In August-Bebel-Straße

Tempo 30 noch nicht vom Tisch

Dreieich - Die Verantwortlichen im Rathaus hoffen, dass der Haushalt 2018 in Kürze genehmigt wird. Gibt das RP grünes Licht, kann der Magistrat auf gut 300.000 Euro zugreifen, die als Planungskosten für den Umbau der August-Bebel-Straße eingepreist sind. Von Frank Mahn 

Wie berichtet, haben Anwohner eine BI gegründet, die vehement eine Verkehrsberuhigung fordert. Bei einem ihrer zentralen Anliegen sieht die Bürgerinitiative gute Chancen für eine zeitnahe Umsetzung. Zwar hat die BI in einem Gespräch mit dem hessischen Verkehrsministerium erfahren, dass die Einführung von Tempo 30 auf der kompletten Strecke zwischen Fichte- und Eisenbahnstraße nicht infrage kommt, aber zumindest teilweise. Die Straße sei nämlich offiziell als Schulweg ausgewiesen, berichtet BI-Sprecher Stefan Hohgraefe. Erster Stadtrat Martin Burlon, von den Anwohnern darauf hingewiesen, hat eine Prüfung zugesagt.

Unabhängig von deren Ausgang skizziert der Baudezernent den angedachten Fahrplan für die grundhafte Erneuerung der August-Bebel-Straße, die mehrfach hinter anderen Projekten zurückstehen musste. Das „Go“ des Regierungspräsidiums vorausgesetzt, kann die Stadtregierung 305.000 Euro für die Planung und Untersuchungen, zum Beispiel die Entnahme von Bodenproben, freigeben. Gebaut werden soll 2019, im Etat ist dafür eine Verpflichtungsermächtigung von 1,1 Millionen Euro vorgesehen. Das sei noch nicht die Endsumme, sagt Burlon, der zudem auf Zuschüsse hofft. Die müssen bis 30. September beantragt werden.

Was die Forderung der BI nach Mitsprache betrifft, verweist der Erste Stadtrat auf die Beispiele Hainer Weg/Bleiswijker Straße und Offenthaler Ortsmitte. „Die Planung wird in bewährter Weise unter intensiver Beteiligung der Öffentlichkeit und insbesondere der Anwohner erfolgen.“ Bereits im September 2017 hätten engagierte Vertreter der Anwohnerschaft der August-Bebel-Straße im Rathaus die Aspekte dargelegt, die berücksichtigt werden sollten. „Die Hinweise und Forderungen nehmen wir selbstverständlich ernst und werden ihre mögliche Umsetzbarkeit genau prüfen.“

Der Aussage der BI, in der August-Bebel-Straße werde häufig gerast, widerspricht Burlon und zieht als Beleg die Ergebnisse von Messungen heran. Er berichtet von acht Kontrollen im vergangenen Jahr, bei denen zu unterschiedlichen Tageszeiten knapp 3 500 Fahrzeuge erfasst wurden. „Hier sehen wir allerdings bei den Durchschnittswerten im Vergleich der August-Bebel-Straße mit anderen Dreieicher Straßen keine nennenswerten Auffälligkeiten.“ Die Resultate zeigten, dass das Geschwindigkeitsniveau gemessen an der Zahl der Verwarnungen gegenüber vergleichbaren Straßen sogar tendenziell leicht geringer sei. Zwölf Verwarnungen und ein Bußgeldverfahren seien die Folgen der Kontrollen gewesen. Im krassesten Fall wurde ein Autofahrer mit 72 km/h geblitzt, bei den Verwarnungsgeldern lag die höchste Geschwindigkeit bei 61 km/h.

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Auch bei einer sogenannten Häufigkeitsauswertung im Jahr 2014 seien 92 Prozent der Verkehrsteilnehmer unter den erlaubten 50 Stundenkilometern geblieben. Burlon: „Dazu passt die Statistik der Polizei, die keine Unfallhäufungen oder besonderen Auffälligkeiten in der August-Bebel-Straße zeigt.“ Dennoch bedeute das nicht, dass die Stadt Hinweise von Anwohnern ignoriere, versichert der Erste Stadtrat. Er kündigt für die nächsten Wochen weitere Kontrollen an.

Unbefriedigend ist für den Baudezernenten, wie auch für die BI, die Zahl der Querungsstellen. Auf der gesamten Straße gibt es nur eine Ampel und einen Zebrastreifen. Nach dem Umbau werden es definitiv mehr sein, verspricht Burlon. Als gute Lösung hätten sich Querungshilfen in der Mitte der Straße erwiesen. Sie sorgten auch für eine Temporeduzierung.

Rubriklistenbild: © dpa

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