Organisation im Umbruch

Zwei Private buhlen ums Tierheim

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Dreieich - Die Organisation des Tierheims Dreieich ist im Umbruch. Die letzte Hiobsbotschaft erreichte den von zehn Kreiskommunen eingesetzten Tierheim-Vorstand aus Dietzenbach: Die Stadt will aus der gemeinsam betriebenen Einrichtung aussteigen. Von Cora Werwitzke 

Der Vertrag ist bereits mit einer Restlaufzeit bis Dezember gekündigt. Damit fällt ab 2015 ein Beitragszahler weg, der für den Service des Tierheims, Fundtiere aus Dietzenbach aufzunehmen, dieses Jahr noch rund 27.000 Euro zuschießt.

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„Das ist natürlich bedauerlich“, sagt Manfred Weil, Vorsitzender des Betreibervereins. Vor allem, weil im Moment zukunftsweisende Verhandlungen laufen: Bekanntlich wollen sich die Mitgliedsstädte aus dem direkten Betrieb des Heims zurückziehen und sich stattdessen lieber vertraglich an einen unabhängigen Verantwortlichen binden. Ihre bisherigen Beiträge würden sie dann in ähnlichem Umfang an einen aller Wahrscheinlichkeit nach privaten Betreiber zahlen. „Der Ausstieg von Dietzenbach beeinträchtigt die Gespräche nicht“, versichert Weil auf Anfrage. Die zwei Interessenten seien darüber informiert worden und weiter am Ball.

Schon länger bekannt ist, dass Barbara Mosch-Schlösser ein Betreiberkonzept vorgelegt hat. Die Langener Doggenzüchterin sieht in der Übernahme des Tierheims eine gute Gelegenheit, ihren Betrieb zu erweitern. Auch über den zweiten Interessenten gibt es inzwischen Details: Es handelt sich um Hundezüchter und -trainer Manfred Teuber, ebenfalls aus Langen, der den Betrieb mit seiner Lebensgefährtin, der Hunde-Fachbuchautorin Harmke Horst, übernehmen würde. „Auch diese Bewerber haben ihre Fachkenntnis hinreichend nachgewiesen“, berichtet Manfred Weil. Nachdem beide Interessenten ihre Ideen präsentiert haben, sind sie nun gebeten worden, eine detaillierte Kalkulation einzureichen. Der Zeitplan sieht so aus, dass „wir diese Pläne einem Unternehmensberater zur Wirtschaftlichkeitsprüfung vorlegen“, so Weil – „wir sind darin schließlich auch keine Experten.“ Mit einer Entscheidung sei im April oder Mai zu rechnen. Damit könnte der ursprünglich angedachte Termin der Übergabe zum Jahreswechsel 2014/15 funktionieren. Zwischendurch wird der Zeitplan eng getaktet sein: „Allein eine Baugenehmigung zu bekommen, kann ja zwei, drei Monate dauern“, gibt Weil zu bedenken.

Derweil will sich die Interessengemeinschaft Tierheim Dreieich auch nach dem Aus ihres eingereichten Konzepts weiter einbringen. Die IG hatte in ihrem Vorschlag vor allem auf die Gründung eines Fördervereins und Spenden gesetzt – gescheitert war die Bewerbung daran, dass die aktuellen Mitgliedsstädte dann weiter in voller Verantwortung gestanden hätten. „Den Betrieb abzugeben, war nun einmal Grundvoraussetzung“, sagt Weil. Spenden zu akquirieren sei lobenswert, in Zeiten dringend sanierungsbedürftiger Gebäude aber nicht verlässlich genug.

Die IG verlegt sich nun darauf, die Tierschutz-Interessen bei der Übergabe des Tierheims zu vertreten. Für Freitag, 28. Februar, bittet sie zum Runden Tisch (Bürgerhaus Sprendlingen, 18.30 Uhr), um einen Fragenkatalog zu erarbeiten. Die Dreieicher SPD-Fraktion hat bereits zugesagt, diesen bei der Verhandlung mit den zwei Kandidaten einzubringen. IG-Sprecherin Daniela Diebrok sieht diese Art der Beteiligung als Chance, doch noch Einfluss nehmen zu können.

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