Abschied von einer spannenden Zeit

Martina Geßner verlässt die Winkelsmühle in Dreieich

Martina Geßner, stellvertretende Leiterin der Winkelsmühle, war zwölf Jahre lang in dem Begegnungszentrum in Dreieichenhain eine wichtige Ansprechpartnerin. Mitte Februar nimmt die 57-Jährige Abschied.
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Martina Geßner, stellvertretende Leiterin der Winkelsmühle, war zwölf Jahre lang in dem Begegnungszentrum in Dreieichenhain eine wichtige Ansprechpartnerin. Mitte Februar nimmt die 57-Jährige Abschied.

Nach zwölf Jahren in der Winkelsmühle verabschiedet sich Mitte Februar Martina Geßner, stellvertretende Leiterin des Familienzentrums in Dreieichenhain. „Ich hatte hier eine spannende Zeit in einem tollen Team und den schönsten Arbeitsplatz, den ich je hatte“, ist die studierte Sozialpädagogin durchaus auch ein bisschen wehmütig beim Gedanken an den bevorstehenden Abschied.

Dreieich - Als sie 2009 an die Winkelsmühle kam, übernahm Geßner die Organisation der Freiwilligenarbeit. „Schon das hat mir viel Freude bereitet, denn es ist schön, wie viele Leute sich ehrenamtlich in der Winkelsmühle einbringen. Diese Menschen sind es, die das Haus mit Leben füllen“ weiß Martina Geßner. In den folgenden Jahren war sie zuständig für die Entwicklung der Angebote für Senioren, hin zu einem Programm für alle Altersgruppen. Ein gutes Beispiel sind dabei wichtige Angebote, wie die Auszeit, bei der Pflegende ihre dementen Angehörigen für einige Stunden in die Einrichtung bringen können. Martina Geßner setzte neben dem reinen Veranstaltungsprogramm mit Ausstellungen oder Gymnastikgruppen auch darauf, immer ein Ohr an den Bedürfnissen und Themen der Menschen in Dreieichenhain zu haben. Daraus entstand im vergangenen Jahr, in dem die Winkelsmühle auch offiziell Familienzentrum wurde, die Veranstaltungsreihe über den nachhaltigen Konsum und das Foodsharing. „Das ist ein Programm, welches in der Pandemie online ganz gut weiterläuft“, ist Geßner erfreut.

Neben der generationsübergreifenden Arbeit hat die stellvertretende Leiterin der Winkelsmühle 2014 die Flüchtlingsarbeit in der Diakonie übernommen. „2015 war schon eine große Herausforderung, vor allem die Unterbringung der neu in den Kreis Offenbach kommenden Menschen zu organisieren“´, erinnert sie sich. Es galt, die Strukturen in den Kommunen mit dem Kreis Offenbach zu entwickeln. „Wir waren durchaus erfolgreich“, zieht Geßner eine positive Bilanz. Inzwischen habe sich die Arbeit mit Flüchtlingen verändert. Die Zahl der Fälle, die gleichzeitig bearbeitet werden müssen, sei längst nicht mehr so hoch. „Dafür geht es jetzt um nicht weniger wichtige Fragen“, berichtet Martina Geßner aus der täglichen Arbeit ihres Teams. Themen sind unter anderem die Klärung des Aufenthaltstatus, die Familienzusammenführungen oder der berufliche Einstieg.

Viele der Aufgaben, die in den Händen der Winkelsmühle liegen, gehören zu den sogenannten freiwilligen Aufgaben. Aus diesem Grund sei der Kostendruck bei den Projekten immens und die Mitarbeiter müssen sich oftmals aufwendig um die Finanzierung aus den unterschiedlichen Fördertöpfen bemühen. „An der Kreativität und den Bedürfnissen, die die Menschen hier haben, mangelt es nicht. Aber die Frage der Finanzierung ist für ein großes Haus wie dieses doch oft schwierig“, kennt Geßner auch diese Aufgabe nur zu gut.

Jetzt geht es für die 57 Jahre alte gebürtige Offenbacherin, die seit rund zehn Jahren in Hanau-Steinheim lebt, auf zu neuen Ufern. „Ich will mein Leben und mein Arbeiten in eine gute Balance bringen, die eigene Gesundheit mehr im Auge behalten und auch familiäre Aufgaben übernehmen. Wenn ich mich noch einmal beruflich verändern möchte, dann muss ich das jetzt tun“, erläutert Geßner den Wunsch, die Winkelsmühlezu verlassen. Sie wird künftig selbstständig als Organisationsberaterin, Mediatorin und Coach für Stressbewältigung und Achtsamkeit arbeiten. „Der Winkelsmühle bleibe ich freundschaftlich verbunden“, verspricht sie.(Von Nicole Jost)

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