Verbeugung vor Lili Marleen

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Die Schauspielerin Gilla Cremer las und sang Texte und Lieder von Lale Andersen.
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Museumsleiterin Corinna Molitor neben der von Lale Andersen besungenen „Laterne vor dem großen Tor“.

Dreieichenhain - Am Schluss sangen mehr als 100 Besucherinnen und Besucher des Dreieich-Museums das Lied, das in den Jahren des Zweiten Weltkriegs und danach der erste deutsche Millionen-Seller geworden war: „Das Lied eines jungen Wachpostens“, viel besser bekannt als „Lili Marleen“, berühmt gemacht durch Lale Andersen (1905 bis 1972). Von Klaus Hellweg

Mit der Ausstellung „Lili Marleen - ein Schlager macht Geschichte“ wurde gestern Vormittag das Dreieich-Museum nach einer mehrmonatigen Umbauphase unter neuer Leitung wieder eröffnet. .

Alleiniger Träger des Museums ist seit dem Jahresbeginn der Dreieichenhainer Geschichts- und Heimatverein. Der hatte als ersten Schritt einer Modernisierung das Erdgeschoss des Museums umbauen lassen - es stellt sich jetzt heller, freundlicher und aufgeräumter dar. Was noch fehlt, so der Vereinsvorsitzende Detlef Odenwald, ist die Abteilung „Stadt- und Frühgeschichte“, ist eine Dauerausstellung, und auch das Obergeschoss des Hauses sei noch von der Patina der Vergangenheit überzogen. Man wolle, so Odenwald, die Inhalte dieses Landschaftsmuseums neu fassen

Keine Eröffnung oder Wiedereröffnung ohne Reden. Als Vertreter der Stadt charakterisierte der ehrenamtliche Stadtrat Werner Danielewski das Museum als „Teil des abwechslungsreichen Kultuslebens Dreieichs“.

Bilder der Wiedereröffnung

Dreieich-Museum wieder eröffnet

Die Ausstellung „Lili Marleen - ein Schlager macht Geschichte“ hat die Stiftung „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ zur Verfügung gestellt. Sie informiert über das populärste deutsche Soldatenlied, über seine Entstehung, seine Autoren, seine Interpretin Lale Andersen (eigentlich Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg), die durch Lili Marleen weltbekannt wurde.

Zu sehen sind Notenhefte, Liedkarten, Film- und Veranstaltungsplakate jener Zeit und auch einige Soldatenbriefe. Zitat aus einem im April 1942 an der Ostfront geschriebenen Brief, der sich am Originaltext des Schlagers orientiert: „Und wenn ich wieder Urlaub krieg / betreib ich mit dir Bevölkerungspolitik / mir dir, Lili Marleen“. Ausgestellt sind neben alten Schelllackplatten auch jene Radios (darunter der als „Goebbelsschnauze“ bezeichnete Typ aus dem Jahr 1938), aus denen jeden Abend um fünf vor zehn - ausgestrahlt vom deutschen Soldatensender Belgrad - dieses Lied des jungen Wachpostens zu empfangen war.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 11. September, dienstags bis sonntags bei freiem Eintritt jeweils von 14 bis 19 Uhr im Dreieich-Museum auf dem Gelände der Burg Hayn zu sehen.

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