Gastronomie

Diese Architektin bietet jetzt veganes Essen aus der Region an

Im veganen Deli von Nina Senor-Megias kommen saisonale und regionale Zutaten zum Einsatz. Wer sein Gericht mitnimmt, bekommt es in nachhaltigen Glasbehältern serviert. 	Foto: jost
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Im veganen Deli von Nina Senor-Megias kommen saisonale und regionale Zutaten zum Einsatz. Wer sein Gericht mitnimmt, bekommt es in nachhaltigen Glasbehältern serviert.

Mitten in Dreieich bei Offenbach hat sich Nina Senor-Megias selbst verwirklicht. Ihre vegane Gastronomie erfährt große Resonanz.

Dreieich - Ständig kommen Menschen die wenigen Stufen in der Buchschlager Allee 23 nach oben und betreten den geschmackvoll eingerichteten Verkaufsraum von Nina’s Deli in Dreieich. Viele von ihnen werden von der Chefin Nina Senor-Megias oder einer ihrer vier Mitarbeiterinnen namentlich begrüßt. Eine einfache Theke mit Barhockern lädt dazu ein, im Geschäft direkt zu essen, auch ein großer Tisch steht bereit, an dem die Stühle gerade alle besetzt sind.

„Es läuft wirklich hervorragend und die Resonanz ist toll“, zeigt sich die Inhaberin glücklich. Schließlich hat das Deli mit der vielfältigen Auswahl an veganen Gerichten erst seit August geöffnet. In der beleuchteten Theke stehen schon die Mittagessen bereit und warten auf ihre Abholung. Wer heute Nina’s Deli betritt, dem springt unmittelbar die Glasnoodle-Bowl mit cremigem, gelben Thai-Curry mit Gemüse und aromatischer Zitronengras-Kaffirlimetten-Würze ins Auge, die auf der Karte steht.

Nina´s Deli in Dreieich (Kreis Offenbach): Vegan auch in der To-Go Abteilung

Wer hingegen nur auf die Schnelle was auf die Hand braucht, wird bei den Sandwiches fündig: Ein Vollkornbrot mit Räuchertofu, Avocado und Pesto, oder doch lieber eines mit Grillgemüse? Und auch die Süßigkeiten-Liebhaber kommen auf ihre Kosten. An diesem Morgen stehen etwa ein Apfel-Streusel-Kuchen sowie verschiedene Cookies zur Wahl.

Dass die studierte Architektin überhaupt in die Gastro-Szene einsteigt, war so eigentlich nie geplant. Gesunde Ernährung interessiere sie allerdings schon lange, immerhin lebt sie selbst seit mittlerweile 15 Jahren vegan. Als Yoga-Lehrerin führte sie jahrelang ein eigenes Studio. „Ich wollte mich gut fühlen, bei dem, was ich esse, bei dem was ich einkaufe. Ich habe die komplette Kette der Nahrungsindustrie hinterfragt“, erzählt die 48-Jährige, die auch Mutter von zwei Töchtern ist. Die Zukunft ihrer Kinder und die Schonung der Ressourcen der Erde sind ohnehin ihre ganz persönliche Motivation für ein nachhaltiges und achtsames Leben.

Gastronomie in Dreieich (Kreis Offenbach): „Vegan heißt nicht gleich Verzicht“

Am Herzen liegt ihr auch das Tierwohl: „Wären Schlachthäuser aus Glas, würde vermutlich niemand mehr Fleisch essen. Was mit dem Milchvieh passiert, ist oftmals sogar noch schrecklicher“, weiß sie. Vegan zu leben, müsse nicht Verzicht bedeuten. „Das ist auch das, was ich hier zeigen will. Viele Leute, die reinkommen, wissen gar nicht, dass es ein veganes Deli ist.

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Aber es gibt immer lecker und sehr abwechslungs- und nährstoffreich zu essen. Jeden Morgen ganz frisch gemacht, aus saisonalen und regionalen Zutaten und in Glasbehältern in einem Pfandsystem nachhaltig serviert. Seit wir eröffnet haben, haben wir kaum eine Wiederholung in der Mittagskarte“, betont sie.

Vegane Ernährung: Einen Tag pro Woche würde helfen

Sie ist keine Dogmatikerin, sagt nicht, dass alle in Zukunft vegan leben müssen. Aber: „Wenn jeder nur einen Tag in der Woche auf Fleisch und Milchprodukte verzichtet, ist schon viel geholfen. Jeder sollte sich seine Ernährung einfach bewusst machen. Ich möchte dabei unterstützen und zeigen, wie gut es tut und wie gut es schmeckt.“

Nach einigen persönlichen Veränderungen und nach einer Krebserkrankung steigt die Darmstädterin, die seit zweieinhalb Jahren in Buchschlag lebt, noch tiefer in das Thema ein und studiert Ernährungsberatung auf veganer Basis. Die Architektin in ihr ist natürlich noch da. Dementsprechend ist ihr Laden gemütlich und einladend eingerichtet, sodass sich jeder wohlfühlen kann. Für die Zukunft hat sie noch viele Pläne.

So wird das Deli, das derzeit von Dienstag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr geöffnet ist, künftig auch montags die Pforten öffnen. Auch eine Art Weinbar für abends ist in Planung. Senor-Megias berät andere Gastronomen für vegane Speisen auf der Karte, gibt Kurse zum veganen Kochen, bietet Caterings an und gerade entsteht auch ein Kochbuch mit den beliebtesten Gerichten aus ihrem Deli. „Ja, es ist harte Arbeit und ich stecke viele Stunden und Energie in den Laden. Aber es macht so viel Spaß“, sagt sie mit einem breiten Lächeln. Für die eigene Entspannung sorgt Nina Senor-Megias natürlich auch: Zeit mit den beiden Töchtern, lange Spaziergänge mit den beiden Bulldoggen, Yoga, Crossfit und Meditation. (Nicole Jost)

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