In Götzenhain und Offenthal lebt dagegen die Hoffnung

Sprendlinger Kerb pausiert

Die Sprendlinger Kerb war in den vergangenen Jahren ein voller  Erfolg. Nach einer Kerb „light“ 2020 entfällt sie jedoch dieses Jahr.
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Die Sprendlinger Kerb war in den vergangenen Jahren ein voller Erfolg. Nach einer Kerb „light“ 2020 entfällt sie jedoch dieses Jahr.

2020 gab es in Sprendlingen noch eine Kerb „light“ mit einem Biergarten auf dem Festplatz. Ein Jahr später verzichtet das Kerbteam auch darauf. Dem Verein sei das Risiko zu hoch, sagt Vorsitzender Oliver Bohrer. Anders sieht es in Götzenhain und Offenthal aus.

Dreieich - Der Götzenhainer Kerbverein hingegen plant ein Fest auf dem Dalles, das Mitte September steigen würde. Und auch in Offenthal hofft man nach der „Wiederauferstehung“ 2019, Ende Oktober nach einjähriger Unterbrechung wieder feiern zu können.

„Wir trinken alle gerne einen Schoppen, aber man muss die Kirche im Dorf lassen“, meint Bohrer. Der Aufwand stünde in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag. Und über allem schwebe die Coronalage. Deshalb wird sich Mitte August nur ein bisschen was auf Sparflamme abspielen. So wird der Stadtteil mit Fahnen geschmückt. Zudem verkauft der Verein Bäumchen und stellt am Samstag (14.) auch einen Kerbbaum auf. Allerdings nicht mit Muskel-, sondern mit Maschinenkraft. Wer einen Kerbschoppen trinken möchte, kann dies in der Gaststätte der SKG mit ihrem großen Garten tun. Und der eine oder andere Jahrgang werde sich bestimmt privat treffen, so Bohrer.

Die Absage bedeutet auch, dass die Kerbborschen sich ein weiteres Jahr gedulden müssen. Ihre Zahl ist inzwischen auf 27 angewachsen. Es sei altersmäßig eine breit gestreute Truppe, so Bohrer. Von Anfang 20 bis Mitte 50.

Die Götzenhainer feierten 2019 ein riesiges Fest – endlich konnte der Kerbverein die Party auf dem neuen Dalles ausrichten. Ein riesiger Erfolg für den Verein und ein tolles Gemeinschaftserlebnis für den Ort. Wie so vieles wurde die zweite Auflage auf dem neu gestalteten Platz an der Bleiswijker Straße im vergangenen Jahr ein Opfer der Pandemie. Wie sieht es 2021 aus? Für den 17./18./19. September steht die Veranstaltung im Kalender. „Es wird in jedem Fall eine Kerb geben. Wie die im Detail aussehen wird, da müssen wir ganz flexibel auf die bis dahin geltenden Regeln reagieren“, kündigt Peter Schetzkens vom Vorstand des Kerbvereins an. Sicher ist, dass die Veranstalter das Gelände arrondieren müssen, um den Zugang kontrollieren zu können. „Es wird dann zwei oder drei Eingänge geben und rein kommt nur, wer einen Nachweis hat, dass er geimpft oder genesen ist oder einen negativen Test vorweisen kann. Wir können mit der Luca-App arbeiten und vielleicht richten wir auch vorübergehend ein kleines Testzentrum ein. Klar ist, wir wollen maximale Sicherheit“, so Schetzkens.

Ein Festzelt wird das Team nicht aufbauen. Die Organisatoren setzen auf Stehtische mit Schirmen, die auch mal einen Schauer abhalten können, und auf Bierzeltgarnituren. „Natürlich sind das noch erhebliche Einschränkungen, aber alles ist besser, als die Veranstaltung ein weiteres Jahr ausfallen zu lassen. Denn wir befürchten ernsthaft, dass die Tradition verloren geht, wenn wir sie jetzt nicht hochhalten“, begründet Schetzkens das Engagement.

„Wir würde gerne etwas machen, wenn es möglich ist“, sagt Sebastian Krebs. Und man habe auch etwas in der Planung, berichtet der Vorsitzende des Offenthaler Kerbvereins. Mit dem Fest in dem Stadtteil schließt sich normalerweise Ende Oktober der Dreieicher Kerbzyklus. Bis dahin ist also noch vergleichsweise viel Zeit. Das kann gut sein oder eben auch nicht. „Wir müssen uns natürlich nach den Inzidenzen und den dann geltenden Corona-Verordnungen richten“, so Krebs. Ein vorläufiges Programm gibt es, es sieht wieder ein Zelt und Livemusik vor. Nachdem die Offenthaler Kerb über Jahre ein Schattendasein geführt hatte, war sie 2019 vom Kerbverein wiederbelebt worden. Und obwohl es phasenweise wie aus Eimern schüttete, kamen die Offenthaler in Scharen und ließen es krachen.

Von Nicole Jost Und Frank Mahn

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