Auf den Spuren von da Vinci

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Stefan Rottmann ist an der Heinrich-Heine-Schule für das Comenius-Projekt zuständig.

Sprendlingen - Welchen Einfluss hat die technische Entwicklung auf eine moderne Gesellschaft? Diese Frage versuchen Schüler und Lehrer der Heinrich-Heine-Schule seit gut eineinhalb Jahren zu beantworten.  Von Manuel Schubert

Jedoch nicht alleine: Vier weitere Schulen aus den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien arbeiten am Comenius-Projekt „Man and Machine“ mit. Regelmäßig finden daher Treffen mit allen Beteiligten zum Austausch statt. „Für die Schüler unheimlich spannend“, wie Lehrer Stefan Rottmann findet.

Seit mehr als einem Jahrzehnt nimmt die Heine-Schule an Comenius-Projekten teil, kürzlich sogar an zweien gleichzeitig. Themen in der Vergangenheit waren beispielsweise „Identity“ oder „Brücken“. Diesmal steht an der Kooperativen Gesamtschule jedoch zum ersten Mal ein naturwissenschaftliches Thema im Mittelpunkt. Stefan Rottmann erklärte sich dazu bereit, das aktuelle Projekt zu koordinieren und meint: „Uns als Europaschule ist das ein ganz zentrales Anliegen.“ Die Partnerschulen sind keine Fremden, sondern gute Bekannte. So pflegt man beispielsweise zum College Durendael im holländischen Oisterwijk bereits seit Anbeginn der Städtepartnerschaft engen Kontakt. Und auch mit dem Collège Saint Exupéry in St. Jean de Braye gibt es regelmäßige Austauschaktionen und eine gemeinsame „Europaklasse“.

Schüler nehmen berühmte Erfinder unter die Lupe

Seit dem Beginn von „Man and Machine“ kamen die fünf Schulen bereits vier Mal zusammen, zwei weitere Treffen stehen noch aus. Jede Schule entsendet dabei fünf bis sechs Schüler sowie drei bis vier Lehrer. Los ging es 2010 in Holland: Dort trafen die Involvierten erstmals aufeinander. Nach der Einigung auf ein Logo, für das die Schüler im Kunstunterricht Vorschläge erarbeitet hatten, nahm die Gruppe Erfinder wie Isaac Newton oderLeonardo da Vinci unter die Lupe. Beim zweiten Treffen spielten 2011 die Dreieicher den Gastgeber. Gemeinsam ging es nach Mannheim ins Technoseum, anschließend fertigte man selbst eine Ausstellung über den Einfluss von Erfindungen auf die Arbeitswelt an.

Zwei weitere Zusammenkünfte führten die Gruppe nach Frankreich. Dort besuchte man zwei Museen in Orleans und erstellte Zeitleisten zu Themen wie Energieversorgung, Kommunikation oder Bekleidung. Auch hatten die Schüler die Aufgabe, ein kleines Auto zu bauen, das nur von einem Gummiband angetrieben wird. Ganze 32 Modelle wurden bei einem offenen Wettbewerb an der Heine-Schule eingereicht, dieser gipfelte in einem Wettrennen in der Sporthalle. Die drei Autos, die am weitesten fuhren, durften mit nach Frankreich.

Zu Besuch in Biblis

Anfang Februar bekommt Dreieich wieder Besuch von den Comenius-Teilnehmern. Ein Besuch des Atomkraftwerks Biblis bildet den Höhepunkt dieses Treffens. Zu guter Letzt geht es einen Monat später nach England, wo das Projekt zum Ende kommt. Alle Teilnehmer sind dazu aufgefordert, eine Woche lang auf ein technisches Gerät wie Handy oder Computer zu verzichten und einen Erfahrungsbericht zu verfassen. Dann werde sich zeigen, ob der Mensch Herr oder Sklave der Technik sei, verkündet Leiter Stefan Rottmann mit einem Schmunzeln.

Die Teilnehmer entstammen den Klassen acht bis zehn und kommen größtenteils aus dem Gymnasialzweig. Eine neunte Klasse wurde zur „Comenius-Klasse“ auserkoren und bereitet oftmals im Unterricht die Treffen mit den Partnerschulen vor. Zudem gibt es zwei Wahlpflichtkurse mit den Schwerpunkten Technik und Kommunikation. Sogar die Projektwoche im vergangenen Jahr stand unter dem Motto des Projekts.

„Die Schüler haben hier Gelegenheit, über den Tellerrand hinauszuschauen“, erklärt Rottmann. „Sie lernen fremde Kulturen kennen und repräsentieren unsere Schule. Sie halten in einem anderen Land Vorträge auf Englisch vor über 40 Leuten - ein unheimlicher Entwicklungsschub.“

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