Planungswerkstatt zur alten Ortsmitte

Streit mit Hessen Mobil über Straßensanierung spitzt sich zu

Offenthal - Die Offenthaler „basteln“ weiter an der Zukunft der alten Ortsmitte. Dazu beruft der Magistrat für 28. Juni eine weitere Planungswerkstatt ein. Was die Übergabe der früheren Landesstraßen durch Hessen Mobil angeht, reißt der Stadtregierung der Geduldsfaden. Von Frank Mahn 

Sie erwägt rechtliche Schritte. Seit 2015 begleiten Offenthaler Bürger den Entwicklungsprozess zur Gestaltung der alten Ortsmitte. Mit den Anregungen aus der letzten Planungswerkstatt des Jahres 2016 habe man die Entwurfsplanung für den Abschnitt Mainzer und Dieburger Straße abschließen können, berichtet Erster Stadtrat Martin Burlon. Bevor die Planung konkret wird und die Ausschreibung der Bauleistungen erfolgt, ist zum vorerst letzten Mal die Planungswerkstatt gefragt. Am Mittwoch, 28. Juni, ab 18.30 Uhr geht es im evangelischen Gemeindehaus zuvorderst um die Auswahl der Pflastersteine. Farbiger Asphalt war nach dem Treffen vom Oktober keine Option mehr. Mitarbeiter des von der Stadt beauftragten Planungsbüros bringen Mustersteine zur Begutachtung mit. Fahrbahn und Bordstein sollen bekanntlich in nicht allzu ferner Zukunft nahtlos ineinander übergehen, sich aber farblich unterscheiden.

Zur Sprache kommt außerdem die künftige Gestaltung des öffentlichen Bereichs vor der evangelischen Kirche. Dort waren ursprünglich Bäume vorgesehen, doch beim Oktober-Treffen hatten einige Bürger Bedenken geäußert. Hintergrund ist die Nähe zum Baumbestand auf dem Kirchengelände. Alternative könnte eine Stele sein, die über die Historie des Stadtteils im Allgemeinen und die Geschichte der Kirche im Besonderen informiert.

Und schließlich geht es um die Zukunft der alten Milchküche sowie die Sanierung der Kirchgasse, die ins Konzept einbezogen werden soll. Der Magistrat favorisiert den Abriss der Milchküche, weil eine Instandsetzung unverhältnismäßig teuer wäre. Für den Abriss hat Bürgermeister Dieter Zimmer vorsorglich schon mal 35 000 Euro im ersten Nachtragshaushalt eingestellt. 250.000 Euro will die Stadtregierung für das Anlegen eines Platzes und für die Kirchgasse verwenden, die optisch an die Ortsdurchfahrt anknüpfen soll. Am 28. Juni können die Offenthaler ihre Vorstellungen dazu einbringen.

Strohballen stehen in Offenthal in Flammen: Bilder

Nach wie vor weit auseinander gehen die Vorstellungen von Magistrat und Hessen Mobil, was die Übergabe der ehemaligen Landesstraßen betrifft. Die Straßenverkehrsbehörde hat der Stadt schlappe 42.000 Euro angeboten, um damit Bahnhof- und Weiherstraße zu sanieren; die Messeler Straße hat sie gar nicht erst erwähnt. Formal-juristisch ist die Übergabe längst erfolgt, die Abnahme steht aber noch aus, denn die Stadt – und auch viele Bürger des Stadtteils – sind mit dem Zustand nicht zufrieden. Die angebotene Summe ist nach den Worten von Martin Burlon „nicht akzeptabel“. Das habe auch ein Gutachter bestätigt. Im Rathaus hat man jetzt die Faxen dick, nachdem Hessen Mobil sich über ein Jahr nicht bewegt hat. Der Magistrat hat die Verwaltung beauftragt, rechtliche Schritte zu prüfen.

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare