Stadtteilzentrum Nord

Einmal bauen statt ewig mieten

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Dreieich - Der Magistrat hält es für ökonomischer, ein Stadtteilzentrum im Sprendlinger Norden zu errichten, als langfristig auf die aktuellen Räume zu setzen. Von Cora Werwitzke 

Die Zeit drängt, wenn im Sprendlinger Norden noch das lange beschworene Stadtteilzentrum entstehen soll. Erster Akt, damit das Projekt umgesetzt werden kann, ist die Freigabe der Finanzen. Denn hinter dem Posten steht im Haushalt bisher ein Sperrvermerk. Im Sozialausschuss und im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr konnten sich die Parlamentarier jetzt allerdings noch nicht dazu durchringen, das Geld freizugeben. Entschieden ist damit freilich noch nichts. Nägel mit Köpfen werden bei der Stadtverordnetensitzung am 11. Februar gemacht.

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Planungen auf Null

Konkret geht es um eine Investitionssumme von rund 1,2 Millionen Euro, mit der das Zentrum neben der neuen U3-Betreuung an der Hegelstraße gebaut werden soll. Profitieren würde vor allem das Forum Sprendlingen Nord – der Verein könnte aus seinen provisorischen Räumen in den Neubau ziehen. Zeitdruck herrscht deshalb, weil die bereits länger zugesagte Fördersumme von 578.000 Euro aus dem Programm „Soziale Stadt“ zeitlich gebunden ist. Die Mittel können zwei Jahre geschoben werden, andernfalls verfallen sie.

Diskrepanz zwischen Rechnungen

Seit Kurzem liegt eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsberechnung auf dem Tisch, die Bürgermeister Dieter Zimmer mit der These „Der Neubau kostet im Endeffekt nicht mehr als der Ist-Zustand“ zusammenfasst. Auf 30 Jahre betrachtet laufen demnach die Ausgaben für Bau und Betrieb eines neuen Stadtteilzentrums und die Anmietung der aktuellen Räume und Pavillons aufs selbe hinaus.

Noch vor Kurzem hieß es, dass die Stadt mit einem Neubau jährlich rund 20.000 Euro mehr ausgeben würde als wenn sie wie gehabt Räume anmietet. Die Diskrepanz zur aktuellen Rechnung kommt zustande, weil das Stadtteilbüro der Quartiersmanagerin im ersten Anlauf „vergessen“ wurde. Auch sie könnte in den Neubau ziehen, was der Stadt Miet- und anteilige Personalkosten in Höhe von eben diesen 20.000 Euro jährlich ersparen würde.

Noch keine Vorentscheidung gefallen

In den Fraktionen wird der Bau des Stadtteilzentrums unterschiedlich bewertet. Die Christdemokraten stehen dem Projekt grundsätzlich kritisch gegenüber. Sprecher Joachim Greul zweifelt an, dass das Forum Sprendlingen Nord das Vereinsleben samt Gemeinschaftsgefühl ad hoc in ein neues Gebäude transferieren kann. „Die Leute müssen die Hegelstraße nur 100 Meter weiter herunterlaufen“, kontert Holger Dechert (SPD). Aus Gesprächen mit dem Verein sei bekannt, dass „alle für den Umzug sind und darin neue Chancen sehen“. Gemäß dieser Positionen stimmte die CDU gegen, die SPD für die Aufhebung des Sperrvermerks – und zwar sowohl im Sozialausschuss als auch im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Mit dem 4:4-Remis, bei einer Enthaltung der FWG, ist noch keine Vorentscheidung gefallen. Denn Grüne und FDP haben sich mehr Zeit erbeten, um die aktualisierte Finanzrechnung nachvollziehen zu können – und stimmten gar nicht erst ab. Bis zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 4. Februar werden sich auch diese Fraktionen eine Meinung gebildet haben, so dass davon ausgegangen werden kann, dass sich an diesem Abend auch ein repräsentatives Bild ergeben wird, wohin die Reise eine Woche später in der Stadtverordnetenversammlung gehen dürfte.

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