Abriss der alten Gebäude im Frühjahr?

Viele kleine Schritte zur Neuen Mitte

Wie die Bebauung zur Hauptstraße hin aussehen soll, zeigt die Computersimulation des Architekturbüros Rathke. J Foto: fm

Dreieich - Es ist mal wieder ruhig geworden um das Projekt Neue Mitte. Dennoch gehe es voran, versichert Erster Stadtrat Martin Burlon. Im Rathaus sei man dabei, die Einwände aus der zweiten Offenlage der Pläne abzuarbeiten. Von Frank Mahn

Auch die Schoofs Immobilien GmbH ist nicht untätig. Der Investor hat Abbruchanträge für die Gebäude auf dem Areal Hauptstraße 22-38a gestellt und ist mit der Erstellung des Bauantrags beschäftigt. „Wir sind so gut wie durch“, sagt Martin Burlon und meint das Abarbeiten der Anregungen und Bedenken, die nach der neuerlichen Offenlegung eingegangen waren. Es dürften – wie schon bei der ersten Runde – überwiegend Anwohner sein, denen nicht gefällt, was ihnen da vor die Haustür gebaut werden soll. Ein Lebensmittelvollversorger mit 1 500 Quadratmetern Verkaufsfläche, fünf Häuser mit 60 Wohnungen, Flächen für Gastronomie und Einzelhandel – das erscheint manchem überdimensioniert. Kritiker fürchten ein Zuviel an Lärm und Verkehr.

In der Politik gibt es allerdings eine breite Mehrheit für den „Magneten“, der die Sprendlinger Innenstadt beleben und Kunden anlocken soll. Auch der Erste Stadtrat ist – trotz aller Hindernisse und Verzögerungen – von der Notwendigkeit überzeugt. „Nach meiner Meinung gehört dort ein Nahversorger hin“, sagt Burlon. Das Projekt sei komplex und eine besondere Herausforderung, weil es mitten in der Stadt und nicht auf der grünen Wiese entstehen soll. Deshalb wurden die Pläne auch schon mehrfach geändert. Ein Beispiel: Der Architekt hat das vierte und fünfte Geschoss der beiden zur Hauptstraße hin ausgerichteten Häuser zurückgesetzt.

Die Zahl der Stellungnahmen sei im Vergleich zur ersten Offenlage in etwa gleich geblieben, sie seien aber teilweise sehr umfangreich. Die Abarbeitung, unter Einbeziehung von Gutachtern, sei sehr zeitintensiv. Nach Burlons Worten sind keine neuen inhaltlichen Aspekte aufgetaucht. Er geht davon aus, dass er den Stadtverordneten den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan in der ersten oder zweiten Sitzung des nächsten Jahres vorlegen kann. Das wäre im Februar oder März.

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Den Abrissantrag für die Gebäude hat der Investor gestellt.

Mohamed Younis hofft natürlich, dann endlich grünes Licht zu bekommen. Der Geschäftsführer der Schoofs Immobilien GmbH würde im Frühjahr gerne mit dem Abriss beginnen. Die Abbruchanträge beim Kreis Offenbach seien gestellt. Was die Genehmigung betrifft, ist Younis vorsichtig optimistisch und rechnet mit einem baldigen positiven Bescheid. „Wir haben umfangreiche Gutachten mit eingereicht.“ Parallel dazu ist nach seinen Worten der Bauantrag in der Mache. Im Sommer 2017, wagt Younis eine Prognose, könnte Baubeginn sein. Wie schwierig solche Vorhersagen sind, weiß freilich kaum einer besser als er selbst. Als Younis im Mai 2013 das Konzept für das 7 600 Quadratmeter große Gelände vorgestellt hatte, schwebte ihm das Frühjahr 2016 als Eröffnungstermin für den Supermarkt vor. Dessen Betreiber wird Rewe sein. Die Firma Tegut, die sich vor Kurzem für den Standort ins Gespräch gebracht hatte, habe vor zirka zwei Jahren abgesagt, berichtet Younis. Von daher habe ihn diese Aussage „sehr überrascht“.

Mit einer Überraschung wartet indes auch der Geschäftsführer auf. Man werde die 60 Wohnungen voraussichtlich nicht zum Kauf anbieten, sondern wolle sie vermieten. „Auf dem Dreieicher Markt wird derzeit viel produziert“, begründet Younis die Entscheidung, die im Rathaus Freude auslöst. „Wir haben auf dem Mietsektor einen erheblichen Bedarf“, sagt Burlon. Das Investitionsvolumen für die Neue Mitte beziffert Younis auf 27 Millionen Euro. Anfangs war von 20 Millionen, später von 22 Millionen die Rede gewesen.

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