der Familie. „Meine Mutter, die leider nicht mehr lebt, stammte aus Oberfranken. Dort gibt es eine besondere Bratwurst, die so fein, lecker, mit leicht zitronigem Aroma ist, wie ich sie am allerliebsten esse“, erläutert Müglich. Schon lange träumte er davon, mit einem Imbisswagen und der oberfränkischen Wurst auf Märkte und Feste zu ziehen. „Meine Frau hat, als ich mit Beginn der Pandemie plötzlich in Kurzarbeit sehr viel Zeit hatte, gesagt: „Los, rede nicht immer davon, geh es jetzt mal an. Und dann habe ich losgelegt“, berichtet Müglich. Klar war: Die Wurst muss perfekt sein! „Mein Anspruch an mich selbst ist hoch – ich wollte keine Allerweltswurst verkaufen“, sagt er mit einem Lächeln.

Die Suche dauerte. Der Traum von der original oberfränkischen Bratwurst hinter der Theke ist relativ schnell geplatzt: Die Metzger stellen sie jeden Tag frisch her, anschließend kommen sie direkt zum Verzehr auf den Grill. Der Versuch, sie selbst herzustellen, ist gelungen, aber die Würste in der großen Stückzahl zu produzieren – unmöglich. Also ist Müglich in Sprendlingen losgefahren und hat die beste Wurst gesucht und sich durch die hessischen Metzgereien probiert. In der Rhön ist er fündig geworden. Eine feine Wurst, mit wenig Fett. „Es ist eigentlich eine Thüringer, darf sich aber so nicht nennen, weil sie noch auf hessischem Boden produziert wird. Also heißt sie Thüringer Art und ist wirklich sehr gut“, erläutert der Grillmeister zufrieden.

Bratwurstbude in Dreieich bei Offenbach samstags auf dem Egenberger Parkplatz

Gemeinsam mit seiner Frau Sandra Müglich steht er jetzt jeden Samstag von 9 bis 14 Uhr auf dem Egenberger Parkplatz. „Das macht so viel Spaß, vor allem, wenn dann mal richtig was los ist“, erzählt Müglich. Er sei froh, dass seine Liebste mitzieht und auch Lust auf den Imbiss hat, denn alleine komme er in dem Wagen schnell an seine Grenzen. Zur Wurst bietet er einen guten Tropfen aus Rheinhessen an, vom Lambertushof. „Ein Wein, den ich selbst gern mag und den die Kunden auch gerne trinken“, betont er.

Der Mann am Grill hat noch viele Ideen, gerade feilt er an einem Rezept für ein Hotdog mit Bratwurst und fränkischem Kraut, das ein bisschen lieblicher ist als der hessische Liebling Sauerkraut. Gerne würde Frank Müglich, der neben seinem Job bei der Lufthansa übrigens auch noch als ehrenamtlicher Einsatzleiter beim Deutschen Roten Kreuz in Dreieich viel Verantwortung übernimmt, das Imbissgeschäft ein bisschen ausbauen. Er hat Lust, seine Kunden auf Festen, beim Catering und auf Veranstaltungen zu verwöhnen. Sogar ein zweiter Wagen ist nicht ausgeschlossen. „Dann vielleicht Kaffeespezialitäten. Meine Frau geht schon zu einer Barista-Ausbildung. Wir haben also noch Pläne“, sagt Müglich voller Tatendrang. (Von Nicole Jost)

Die Gastronomie in Dreieich läuft nach den Corona-Lockerungen nur langsam wieder an.

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