Großes Fressen vor der langen Reise in den Süden

Störche machen auf Dreieicher Wiese Station

Es ist ein grandioses Schauspiel, das sich derzeit in den Wiesen zwischen Götzenhain und Offenthal beobachten lässt. Insgesamt futtern sich dort derzeit mehr als 30 Weißstörche durch.
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Es ist ein grandioses Schauspiel, das sich derzeit in den Wiesen zwischen Götzenhain und Offenthal beobachten lässt. Insgesamt futtern sich dort derzeit mehr als 30 Weißstörche durch.

Sie sind wieder da! Nachdem sich im vergangenen Sommer nur vereinzelt Weißstörche in den Wiesen zwischen Götzenhain und Offenthal blicken ließen, können Spaziergänger und Radfahrer momentan im besten Fall wieder mehr als 30 der majestätisch dahinschreitenden Vögel bewundern.

Dreieich - Der Tisch in den Rohrwiesen ist allem Anschein nach reich gedeckt. „Wenn sie nicht genügend zu fressen finden würden, wären sie längst weitergezogen“, sagt Dieter Ohler vom Naturschutzbund (NABU), der auch Mitglied der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz ist.

Weiterziehen ist das Stichwort. Denn die Paarungszeit der schwarz-weißen Glücksbringer ist längst vorbei. Die Störche haben die Wiesen, wie schon 2019, als sie in großer Zahl aufgetaucht waren, als Sammelplatz vor ihrem Flug Richtung Süden auserkoren. Normalerweise bevorzugt Meister Adebar Feuchtgebiete, weil er dort Frösche, Kröten, Kaulquappen und andere Lurche findet. „Sie sind wichtig, um die Jungen zu versorgen“, weiß Ohler. Doch nach seinen Worten ist der Westkreis Offenbach damit nicht so reich gesegnet wie der Ostkreis. Die Störche mögen aber auch Heuschrecken, Würmer und Mäuse.

Die Hoffnung, dass ein Paar zur Fortpflanzung schreitet und sich hier niederlässt, hat sich für dieses Jahr somit erst einmal wieder zerschlagen. „Wenn ein Horst nicht bis Mitte April angenommen wird, kann man das vergessen“, sagt Dieter Ohler. Dabei mangelt es im Feld zwischen Offenthal und Götzenhain nicht an Nistgelegenheiten. Im Februar vergangenen Jahres hatten die Stadtwerke in Kooperation mit dem NABU und der städtischen AG Umwelt- und Naturschutz einen ersten Korb auf einem ausrangierten Strommast montiert, also noch vor der Brutzeit der Störche. Nur einen Steinwurf entfernt wurde ein paar Monate später ein weiterer Weidenkorb in luftiger Höhe installiert, ebenfalls auf einem ausgedienten Strommast. Bislang allerdings ignorieren die Vögel die beiden „Ein-Zimmer-Wohnungen“.

Aktuell stärken sich die Tiere für die lange Reise in den Süden. Mitte bis Ende August brechen sie auf, viele über Gibraltar bis nach Afrika, aber nicht alle. Denn es ist nicht die Kälte, die den Storch zum Zugvogel werden lässt. Hierzulande findet er im Winter so gut wie keine Nahrung. Im Februar kommen die ersten dann wieder zurück. Und wer weiß: Vielleicht klappern sie dann auch mal in Dreieicher Gefilden.

Von Frank Mahn

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