Über Grenzen hinweg

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Mit einem Rollenspiel zum Abschluss der Netzwerkkonferenz demonstrierten Schüler, wie wichtig internationale Treffen sind. Das Foto zeigt Jessica Fuller.

Dreieich ‐ „Es ist wie bei einer Beziehung: Wenn man sich nicht regelmäßig trifft, erkaltet sie.“ Mit diesen Worten umschrieb Sigrid Harnischfeger, Leiterin der Heinrich-Heine-Schule (HHS), die Bedeutung der 17. Internationalen Netzwerkkonferenz an der Sprendlinger Europaschule. Von Holger Klemm

Lehrer und Schüler aus 16 Partnerschulen und elf Ländern kamen zusammen, um die Beziehung zwischen den beteiligen Instituten weiter auszubauen. Mit dem Ergebnis zeigte sich die Schulleiterin sehr zufrieden.

Die Liste der Projekte, über die die 26 Lehrer der ausländischen Schulen mit ihren Kollegen an der Heinrich-Heine-Schule sprachen, war lang. Sie reichte von den unterschiedlichsten Austauschprogrammen über Betriebspraktika bis zu Exkursionen.

Einen Schüleraustausch bietet jede Schule an; der Anspruch der Europaschule geht darüber hinaus, betonte Lehrer Michael Tätzsch, an der HHS zuständig für die internationalen Projekte. Die Schüler aus den verschiedenen Ländern sollen gemeinsam lernen und sich so über die Grenzen hinweg besser kennenlernen. Dazu verfügt die Europaschule über ein enges Netz an Partnerschulen in Frankreich, England, den Niederlanden, Polen, der Türkei, Japan, Finnland. Neu hinzugekommen sind Spanien, Österreich und Namibia.

„Die Kollegen geben sich im Vorfeld unheimlich viel Mühe“, betonte die Schulleiterin. Und die Ergebnisse zeigten, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf vier Vorhaben gelegt - auf das Comenius-Projekt „Man and Machine“, die deutsch-französische Europaklasse, ein Ökologie-Projekt und einen deutsch-spanischen Austausch zum Thema „Tradition“.

Am aktuellen Comenius-Projekt, das von der Europäischen Union gefördert wird, beteiligen sich neben der HHS Partnerschulen in Frankreich (zwei), den Niederlanden und England. Es geht darum, dass die Schüler parallel am gemeinsamen Thema arbeiten, sich über das Internet austauschen und auch regelmäßig treffen. Im Mittelpunkt stehen technische Erfindungen und ihre gesellschaftlichen Folgen. Projektleiter Stefan Rottmann findet es dabei besonders reizvoll, dass Schüler sich sowohl mit der Technik als auch mit der damit verbundenen sozialen Seite beschäftigen.

Mit Hilfe der Frankfurter Universität wird eine Homepage aufgebaut, auf der die Schulen ihre Projektergebnisse dokumentieren können.

Bereits seit 1994 besteht mit dem Collège Saint-Exupéry in St. Jean-de-Braye mit den deutsch-französischen Europaklassen eine besondere Form der Begegnungspädagogik. Zwei Klassen tauschen sich über verschiedene Themen aus. Im Vordergrund stehen Begegnungen und Erfahrungen kultureller Art. „Die Schüler haben beispielsweise ihre Lieblingsmusik ausgetauscht“, berichtet Lehrerin Nicole Bondaug. Ziel ist es auch dabei, Vorurteile ab- sowie Toleranz und Akzeptanz für das Fremde aufzubauen.

Besonders gute Erfahrungen haben die vier teilnehmenden Schulen auch mit dem internationalen Ökologie-Projekt gemacht: Von jeder Schule können zehn Schüler teilnehmen, die eine Woche lang zusammenleben und sich mit der Natur beschäftigen. Englisch ist dabei die gemeinsame Sprache „Dabei wachsen sie als Gruppe zusammen“, freut sich Lehrer Hinnerk Kutscher.

Neu ist das Projekt mit einer Schule im südspanischen Jaen. Dabei sollen die beteiligten Schüler sich gegenseitig Traditionen, Feste und Gebräuche ihres Landes vorstellen, wie Lehrerin Sylvia Röhrig beschreibt.

Zum Abschluss der Konferenz präsentierten die Schüler gestern die Ergebnisse ihrer Arbeit in der Aula. Um die Notwendigkeit regelmäßiger internationaler Treffen zu unterstreichen, führten sie ein Rollenspiel auf.

Dabei trafen mit Michael Faraday und Georg Ohm zwei bedeutende Erfinder des 19. Jahrhunderts zufällig zusammen. Beide kamen zu dem Schluss, dass regelmäßige Konferenzen über die Grenzen hinweg ihre Arbeit vereinfacht hätten.

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