Georg-Büchner-Schule wechselt in Schillerschule – wird ihren Namen aber behalten

Standort-Tausch in Dreieich mit Nebengeräuschen

Abertausende Sprendlinger Kinder haben in diesem Backsteingebäude ihre ersten Schuljahre erlebt. 115 Jahre hat die Schillerschule auf dem Buckel, künftig ist die Georg-Büchner-Schule hier zu Hause. 
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Abertausende Sprendlinger Kinder haben in diesem Backsteingebäude ihre ersten Schuljahre erlebt. 115 Jahre hat die Schillerschule auf dem Buckel, künftig ist die Georg-Büchner-Schule hier zu Hause. 

Die Schillerschule und die Georg-Büchner-Schule (GBS) in Dreieich tauschen gerade die Standorte. Die Rochade ist eine Reaktion des Kreises auf die kontinuierlich steigenden Schülerzahlen, die Räume in dem Backsteingebäude an der Moselstraße reichten der Grundschule nicht mehr aus. Auf dem Gelände sah der Kreis als Schulträger keine Möglichkeit, eine vierzügige Grundschule zu entwickeln.

Dreieich - Nach den Ferien führt der Schulweg der Mädchen und Jungen in die Konrad-Adenauer-Straße. Wo früher auch mal die Heinrich-Heine-Schule beheimatet war, hatte zuletzt die Georg-Büchner-Schule ihren Sitz. Zwischendurch war dort auch noch die Volkshochschule angesiedelt. Die Schillerschulgemeinde hat sich zwischenzeitlich für einen neuen Namen entschieden, der vom Kreistag beschlossen wurde: Grundschule am Hengstbach.

Diese Umbenennung bewertet der Heimatkunderverein Freunde Sprendlingens positiv. Der Entscheidung müsste aber aus seiner Sicht ein zweiter Schritt folgen, nämlich die Namensänderung der Georg-Büchner- in Schillerschule. Ansonsten, so Vorsitzender Wilhelm Ott, hätte die Umbenennung in Grundschule am Hengstbach keinen Sinn gehabt. „Sie hätte dann auch Schillerschule bleiben können.“ Ott hat einen Brief an Landrat Oliver Quilling geschrieben, in dem der Verein sich wünscht, dass der Traditionsname Schillerschule erhalten bleibt, „weil das Gebäude seit 115 Jahren Bestandteil der Sprendlinger Identität ist“ und ansonsten ein weiteres Stück Heimat verloren ginge. Der Verein, so der Vorsitzende weiter, habe den Eindruck gewonnen, „dass die Georg-Büchner-Schule nichts Prinzipielles gegen eine Umbenennung in Schillerschule einwenden würde“.

Das allerdings ist eine Einschätzung, die sich nicht mit der von Angelika Gallwas deckt. Gemeinsam mit Moritz Kaschewski leitet sie aktuell kommissarisch die Georg-Büchner-Schule. Der bisherige Leiter Lukas Kracht ist zu Beginn des Monats als Dezernent für Förderschulen ins Staatliche Schulamt nach Offenbach gewechselt. Es gebe keinen Beweggrund, den Schulnamen zu ändern, sagt Gallwas. „Unsere Schüler identifizieren sich mit ihrer Schule“, so die kommissarische Leiterin weiter. Gallwas erinnert daran, dass die Büchner-Schule bereits 2009 umziehen musste – vom Schlesienweg in die Konrad-Adenauer-Straße. „Wir sehen keine Veranlassung, nur wegen eines Gebäudes den Namen zu wechseln“, betont die Pädagogin. Zumal das Gebäude als solches ja erhalten bleibe.

Die GBS ist eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Nach den Ferien werden an der Moselstraße 80 Kinder und Jugendliche im Alter von etwa zehn bis 17 Jahren unterrichtet, die aus Dreieich, Langen, Egelsbach und Neu-Isenburg kommen. Die Umbau- und Renovierungsarbeiten sind in vollem Gang. Aktuell fehlen noch Fachräume für Naturwissenschaften und Arbeitslehre. Sie sollen Platz finden in einer zweigeschossigen Containeranlage, die die bisherigen Pavillons ersetzen soll.

Von Frank Mahn

Das Schild wird dort nicht mehr lange hängen. Hier ist künftig die Grundschule am Hengstbach beheimatet. 

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