Beim Neujahrsempfang

CDU-Chef Honka nutzt Rede zur Abrechnung mit der AfD

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Das Prinzenpaar Matzi I. und Volker I. gehörte samt Gefolge zu den Besuchern des CDU-Neujahrsempfangs. Unter den Gästen war auch Björn Simon (Dritter von links), der neue CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis.

Dreieich - Mit Besuchern ins Gespräch kommen, über die eine oder andere Idee sprechen und für das Engagement der Ehrenamtlichen in der Stadt zu danken – dazu diente der Neujahrsempfang der Dreieicher CDU am Freitagabend in der SKG-Halle.

In seiner Ansprache ging CDU-Chef und Landtagsabgeordneter Hartmut Honka auf den 40. Geburtstag der Stadt Dreieich ein. „Ich lebe seit 2005 hier und weiß, dass wir eine großartige Stadt mit fünf großartigen Stadtteilen sind, die alle ihre Eigenarten haben“, so Honka, der Dreieichs ersten Bürgermeister Hans Meudt zitierte: „Fünfmal Heimat, ein Dreieich.“ Niemand wolle den Stadtteilen ihre Eigenarten nehmen, „wir in der CDU jedenfalls nicht“.

Honka blickte auf die vergangenen zwölf Monate zurück. „Ich werde keine zwei Stunden reden, aber ich möchte mich auch nicht aufs Ablesen von 140 Schriftzeichen beschränken“, spielte Honka auf den neuen US-Präsidenten Trump an, dem nachgesagt wird, er betreibe seine Politik am liebsten über den Nachrichtendienst Twitter. „Das vergangene Jahr hatte viele Schattenseiten“, so Honka. „Angefangen mit den schlimmen Nachrichten über die Schüsse auf die Flüchtlingsunterkunft hier bei uns in Dreieich.“ Glücklicherweise habe sich herausgestellt, dass nicht aus Fremdenhass geschossen worden war, wie zunächst vermutet wurde. „Trotzdem ist es absolut undenkbar, dass man in unserer Gesellschaft auf Menschen schießt“, mahnte Honka. „Von daher ist es gut, dass die Behörden die Täter gefasst haben und dass das Gericht in Darmstadt Recht sprechen kann.“

Die Kommunalwahl habe so manches durcheinandergewirbelt. „Und zwar durch eine Partei, die eine selbst ernannte Alternative sein soll und von der man vorher nicht wusste, was sie wollte, die uns aber in der Stadtverordnetenversammlung ganz schön gezeigt hat, dass ihr Weltbild ziemlich erschreckend ist“, fasste Honka zusammen. Er wisse nach einem guten Dreivierteljahr immer noch nicht, welche Alternative die AfD für die Stadt bieten könnte. In einer immer hektischeren, immer komplexeren Welt, „brauche es Ernsthaftigkeit“. „Da genüge der Satz nicht: ,Es muss irgendwie alles anders sein’“, verlangte Honka und forderte „eine ehrliche Auseinandersetzung und eine ehrliche Diskussion miteinander“. Politik täte gut daran, vernünftig miteinander umzugehen.

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Auch auf den Brexit ging Honka ein, nannte ihn eine Entscheidung der Briten, von der diese selbst nicht wüssten, was sie bedeute. Allerdings „wird sie auch wieder auf uns Deutsche Einfluss haben. Es ist schon ein ganz schönes Durcheinander“. Hinzu komme noch der Putschversuch in der Türkei und seine Folgen, „die die Türkei in meinen Augen immer weiter von der Demokratie entfernen“, so Honka. Zu den vielen Problemen im Osten käme dieses noch erschwerend hinzu. „Das sind nicht gerade beruhigende und hoffnungsvoll stimmende Nachrichten“, sinnierte Honka, der auch auf den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin einging. „Es ist unfassbar, dass solch eine Verblendung möglich ist.“ Im Anschluss stellte sich der neue CDU-Direktkandidat Björn Simon vor, bevor das Prinzenpaar Matzi I. und Volker I. samt Gefolge in den Saal stürmte. (es)

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