Mit der 2017er Turnschau setzt der Verein neue Maßstäbe

STG liefert ihr Meisterstück ab

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Einfach wunderschön: Die Rhönrad-Turnerinnen scheinen durch die Hans-Meudt-Halle zu schweben. Die Beleuchtung tut ihr Übriges.  

Dreieich - Das Team um den Vorsitzenden Matthias Matthes hatte nicht zu viel versprochen. Es war eine grandiose Show, mit der die Sprendlinger Turngemeinde an zwei Abenden die Vielseitigkeit ihres Angebots präsentierte und perfekte Werbung in eigener Sache betrieb. Von Frank Mahn 

Für die nächste Auflage haben die Verantwortlichen die Messlatte definitiv sehr hoch gelegt. Der Begriff Turnschau beschreibt nur unzureichend, was die Besucher an zwei Abenden in der Hans-Meudt-Halle erleben durften. Es ist eine Mischung aus Theater mit Musicalelementen, die den Rahmen für sportliche Vorführungen liefert. Das alles garniert mit spektakulären Lichteffekten und angereichert mit aufwendig inszenierten Videoeinspielungen. Die Mitwirkenden bespielen nahezu die komplette Halle, die Zuschauer sind aus dem Häuschen.

Ganz schön keck, die Tanzmäuse der Turngemeinde. Die Abteilungen präsentieren die ganze Bandbreite des Vereinsangebots.

Als roter Faden dient eine Geschichte, deren Parallelen zum aktuellen Stadtgeschehen unübersehbar sind. Rosi (gespielt von Michaela Schaudel) und ihre Tochter Lissy (Lisa Heinroth und Sandrine Wolfraum) erfahren vom Tod ihres Onkels in Dreieich. Der hat ihnen sein altes Vereinstheater vererbt. Voller Hoffnungen und Träume machen sich Mutter und Tochter an die Arbeit, wollen die „Bruchbude“ sanieren und zu neuem Leben erwecken.

Doch sie müssen sich in Acht nehmen. Ein intriganter Investor (gespielt von Michael Schmuck) hat andere Pläne mit der Immobilie, will sie abreißen, um dort seinen eigenen Traum zu verwirklichen. Schließlich gehört ihm auch schon alles andere drumherum. Er dreht der in Geschäftsdingen naiven Rosi einen Darlehensvertrag zum „sagenhaft günstigen Zinssatz von drei Millionen Dreieicheln“ an und schreckt selbst vor der Entführung eines Ziegenbocks zum Zwecke einer Erpressung nicht zurück. Dessen Besitzer ist ein indischer Guru (Dennis Kirchheim), der sich in Lissy verliebt, was (natürlich) auf Gegenseitigkeit beruht, und der die Absichten des Finanzhais durchschaut. Die Erkenntnis: „Wo der hinkommt, hinterlässt er nur verbrannte Erde.“ Am Ende aber wird alles gut. Rosi wickelt den Finanzier um den Finger, und der lässt sich erweichen.

Der Investor mit Namen Kackmann (Michael Schmuck, Mitte) führt nichts Gutes im Schilde. Doch er wird durchschaut.

Bei der Vorstellung am Freitagabend lässt anfangs die Tonqualität etwas zu wünschen übrig, aber die Techniker kriegen das in den Griff. Nach einigen Minuten nimmt das Geschehen rasant Fahrt auf, ein Höhepunkt reiht sich an den nächsten. Der Talentschuppen der STG – in die Story eingebettet sind die Vorführungen als Casting im alten Vereinstheater – zeigt, was er drauf hat. Turnen, Kampfsport, Parkour, Akrobatik oder Gerätturnen, das Publikum staunt. Eine fetzige Nummer legen auch die Frauen der Step-Aerobic-Gruppe auf den Hallenboden. Das Lied dazu: „Oh Schreck, die Gaas ist weg“. Mit einer Gänsehaut-Darbietung endet der erste Teil. Die Rhönrad-Turnerinnen mit ihren Stirnlampen scheinen durch den Raum zu schweben, untermalt von mystischen Klängen und garniert mit einer fantastischen Sternenbeleuchtung.

Nicht weniger aufsehenerregend geht es nach der Pause weiter. Die Trampolinspringer des Vereins entziehen sich mit Salti und Schrauben vorübergehend der Schwerkraft. Auch wer kein Fan der Rhythmischen Sportgymnastik ist, erliegt dem Zauber von Alicia Hohn. Die Spitzensportlerin wirbelt und tanzt mit Band, Keulen und Reifen voller Anmut und Eleganz. Prädikat: Extraklasse.

Bilder der großen Turnschau in Dreieich

Heiß her geht’s beim Auftritt von Mitgliedern der Gruppe Lord of the Fire, die mit Flammen spielen. Sie sind nebst einer befreundeten Tanzgruppe aus Weiterstadt die einzigen Akteure, die nicht aus den Reihen der STG kommen. Insgesamt 250 Mitglieder sind in das Projekt involviert, auf und hinter der Bühne.

Richtig gut gelingt den Akteuren auch das Finale. Michael Jacksons „Heal the World“ (was den bösen Investor schwach werden lässt) geht über in Justin Timberlakes „Can’t stop the Feeling“ – da sitzt kaum noch einer oben auf der Tribüne. Die Zuschauer klatschen frenetisch, feiern das Ensemble und alle anderen, die zu diesem Wahnsinnsabend beigetragen haben. Eine schönere Belohnung kann es nicht geben. ‘ dazu: Angemerkt

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