Stadt erwischt 2015 weniger Temposünder

Mit 67 Sachen in 30er-Zone und mehr Rotlichtverstöße

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Wer über eine rote Ampel – hier an der Vogtei – fährt und dabei geblitzt wird, ist mindestens 90 Euro los. Ist sie länger als eine Sekunde rot, kommt ein Fahrverbot hinzu.

Dreieich - Über so viel Unvernunft kann man nur den Kopf schütteln. 60 Stundenkilometer sind in diesem Abschnitt der L 3117 erlaubt, mit 138 km/h wurde ein Autofahrer geblitzt. „Rekordverdächtig“, sagt Karin Eisenhauer. Von Frank Mahn

Die städtische Ressortleiterin Sicherheit und Ordnung hat gestern gemeinsam mit Erstem Stadtrat Martin Burlon die Bilanz der Verkehrsüberwachung für 2015 vorgestellt. Insgesamt 352 Messungen, 38 mehr als im Jahr davor, weist die Statistik aus. Die Zahl der erfassten Fahrzeuge ist mit knapp 333.000 fast identisch mit dem Wert von 2014. Dennoch ist die Zahl der erwischten Temposünder zurückgegangen. Die Stadt verschickte 15.262 Verwarnungen – 1 084 weniger als im Vorjahr. In etwa gleich geblieben ist mit 966 Fällen (2014: 967) die Zahl derer, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 21 Stundenkilometer überschritten. Das gilt als Ordnungswidrigkeit und wird vom Regierungspräsidium Kassel verfolgt. Gestiegen ist indes die Zahl der Fahrverbote – von 37 auf 53.

Einige Zeit auf seinen Führerschein verzichten musste unter anderem der eingangs erwähnte Raser, der den Kontrolleuren auf der L 3117 zwischen Neu-Isenburg und Gravenbruch ins Netz ging. Nicht wundern: Das Straßenstück zählt zur Gemarkung Dreieich. Fast genau doppelt so schnell wie die zulässigen 70 Stundenkilometer – nämlich mit 139 Sachen – war ein Autofahrer auf der L 3262 zwischen Buchschlag und Zeppelinheim unterwegs. Innerörtlich wurden die Spitzenreiter mit 93 km/h auf der Hainer Chaussee und der Frankfurter Straße sowie mit 92 km/h auf der Offenbacher Straße gemessen. Die Höchstgeschwindigkeit dort beträgt 50 km/h.

Die registrierten Überschreitungen innerhalb von Tempo-30-Zonen sind nach oben gegangen – der Wert erhöhte sich von 7,55 auf neun Prozent. 19.797 Fahrzeuge wurden erfasst, 1 775 Fahrer hielten sich nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit. Traurige Ausreißer: In der Theodor-Heuss-Straße in Sprendlingen wurde ebenso ein Verkehrsteilnehmer mit 67 km/h geblitzt wie in der Bahnhofstraße in Offenthal. Gerade mit Blick auf die innerörtlichen Überschreitungen spricht Erster Stadtrat Burlon von einem „im höchsten Maße unverantwortlichen Verhalten“. Was Falschparker betrifft, vermeldet Karin Eisenhauer einen leichten Zuwachs (plus 600). 12.492 Knöllchen wurden verteilt. Die häufigsten Vergehen: 4 254 Mal Parken ohne Parkscheibe, gefolgt von 1 433 Fällen, in denen die Parkscheibe falsch eingestellt wurde, Parken auf dem Gehweg (1 045) und Parken im Halteverbot (809).

Gestiegen ist die Zahl der Rotlichtverstöße mit 277 Fällen, das sind 47 mehr als 2014. Dabei handelt es sich immer um einen Bußgeldtatbestand. Wer die Ampel überfährt, wenn sie länger als eine Sekunde rot zeigt, muss seinen Führerschein für einen Monat abgeben. Das RP sprach 51 Fahrverbote aus, 2014 mussten 69 Autofahrer vorübergehend „zugucken“. Am häufigsten hat es an den Ampeln in der Hainer Chaussee nahe der Weibelfeldschule (72 Mal) und in der Darmstädter Straße in Höhe Vogtei (36 Mal) geblitzt. Die sieben Starenkästen, die abwechselnd mit einer Kamera bestückt werden, sind allesamt an Fußgängerampeln installiert, die Kinder auf dem Weg in die Schule oder Kita nehmen.

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Rund 456.000 Euro (2014: 471.000) hat die Stadt im vergangenen Jahr durch Verwarnungs- und Bußgelder eingenommen. Der Stadt gehe es nicht darum, ihre Kasse zu füllen, sondern vor allem um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern, betont Martin Burlon. Ziehe man die Personalkosten und den Verwaltungsaufwand ab, bleibe unterm Strich nicht viel übrig, versichert der Erste Stadtrat. Übrigens: 58 Verkehrssünder legten es 2015 darauf an und zogen vor Gericht. In keinem Fall wurde das Verfahren eingestellt, alle mussten löhnen.

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