Keine Spur von Säulenkapitellen

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Mit Hilfe des Steinmetzbetriebs Burkard wurden die beiden lokalhistorischen wertvollen Torpfosten an einen sicheren Ort zur Zwischenlagerung gebracht.

Sprendlingen - Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt, der Aufruf über die örtliche Presse ging ins Leere. Von den beiden Kapitellen, die aus dem Heckenborn verschwunden sind, gibt es zum Bedauern der Freunde Sprendlingens keine Spur.

Die dazugehörigen Säulen hat der Verein für Heimatkunde inzwischen in seine Obhut gebracht. Die Torpfosten mit den beiden Kugeln standen bis Anfang der siebziger Jahre in der Hauptstraße. Sie gehörten zu dem neben den Stadt-Apotheke gelegenen Anwesen Steckenreiter, das 1972 abgerissen wurde. Der Zugang zur 1938 zerstörten Synagoge erfolgte durch ein gemeinsames Tor. Der Hausbesitzer ließ die Torpfosten damals sichern und vor seinem Haus im Heckenborn aufstellen, das in Kürze abgerissen wird. Durch die Vermittlung des Ersten Stadtrats Martin Burlon nahmen die Freunde Sprendlingens Kontakt mit dem Besitzer auf, der ihnen die Säulen samt Kapitellen überließ. „Sie sind ein lokalhistorisch wichtiges Relikt der jüngeren Sprendlinger Vergangenheit“, sagt Wilhelm Ott, der seit Kurzem Vorsitzender ist.

Als der Verein die Pfosten vor ein paar Wochen abtransportieren wollte, fehlten zum Entsetzen der Heimatkundler die beiden Sandsteinkugeln. Der Vorstand startete einen öffentlichen Aufruf und bat um Rückgabe. Vergeblich. Deshalb haben die Freunde Sprendlingens jetzt Anzeige gegen Unbekannt erstattet und eine Belohnung von 100 Euro ausgelobt. Die beiden Säulen wurden mittlerweile mit Hilfe des Steinmetzbetriebs Burkard an einen sicheren Ort gebracht. Zu gegebener Zeit sollen sie wieder einen Platz im öffentlichen Raum Sprendlingens finden. Vielleicht doch noch mit den Kugeln. Späte Reue ist besser als keine.

(fm)

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