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Ungewisse Zukunft für Ponyhof in Dreieichenhain

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Von: Nicole Jost

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Seit über 25 Jahren können Kinder auf dem Gestüt Hengstbach das Reiten lernen. Doch nun soll das Gelände als Hochwasserschutz für den angrenzenden Bach genutzt werden.
Seit über 25 Jahren können Kinder auf dem Gestüt Hengstbach das Reiten lernen. Doch nun soll das Gelände als Hochwasserschutz für den angrenzenden Bach genutzt werden. © jost

Die drei Ponys stapfen mit drei noch relativ kleinen Mädchen über den leicht matschigen Reitplatz in Dreieichenhain. Die Kinder bekommen von Reitlehrerin Claudia die Anweisung, gerade zu sitzen. „Das ist die Gruppe der Kleinsten, sie sind fünf Jahre alt. Da laufen Mama, Papa oder eines der größeren Mädchen sicherheitshalber nebenher. Das ist noch nicht so richtiges Reiten, aber die Kinder bekommen ein Gefühl für die Bewegung, für das Tier und Vertrauen“, erklärt Ponyhof-Eigentümerin Ingeborg Bopp.

Dreieich - Im vergangen Sommer gab es gleich mehrere Demonstrationen mit Eltern, Kindern und Ponys vor der Stadtverordnetenversammlung am Bürgerhaus und auch vor dem Kreishaus in Dietzenbach, um den Ponyhof zu retten. Ein 2016 mit der Unteren Naturschutzbehörde geschlossener Abräumvertrag hatte das Ende der Ponyreitschule zunächst für den September 2021 besiegelt. Das Gelände am Hengstbach soll künftig zum Hochwasserschutz für den Bach genutzt werden. Doch Ingeborg Bopp hat vom Kreis einen Aufschub bekommen: Schnell sollte gemeinsam mit der Stadt nach einem alternativen Gelände gesucht werden, um die Reitschule zu erhalten.

„Es ist schwierig. Wir haben schon verschiedene Möglichkeiten besprochen, waren mit Reitvereinen und Reitanlagen in Gesprächen. Aber eine richtige Lösung gibt es bislang noch nicht“, berichtet Bopp. Sie verhandele mit dem Eigentümer einer Sprendlinger Anlage und suche nach Optionen über die Grenzen von Dreieich hinaus, um mit Vereinen, Höfen oder Einrichtungen für Kinder in Zusammenhang mit Tieren zu kooperieren.

Es sei für sie im Augenblick eine nahe liegende Lösung, die Reitschule zu verkleinern, den Stall auf die andere Seite des Bachs zu verlagern und nur noch den kleineren der beiden Reitplätze zu nutzen. „Allerdings brauche ich auch weiterhin Weideland für die Ponys“, erklärt die Reitlehrerin, die den Dreieicher Kindern schon seit mehr als 25 Jahren erfolgreich das Reiten beibringt.

Aus dem Rathaus lässt Erster Stadtrat Markus Heller ausrichten, dass sich an der Situation, dass man kein städtisches Ausweichgrundstück für einen neuen Standort der privaten Anlage von Ingeborg Bopp anbieten könne, nichts geändert habe. „Die rechtlichen Prüfungen, ob sich über eine etwaige Bebauungsplanänderung des aktuellen Geländes neue Optionen ergeben könnten, ist noch nicht abgeschlossen.“ Heller sieht keine kurzfristigen Lösungen, da die Belange des Hochwasserschutzes am Hengstbach zu berücksichtigen sind, die für ein Gesamtkonzept auf der Agenda stehen.

Ingeborg Bopp betont, dass es sich nicht um ihre Person dreht, wenn es um die Zukunft der Ponyreitschule geht: „Ich bin 73 Jahre alt. Ich mache das nicht mehr für mich. Aber für die Kinder, die hier oft viele Stunden miteinander und mit den Tieren verbringen, auch wenn sie keine Reitstunde haben, ist es ein wichtiger Ort. Es gibt keine Alternative in der Umgebung, insbesondere für die jüngeren Kinder.“

Die Nachfrage sei groß, immer wieder gebe es Anrufe. „Ich hoffe wirklich, dass wir noch eine Alternative finden, am liebsten eine gute Kooperation. Das ist ja auch die nächste Generation, die in den Pferdesport hineinwächst. Auch die Vereine und die Stadt sollten ein Interesse daran haben, dass die Kinder eine Möglichkeit haben, ihr Hobby auszuüben. Ich würde es schade finden, jetzt aufzuhören und all die Kinder und Eltern zu enttäuschen“, zeigt sich Ingeborg Bopp besorgt.

Von Nicole Jost

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