Lyrik-Band von Brigitte Kosidowski

Stimmungen in wenige Worte fassen

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"auf dieser krokusblauen wiese" von Brigitte Wenzel ist im Kern-Verag erschienen, kostet 13,80 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.

Dreieich - Es ist die Spezialität von Brigitte Kosidowski, Stimmungen und Gefühle in wenigen Worten poetisch zu erfassen. Nun ist ihr zweiter Gedichtband „auf dieser krokusblauen wiese“ erschienen, den sie unter ihrem Mädchennamen Brigitte Wenzel herausgegeben hat. Von Holger Klemm 

Bei jeder sich bietenden Gelegenheit schreibt die in Dreieichenhain lebende Autorin ihre Eindrücke und Erlebnisse nieder und entwickelt daraus Gedichte. „Dabei hat sich wieder viel angesammelt.“ So entschloss sich Brigitte Kosidowski drei Jahre nach dem Erscheinen des ersten Buchs „vom himmel auf die erde gefallen“, ihrem Verlag die neuen Gedichte anzubieten. Dieser sagte sofort zu.

War der erste Band mit den schönen Bildern der Malerin Maria Kamma illustriert, unterstützen nun eigene Fotografien die Stimmung der Gedichte. „Und die sind überall entstanden“, berichtet sie. Das Spektrum reicht von Motiven aus dem Dreieichenhainer Wald über Aschaffenburg und das Schmetterlingshaus der Insel Mainau bis hin zu Urlaubsimpressionen aus dem Central Park, aus Norwegen oder Verona mit dem Romeo-und-Julia-Balkon. Es sind hauptsächlich Fotos von Blumen oder aus der Natur, die die Lyrikerin für ihren Band ausgesucht hat.

Denn es sind neben dem Alltag vor allem die Natur und die Jahreszeiten, von denen sich Brigitte Kosidowski inspirieren lässt. „Ich gehe jeden Tag in den Dreieichenhainer Wald zum Nordic Walking.“ Und dort gibt sie sich ihren Gedanken hin. Nicht selten entstehen dabei die Gedichte, die sie vor sich hinsagt, um diese nicht zu vergessen. „Besonders fasziniert mich das Werden und Vergehen in der Natur.“ Im Frühjahr schätzt sie die blühenden Wiesen, im Herbst den Geruch von Pilzen und frisch gefallenem Laub.

Im Erzgebirge geboren, zog die medizinisch-technische Fachassistentin 1984 mit ihrer Familie ins Rhein-Main-Gebiet und 1998 nach Dreieichenhain. 2005 entstanden die ersten Gedichte, teilweise im Labor von Biotest, wo sie bis zu ihrer Altersteilzeit 2012 arbeitete. „Ich musste mir einiges von der Seele schreiben.“

Und Brigitte Kosidowski ist seitdem dabei geblieben. „Lyrik ist die authentischste Form der Literatur, der Autor outet sich regelrecht.“ Auf eigene Favoriten angesprochen fallen Namen wie Hermann Hesse oder Kristiane Allert-Wybranietz, die 1980 einen Überraschungserfolg mit „Trotz alledem – Verschenktexte“ hatte. „Eine Kollegin fand ihre Gedichte den meinen sehr ähnlich.“ Ihre Lyrik beschreibt Brigitte Kosidowski selbst als einfach erzählt ohne Schnörkel.

Wichtig ist es der Autorin, ihre Gedichte öffentlich zu präsentieren – bei Lesungen zusammen mit anderen Künstlern. Das ist neben Maria Kamma die Neu-Isenburgerin Ingeborg Kuhl de Solano, die sie bei einer Veranstaltung in der Sprendlinger Bücherei „Gut gegen Nordwind“ kennenlernte. Mit ihr gestaltete die Lyrikerin auch eine Lesung zum Thema Glück. Ihrer Ansicht nach ist das eine Sache, zu der man selbst sehr viel beitragen kann. Es sei wichtig, die Dinge im Leben positiv zu sehen.

So ist es kein Wunder, dass das Buch mit „Facetten des Glücks“ eröffnet wird. Dort heißt es beispielsweise: „glück ist kein dauerzustand/glück ist wie ein bunter schmetterling/der sich auf deine hand setzt/verweilt/und wieder davonfliegt“, oder „ich halt ihn fest/ganz fest diesen schönen augenblick/ und konserviere ihn für die ewigkeit“.

Eine große Rolle spielt für sie auch Weihnachten. „Ich komme aus dem Erzgebirge und damit aus dem Weihnachtsland.“ Dort sei jedes Fenster beleuchtet und bei Schnee sei alles besonders zauberhaft. Natürlich hat Kosidowski viele Erinnerungen an die Weihnachtszeit aus der Region ihrer Heimat, wie die dort typischen „Bergmann und Engel“, die Pyramiden oder originale Figuren aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts.

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