Dreieich-Museum löst Sammlung auf

Steinerne Zeitzeugen ziehen um

+

Dreieich - Jahrelang standen im Dreieich-Museum historische Grenzsteine und Sühnekreuze. Nun wird die Sammlung aufgelöst. Der Geschichts- und Heimatverein und der Grenzsteinobmann Wilhelm Ott haben aber neue Standorte für die steinernen Zeitzeugen gefunden.

Einst markierten sie die Grenze zwischen Fürstentum Ysenburg und Landgrafschaft Hessen-Darmstadt – seitdem schlummerten sie vor sich hin. Vor Jahren dann fanden einige Grenzsteine vor und im Dreieich-Museum einen neuen Platz. In einem Durchgang bildeten sie ein Innenlapidarium, eine Sammlung, abgeleitet von lateinischen Wort lapis für Stein. Doch nun mussten die historischen Grenzsteine und Sühnkreuze aus dem Museum abermals umziehen. Weil der Durchgang seit dem Umbau nicht mehr zugänglich ist, entschied der Vorstand des Geschichts- und Heimatvereins Dreieichenhain (GHV), das Innenlapidarium aufzulösen. Schon 2014 mussten bei der Umgestaltung des Eingangs Steine aus dem 18. und 19. Jahrhundert umziehen – aus einem Beet vor dem Museum in den Burggarten zwischen Kirche und Palas.

Mit Unterstützung von Wilhelm Ott, Obmann für Grenzsteine im Kreis, fand der das Museum betreibende GHV für die steinernen Zeitzeugen nun neue Standorte. Drei Sühnekreuze bleiben im Haus und sind in der neuen Dauerausstellung im Obergeschoss des Museums zu sehen. Einen Stein aus Gravenbruch erhält das Stadtmuseum in Neu-Isenburg. Christian Kunz, Leiter der Neu-Isenburger Museen, nahm ihn erfreut an: „Dieser Grenzstein mit den Wappen des Deutschen Ordens und den Grafen von Schönborn stammt von der heutigen Ostgrenze der Neu-Isenburger Gemarkung. Er passt zu den beiden von der Frankfurter Grenze, die bereits im Hof des Hauses zum Löwen stehen.“

Die anderen Grenzsteine wurden mit Unterstützung der Freunde Sprendlingens zunächst in das Lapidarium im Garten des Forstamts Langen in der Dieburger Straße gebracht. In dem 2012 eingeweihten Lapidarium stehen derzeit rund 25 Grenzsteine. Der GHV plant, einen aus Egelsbach stammenden „Eigenwaldstein“ dem dortigen Heimat- und Geschichtsverein zu überlassen, wenn er einen öffentlichen Standort für ihn findet. Die Leiterin des Dreieich-Museums, Corinna Molitor, sagt: „Es ist schön, zu sehen, dass die in unserem Museum nicht mehr zugänglichen historischen Grenzsteine an anderer Stelle der Öffentlichkeit präsentiert werden.“

Hayner Burgfest 2017: Bilder aus Dreieichenhain

Ein weiterer Stein, der einst die Grenze zwischen Ysenburg und Hessen-Darmstadt markierte, soll wieder an seinen angestammten Platz an der Einmündung der Trift im Buchschlager Wald aufgestellt werden. Er wurde in den 1980er Jahren ins Dreieich-Museum gebracht, weil an der Stelle die Südumgehung verlaufen sollte, berichtet Grenzsteinobmann Wilhelm Ott, der die historischen Grenzen und die Steine dokumentiert hat. Nachzulesen ist das auf seiner Internetseite www.steine-in-der-dreieich.de. (jrd)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare