Strafanzeige gestellt

Corona-Partys auf Schulgelände? Vandalen wüten an Grundschule und Minigolfanlage

Wüst sah es nach dem jüngsten Gelage in der Wingertschule aus. Ein Teil der Möbel wurde zerstört.
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Wüst sah es nach dem jüngsten Gelage in der Wingertschule aus. Ein Teil der Möbel wurde zerstört.

An einer Grundschule in Dreieich haben Vandalen Möbel zerstört. Auch die benachbarte Minigolfanlage ist betroffen. Jugendliche sind in der Gegend schon häufiger aufgefallen.

Offenthal - Die von den Mädchen und Jungen in der Schulbetreuung KiT (Kinder im Treffpunkt) selbst zusammengezimmerten Palettenmöbel liegen achtlos und zum Teil zerstört auf dem Hof der Wingertschule herum. Mit einzelnen, herausgerissenen Latten sind die Lampen des Pausenhofs zerschlagen worden. Von Freitag- auf Samstagnacht haben Vandalen an der Offenthaler Grundschule gewütet.

„Wir haben jetzt Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt“, berichtet Michaela Holzkämper, Leiterin der Wingertschule. Es ist nicht das erste Mal gewesen, dass sich nächtliche Ruhestörer auf dem Gelände ausgetobt haben. Mehrfach wurden in den vergangenen Wochen Reste von Partys gefunden. Erst ein paar Tage zuvor hatte eine Lehrerin am frühen Abend eine Gruppe Jugendlicher zwischen 14 und 17 bei ihrem Treffen auf dem Schulgelände gestört. Als die Lehrerin sie ansprach, nahmen sie Reißaus. „Dabei haben sie eine Whiskyflasche, Cola und eine Bluetooth-Box zurückgelassen“, schildert Holzkämper.

Dreieich: Jugendliche verstoßen gegen alle Corona-Regeln

Nicht nur auf dem Schulhof hängen die Jugendlichen verbotenerweise ab, berichtet die Schulleiterin. Bis zu zwanzig junge Leute sitzen gegen alle Corona-Regeln abends auf dem Gelände der Philipp-Köppen-Halle und auf Außenflächen von Kitas oder auf Spielplätzen.

Das Freiluft-Café an der Bahnlinie mit der Minigolfanlage wurde ebenfalls Opfer von Vandalismus und Diebstahl. „Wir haben in der vergangenen Woche Strafanzeige bei der Polizei gestellt“, sagt Betreiberin Karima Tobni. Auch ihr ist schon länger aufgefallen, dass es sich Jugendliche auf dem Gelände gemütlich machen, wenn sie gegen 19 Uhr die Pforten schließt. „Wir sind ja von Mittwoch bis Sonntag da, verkaufen Kuchen, Suppen und Würstchen. Auch Minigolfspielen ist mit einem Haushalt wieder möglich. Aber wenn wir dann abends zusammenräumen, lassen wir keinen einzigen Teelichthalter mehr draußen stehen, weil alles wegkommt“, erzählt Tobni.

In Offenthal läuft einiges aus dem Ruder

Corona macht uns alle mürbe. Kein Sport in der Gemeinschaft, keine Konzerte, kein Kino, kein Fitnessstudio, keine oder nur wenig Schule in der Schule, wir müssen auf vieles verzichten in der Pandemie. Dabei ist der Mensch ein soziales Wesen und nicht dazu gemacht, allein durchs Leben zu dümpeln. Dass Jugendlichen seit Monaten vieles abgeht, ist unbestritten. Sie wollen raus, wie wir alle. In Offenthal aber läuft einiges aus dem Ruder. Die Teenager, die dort in Gruppen unterwegs sind, missachten sämtliche Coronaregeln, bringen damit sich und andere in Gefahr. In angesäuseltem Zustand begehen sie dann auch noch Sachbeschädigungen. Man muss jetzt nicht mit Law-and-Order-Parolen vom harten Durchgreifen kommen, aber interessiert manche Eltern denn überhaupt nicht, was ihr Nachwuchs abends so treibt? Und auch wenn Verbote oft ein stumpfes Schwert sind: Es hätte bestimmt nicht geschadet, wenn der Kreis das Alkoholverbot auch für Schulen und Spielplätze verhängt hätte. (Frank Mahn)

In der vergangenen Woche wurden das Leergut hinter dem Verkaufshäuschen geklaut und ein Blumentopf auf den Radweg geworfen, der in tausend Scherben zerbarst. „Auf unserer Tageskartentafel hinterließen sie noch feine Beschimpfungen“, berichtet die Café-Betreiberin. Sie hat den Eindruck, dass zwei unterschiedliche Gruppen von Jugendlichen unterwegs sind: „Die einen chillen nur ein bisschen und hinterlassen ihren Dreck. Die Randalierer sind vermutlich eine andere Truppe. Ich komme jedenfalls jeden Tag mit Bauchschmerzen hier an und frage mich, was uns jetzt wieder erwartet“, sagt Tobni.

Auch die Minigolfanlage und das Café an der Bahnlinie wurde schon mehrfach Opfer von Vandalismus. Betreiberin Karima Tobni ist stinksauer und hofft, dass die Polizei die Täter dingfest macht.

Keine Häufung von Vandalismus in ganz Dreieich

Schulleiterin wie Café-Betreiberin wissen, dass die Pandemie mit den Lockdown- Regeln gerade für die Jugendlichen eine schwere Zeit ist. „Na klar, sie haben jetzt nicht viel zu lachen. Aber sie können nicht randalieren und Sachen von uns zerstören. Das geht gar nicht“, hofft Karima Tobni, dass die Polizei die Randalierer wird dingfest machen können.

Die Polizeidienststelle in Neu-Isenburg hat den Fall im Café aufgenommen, in der Schule waren sogar Beamte und haben sich die Schäden angesehen. „Von einer Häufung von Vandalismus im Stadtteil Offenthal oder in ganz Dreieich können wir aber nicht sprechen“, sagt Felix Geis, Sprecher des Polizeipräsidiums in Offenbach. (Nicole Jost)

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