Wie ein Elfjähriger die Geflügelzucht für sich entdeckt / Jugendpreis des Kreisverbands gewonnen

Talib und seine jungen Hühner

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Talib Muneem (r.) mit dem neusten Mitglied des Vereins, Dominik Langhammer, und den Thüringer Barthühnern.

Sprendlingen ‐ Seit zweieinhalb Jahren ist der erst elfjährige Talib Muneem mit seinem außergewöhnlichem Hobby beim Geflügelzuchtverein (GZV) 1929 Sprendlingen aktiv. Von Timon Weber

Ein Klassenkamerad, selbst Mitglied des GZV, hatte damals die gesamte Klasse in den Verein eingeladen. „Da hab ich mir gedacht, das wär doch was für mich“, erinnert Talib sich an seinen Entschluss, dem Verein beizutreten. Im August 2008 bekam er sein erstes Geflügel. Die Seidenhühner stammten von Thomas Sachs, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins. Sachs ist zusammen mit seiner Frau, wie auch der ganze Verein, stets um die Nachwuchsförderung bemüht, denn es ist nicht einfach, Jugendliche für dieses recht ungewöhnliche Hobby zu begeistern. Und trotzdem zählt der Verein sechs Mitglieder im Alter von sieben bis 14 Jahren.

Talib konnte, mit Unterstützung von Vater und Verein, eine eigene Zuchtanlage auf dem Vereinsgelände am Bürgeracker kaufen.

Obwohl für Talib in erster Linie der Spaß an den Tieren zählt, kann er schon einige Erfolge nachweisen. So gewann er zum Beispiel im vergangenen November den Jugendpreis auf der Kreisverbandsschau. Das Preisgeld bei solchen Ausstellungen deckt nur bei hohen Bewertungen die Ausstellungsgebühr und nur selten fällt Gewinn ab. „Einmal hatte ich am Ende sogar zwei Euro mehr“, erzählt Talib. Wenn er mal keinen Gewinn macht, unterstützt ihn sein Vater. Auch er findet langsam Gefallen am Züchten und will bald selbst ausstellen.

Aber auch im Verein bekommt Talib viel Rückhalt. Über Tipps und Geflügel, das bei anderen keinen Nutzen mehr findet, freut er sich besonders. Gerade von Thomas Sachs, der sich als eine Art Mentor für Talib versteht, bekommt er viel fachlichen Beistand. Das ist, laut Talib, neben dem Spaß an den Tieren ein weiterer Reiz bei der Geflügelzucht. „Hier macht das Lernen viel mehr Spaß als in der Schule“, findet er. Zur Geflügelzucht gehört aber auch theoretisches Wissen, das Talib sich zuhause aneignet, denn wie jeder Züchter muss er sich mit den Rassen auskennen.

Aber nicht immer fällt es Talib leicht, allen Aufgaben eines Züchters nachzukommen. Dazu gehört schließlich auch das „Aussortieren“ schlechter Tiere, also solcher, die den Zuchtvorgaben nicht entsprechen. Mit anderen Aufgaben, etwa dem richtigen Füttern und der Pflege der Tiere, hat der Elfjährige keine Probleme.

Zusammen mit seinem Vater ist er jeden Tag auf der Zuchtanlage, um die Tiere zu versorgen, aber auch, um die Volieren sauber zu machen. An manchen Tagen kommt Talib sogar direkt von der Schule mit dem Fahrrad zum Bürgeracker, um nach seinen Schützlingen zu schauen.

Zahlreiche Arten tummeln sich mittlerweile auf seiner Anlage: von Kanarienvögeln über Brieftauben bis hin zu den schwarzen Thüringer Barthühnern, auf die sich Talib spezialisiert hat. Mit ihnen will er noch einige Preise holen und dabei den richtigen Mittelweg zwischen Spaß und Erfolg finden.

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